"Allerhöchsten Respekt": Ski-Löwe Straßer feiert 1860-Streich am Marienplatz

Skistar Linus Straßer schwärmt von seiner Fußballvergangenheit und dem FC Bayern – und zollt den frechen Löwen-Fans für ihren legendären Banner-Coup auf dem Marienplatz allerhöchsten Respekt, während er vorsichtig auf die WM und Argentinien blickt.
Thomas Becker |
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Ein Bild, das um die Welt ging. Linus Straßer zoll den Löwen-Fans allerhöchsten Respekt für ihren Banner-Coup bei der Meisterfeier des FC Bayern
Ein Bild, das um die Welt ging. Linus Straßer zoll den Löwen-Fans allerhöchsten Respekt für ihren Banner-Coup bei der Meisterfeier des FC Bayern © Screenshot: BR

Allzu lange ist es bei ihm daheim noch gar nicht her, dass sich der Schnee des vergangenen Winters in die Sommerpause verabschiedet hat. Ganz oben am Pengelstein, hoch über seinem Wohnort Kirchberg bei Kitzbühel, liegen sogar noch ein paar Fetzen Weiß in der Frühjahrssonne herum. Doch Linus Straßer ist schon längst wieder im Training für den kommenden Winter, getreu der alten, aber immer noch gültigen Regel "Der Wintersportler wird im Sommer gemacht". Da merke er allmählich schon, dass er mit seinen 33 Jahren "nicht mehr der Allerjüngste" ist: "Ich hab’ halt meine zwei, drei Baustellen, wo es ein wenig zwickt." Aber ansonsten laufe die Saisonvorbereitung auch nicht anders als in all den Jahren zuvor: "Wir werden das Rad nicht neu erfinden."

Alte Liebe Fußball und der Blick auf den FC Bayern

Doch trotz all der nötigen Schinderei hatte Deutschlands bester Skifahrer zuletzt wenigstens ein bisschen mehr Zeit für eine alte Liebe: den Fußball. Immerhin bis zur B-Jugend trug das Slalom-Ass des Deutschen Skiverbands (DSV) das Fußballdress des TSV Solln: "Ich hab’ immer Verteidiger gespielt, war vor allem mit viel Einsatz unterwegs", erzählt er bei der Einkleidung des DSV in Garching. Früher habe er das Geschehen um seinen Lieblingsklub, den FC Bayern, noch etwas intensiver verfolgt, aber als Familienvater von zwei Kindern seien ihm neben seinem zeitaufwendigen Job als Profisportler mittlerweile andere Dinge wichtiger: "Oft ist der Fußball auch einfach langweilig", sagt er. Ernsthaft?

Skistar Linus Straßer spricht bei der DSV-Einkleidung in Garching über seine Fußball-Leidenschaft, den Löwen-Banner-Coup am Marienplatz und seinen WM-Tipp Argentinien.
Skistar Linus Straßer spricht bei der DSV-Einkleidung in Garching über seine Fußball-Leidenschaft, den Löwen-Banner-Coup am Marienplatz und seinen WM-Tipp Argentinien. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Franz Feiner

Spannung nur in den großen Spielen

Diese Saison mit diesem FC Bayern: langweilig? "Klar gibt es dann so Spiele wie gegen Real Madrid oder gegen PSG. Aber dann denke ich mir: Können denn nicht alle Spiele so sein?" Ein frommer Wunsch, das ist ihm schon klar. Generell hätten die Roten die Saison "bislang ja schon sehr überzeugend" gestaltet, findet er.

Respekt für den Löwen-Coup auf dem Marienplatz

Nicht entgangen ist ihm natürlich auch das Schmäh-Banner, das ein paar so mutige wie rotzfreche Löwen-Fans am vergangenen Sonntag bei der Meisterfeier des FC Bayern auf dem Marienplatz entrollen ließen, auch noch von zig Bayern-Fans höchstpersönlich. Ein Coup der besonderen Art, findet auch Straßer, der ja seit Jahr und Tag in seinen Weltcup-Rennen für die Ski-Abteilung des TSV 1860 München an den Start geht. "Allerhöchsten Respekt für die Löwen-Fans!", sagt der Ski-Löwe mit einem verschmitzten Grinsen über den Husarenstreich seiner Vereinskollegen, die wohl auf Lebenszeit als unerschrockene Helden verehrt werden.

Verhaltene WM-Vorfreude und Prognosen

Wirklich in WM-Laune sei er dagegen aber noch nicht, gibt er ein paar Wochen vor dem WM-Auftakt in den USA zu: "Wenn’s dann mal losgeht, dann bin ich sicher auch wieder dabei. Wobei: Die Anstoßzeiten sind für uns ja auch nicht gerade ideal…" Was er der deutschen Mannschaft um Bundestrainer Julian Nagelsmann bei dieser Mammut-Weltmeisterschaft zutraut? "Puh, schwer zu sagen", spielt Straßer auf Zeit und muss eine ganze Weile überlegen, bevor er sagt: "Ich denke, dass ein Halbfinale schon drin ist."

Titel-Tipp Argentinien in vertrauten Farben

Und wer wird ganz am Ende den Siegerpokal in die Höhe recken? "Ich könnte mir vorstellen, dass die Argentinier das wieder gewinnen." Man könnte sich allerdings auch vorstellen, dass das womöglich auch etwas mit den Nationalfarben der südamerikanischen Titelverteidiger zu tun haben könnte: weiß und blau, die Farben der Sechzger.

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  • meingottwalter vor 2 Minuten / Bewertung:

    Das ist überall Thema. Im Biegarten, bei den Stammtischen. Sogar bei den Touristen.

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