Ex-Radprofi Hondo: Mit Petacchi im Zimmer von Mark S. gedopt

"Wenn man so ein enges Verhältnis hat, das fast brüderlich war, dann hat man kein Problem damit, dass man zusammen in einem Raum gedopt wird", berichtete Hondo vor dem Landgericht München.
| AZ/dpa
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Danilo Hondo in Aktion, hier bei der Tour de France.
Danilo Hondo in Aktion, hier bei der Tour de France. © Nicolas Bouvy/epa/dpa/Archivbild

München - Der frühere Radprofi Danilo Hondo ist nach eigener Aussage gemeinsam mit dem ehemaligen Sprint-Star Alessandro Petacchi vom Mediziner Mark S. gedopt worden. Das gab der heute 46-Jährige bei seiner Zeugenaussage im Blutdoping-Prozess am Dienstag in München an. Als Teamkollegen beim Rennstall Lampre seien die zwei Sportler teils sogar nebeneinander im Hotelzimmer von dem Erfurter Arzt behandelt worden.

"Wenn man so ein enges Verhältnis hat, das fast brüderlich war, dann hat man kein Problem damit, dass man zusammen in einem Raum gedopt wird", berichtete Hondo vor dem Landgericht München. Hondo war damals Petacchis wichtigster Helfer für die Sprints, die beiden sind noch gut befreundet. Anders als der gebürtige Cottbuser streitet Petacchi aber nach wie vor ab, von Mark S. gedopt worden zu sein. Dennoch wurde der Italiener, der Anfang der Nullerjahre einer der beste Sprinter der Welt und Sieger von Dutzenden Etappen bei den drei großen Rundfahrten war, im Nachhinein noch gesperrt.

Danilo Hondo: Blutdoping kostete ihn rund 25.000 Euro

Hondo erzählte, dass er im Herbst 2011 von Mark S. zum Blutdoping überredet worden war. Im Winter wurde dann Blut abgenommen, das er aufbereitet zu den wichtigen Rennen 2012 wie Mailand-Sanremo oder der Tour de France wieder zurückgeführt bekam. Erfolge feierte Hondo aber nicht mehr. "Mir schien es mehr geschadet zu haben", sagte er. Nach der Saison 2012 habe er das Blutdoping bei Mark S. beendet. Gekostet habe ihn die Zusammenarbeit rund 25.000 Euro.

Als die Blutdoping-Affäre 2019 im Rahmen der "Operation Aderlass" aufflog, wurde auch Hondos Name genannt, der dann in einem Interview gestand und seinen Job als Nationaltrainer in der Schweiz verlor.

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