Absurde Rekorde: So gut war die Saison des FC Bayern wirklich
Der ganz große Wurf in der Champions League blieb dem FC Bayern in der abgelaufenen Saison verwehrt, dazu war Titelverteidiger Paris Saint-Germain im Halbfinale dann doch zu abgezockt. Dennoch ist spätestens seit dem Double-Sieg am vergangenen Samstag klar: Der deutsche Rekordmeister blickt insgesamt auf eine erfolgreiche Spielzeit zurück.
Eine, in der die Mannschaft von Erfolgstrainer Vincent Kompany nicht nur ihren eigenen Anhängern regelmäßig mit spektakulärem Offensivfußball begeistert und den Fußballfans weltweit gleich mehrere unvergessliche Europapokal-Abende geschenkt hat.
Auch wenn die Bayern-Saison 2025/26 mit Blick auf die Titelausbeute keine historische war, wird sie dennoch als eine besondere in die Vereinsgeschichte eingehen. Zum Abschluss der Spielzeit blickt die AZ zurück auf die bemerkenswertesten Rekorde und Bestmarken, die die Münchner aufgestellt haben – und das sind so einige:
Die Baller-Bayern pulverisieren Rekorde am Fließband
Das Prunkstück der Münchner war in der abgelaufenen Saison klar die Offensive. Mit 122 Toren haben die Bayern bekanntlich den bisherigen Bundesliga-Torrekord aus der Saison 1971/72 (101 Tore) pulverisiert und damit auch die meisten Tore eines Teams aus den europäischen Top-5-Ligen seit der AC Turin in der Spielzeit 1947/48 (125 Tore in 40 Spielen) erzielt.

Doch damit nicht genug: Das Team von Kompany hat in jedem seiner 55 Pflichtspiele getroffen – das gelang in der Vereinshistorie einzig in der Sextuple-Saison 2020/21 unter Hansi Flick. Wettbewerbsübergreifend haben die Bayern unglaubliche 184 Tore erzielt. Zum Vergleich: Das nächstbessere Team, der FC Barcelona, kam lediglich auf 144 Pflichtspieltreffer.
Die Kompany-Bayern dem Rest der Liga meilenweit enteilt
Mittlerweile sind die Bayern seit 66 (!) Spieltagen ununterbrochen Tabellenführer in der Bundesliga – ein laufender Rekord. Letztmals stand am 2. Spieltag der Saison 2024/25 mit dem 1. FC Heidenheim eine andere Mannschaft als der Rekordmeister an der Tabellenspitze.
Mit 47 Punkten und einer Tordifferenz von +53 spielten die Münchner zudem die beste Hinrunde eines Bundesligateams aller Zeiten. Mit 46 Pflichtspielsiegen stellten die Münchner außerdem ihren eigenen Rekord aus der Triple-Saison 2012/13 ein, nur drei Niederlagen (gegen den FC Arsenal, den FC Augsburg und Paris Saint-Germain) bedeuten darüber hinaus den Tiefstwert in Europas Top-Ligen.
Bayern-Mentalität und Kompanys gutes Händchen
Der Erfolg der Bayern ist untrennbar mit dem Namen Vincent Kompany verbunden. Der Belgier hat sich in seiner zweiten Saison als Bayern-Coach endgültig in der Riege von Europas Top-Trainern etabliert und das "Mia san mia" komplett verinnerlicht. Larifari-Fußball bei gemütlicher Führung? Nicht mit dem einstigen Weltklasse-Verteidiger!

Abgesehen von der rein sportlichen Qualität hat die Mannschaft in der abgelaufenen Saison auch durch ihre Mentalität bestochen. Insgesamt holten die Bayern nach Rückstand noch 29 Punkte und drehten dabei ganze acht Spiele noch zu einem Sieg. Das ist in der Bundesliga-Geschichte bislang nur Bayer Leverkusen in der Spielzeit 1999/2000 gelungen.
Dabei bewies Kompany gleich mehrmals ein gutes Händchen bei seinen Einwechslungen. Unter dem Strich wurden 20 Tore durch Joker erzielt – ein neuer Liga-Rekord. Was insbesondere die Führungsetage um Ehrenpräsident Uli Hoeneß freut, ist die Tatsache, dass der Bayern-Coach auch sehr stark auf den eigenen Nachwuchs setzt. In der abgelaufenen Saison kamen zehn unterschiedliche Spieler im Teenager-Alter zum Einsatz. Einen solchen Jugendwahn gab es in der Bundesliga-Geschichte einzig beim FC Schalke 04 in der Saison 1980/81!
Bayerns tödlicher Offensiv-Dreizack mit Kane an der Spitze
Auch individuelle Rekorde gab es bei den Bayern in der abgelaufenen Saison zuhauf. Bemerkenswert war dabei speziell das Offensiv-Trio um Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz, der nach seiner Verpflichtung vom FC Liverpool im vergangenen Sommer voll eingeschlagen hat.

Alleine in der Liga kam der Offensiv-Dreizack des Rekordmeisters auf beeindruckende 100 Torbeteiligungen, wobei Kane 41, Olise 34 und Díaz 29 Scorerpunkte beitrugen. Dass drei Spieler zusammen auf eine dreistellige Anzahl an Torbeteiligungen kommt, hat es seit Beginn der Datenerfassung noch nie gegeben.
Die Lebensversicherung in der Offensive ist dabei ganz klar Kane, der mit 36 Bundesligatoren nicht nur bester Torjäger Deutschlands, sondern sogar ganz Europas wurde. Der Engländer ist zudem der erste Spieler der Geschichte, der in seinen ersten drei Bundesligasaisons Torschützenkönig wurde, wobei bereits seine zweite Torjägerkanone im vergangenen Jahr einen Rekord dargestellt hatte.
Ebenfalls eine neue Bestmarke: Kane hat für den FC Bayern in jedem der sechs DFB-Pokalspiele mindestens einmal getroffen und wurde zum ersten Spieler, dem ein lupenreiner Hattrick im Finale gelang. Bei den Bayern gab es in dieser Pokalsaison übrigens nur drei unterschiedliche Torschützen: Kane, Olise und Díaz. Noch Fragen?
Bayern und Tah auswärts unschlagbar, Pavlovic als Marathon-Mann
Einen wichtigen Beitrag zum Double leistete auch Jonathan Tah, der sich nach seiner Ankunft in München sofort in der Startelf etabliert und die Hintermannschaft der Bayern zusammengehalten hat. Der Nationalspieler hat ebenfalls eine bemerkenswerte Statistik vorzuweisen: Mittlerweile ist er seit 47 Auswärtsspielen in Folge ungeschlagen, wobei er die ersten beiden Jahre davon noch bei Bayer Leverkusen unter Vertrag war. Neuer Rekord!
Für die Bayern war es insgesamt das dritte Mal, dass sie eine Saison ohne Auswärtsniederlage abgeschlossen haben. Das gelang zuvor nur in den Spielzeiten 1986/87 und 2012/13.

Und auch Teamkollege Aleksandar Pavlović hat einen neuen Rekord aufgestellt. Der Mittelfeldspieler ist in der Liga pro Spiel durchschnittlich 13,47 Kilometer gelaufen. Auf einen derartigen Schnitt kam seit Beginn der Datenerfassung noch nie ein Spieler.
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