Warum dem FC Bayern das DFB-Desaster womöglich nicht einmal so Unrecht ist

Das peinliche Sechzehntelfinal-Aus der Nationalmannschaft ist noch immer das bestimmende Thema in Fußball-Deutschland. Warum Vincent Kompany und dem FC Bayern das DFB-Debakel womöglich nicht einmal so Unrecht ist.
Bernhard Lackner |
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Erfolgstrainer des FC Bayern: Vincent Kompany
Erfolgstrainer des FC Bayern: Vincent Kompany © IMAGO/osnapix

Noch zwei Wochen, dann tut sich endlich wieder etwas auf den Trainingsplätzen des FC Bayern an der Säbener Straße. Am 20. Juli, dem Tag nach dem WM-Finale in New Jersey, bittet Chefcoach Vincent Kompany seine Stars zum Trainingsauftakt. Knapp einen Monat hat der Belgier dann Zeit für die Vorbereitung auf das erste Pflichtspiel der neuen Saison im Franz-Beckenbauer-Supercup bei Borussia Dortmund (22. August). Eine Woche später steht dann das Bundesliga-Eröffnungsspiel gegen den VfB Stuttgart an (28. August).

Kompany wird Großteil des Kaders direkt zur Verfügung stehen

Während sich die Stimmung in Fußball-Deutschland nach dem blamablen Aus der Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale gegen Paraguay noch immer zwischen Wut, Enttäuschung und Fassungslosigkeit bewegt, dürfte Kompany dem DFB-Debakel zumindest etwas Positives abgewinnen können. Denn anders als sonst meist nach großen Turnieren, wenn die Spieler je nach Abschneiden ihrer Mannschaften nach Sonderurlauben erst nach und nach ins Training einsteigen, wird ihm zum Beginn der Vorbereitung gleich ein Großteil des Kaders zur Verfügung stehen.

Vincent Kompany bittet die Bayern-Stars am 20. Juli zur ersten Trainingseinheit.
Vincent Kompany bittet die Bayern-Stars am 20. Juli zur ersten Trainingseinheit. © IMAGO/Mickael Chavet

Trotz WM: Bayerns Vorbereitung ist streng durchgetaktet

Mit Manuel Neuer, Jonathan Tah, Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Jamal Musiala und Aleksandar Pavlović hatte der Rekordmeister sieben Spieler für die deutsche Nationalmannschaft abgestellt, dazu kam Trainingstorwart Jonas Urbig. Ohne den abgewanderten Goretzka, dafür aber mit Neuzugang Nathaniel Brown (kommt für 50 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt), werden sie vermutlich alle bereits am 20. Juli auf dem Trainingsplatz stehen. Selbiges gilt für die ebenfalls bereits ausgeschiedenen Min-jae Kim (Südkorea) und Hiroki Ito (Japan), bei denen ein Verkauf allerdings nicht ausgeschlossen ist. Ebenfalls nicht mehr im Turnier sind Konrad Laimer (Österreich), Josip Stanisic (Kroatien), Alphonso Davies (Kanada) und Bara Sapoko Ndiaye (Senegal), der nach seiner Leihe in der Rückrunde fest verpflichtet werden soll.

Für die Bayern ist die nicht einmal fünfwöchige Sommervorbereitung trotz der WM auch dieses Jahr wieder straff durchgeplant. Am 25. Juni gastieren die Münchner zum Test beim SV Wehen Wiesbaden, vom 27. bis zum 30. Juli absolvieren die Münchner ein Trainingslager am Tegernsee. In diesem Rahmen bestreitet der FCB neben öffentlichen Trainingseinheiten auch ein Testspiel gegen den ortsansässigen FC Rottach-Egern am 30. Juli.

Direkt im Anschluss geht es vom 1. bis zum 8. August im Rahmen der Audi Summer Tour nach Südkorea, wo zwei weitere Testspiele gegen Jeju SK FC (4. August in Seogwipo) und Aston Villa (7. August in Hongkong) stattfinden. Nach der Rückkehr aus Asien steht am 15. August der Telekom Cup gegen RB Leipzig (Allianz Arena) an, bevor es eine Woche später gegen den BVB im Supercup um den ersten Titel der neuen Saison geht.

Die französische Nationalmannschaft mit den beiden Bayern-Stars Michael Olise und Dayot Upamecano zählt zu den heißesten Anwärtern auf den WM-Titel.
Die französische Nationalmannschaft mit den beiden Bayern-Stars Michael Olise und Dayot Upamecano zählt zu den heißesten Anwärtern auf den WM-Titel. © IMAGO/Bahho Kara

FC Bayern: Neun Spieler sind noch bei der WM im Einsatz

Wie genau der Kader zum Vorbereitungsstart aussehen wird, ist bislang aber noch unklar. Von den ursprünglich 17 WM-Fahrern (mit Neu-Bayer Ismael Saibari sogar 18) der Bayern sind nur noch fünf beim Turnier in Nordamerika im Einsatz. Michael Olise und Dayot Upamecano zählen mit den furios aufspielenden Franzosen zu den absoluten Top-Favoriten. In der Runde der letzten Acht ist der nächste Gegner Marokko (Donnerstag, 22 Uhr MESZ). Ob bei den Nordafrikanern dann Saibari dabei sein wird, ist unklar. Der 25-Jährige, für den Bayern 55 Millionen Euro an die PSV Eindhoven überweist, war beim Sieg über Kanada (3:0) bereits nach 22 Minuten nach einem unscheinbaren Zweikampf mit Moïse Bombito mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt worden. Mit drei Toren ist Saibari der beste marokkanische Torschütze bei diesem Turnier. 

Ebenfalls noch im Titel-Rennen: Harry Kane trifft mit England in der Nacht zu Montag auf Mexiko (2 Uhr MESZ) und will seinen französischen Kollegen ebenso ins Viertelfinale folgen wie Luis Diaz mit Kolumbien gegen die Schweiz (Dienstag, 22 Uhr MESZ). 

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