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Ex-Formel-1-Star Coulthard schwärmt: "Hamilton ist ein Geschenk für die Formel 1"

Ex-Rennfahrer David Coulthard spricht in der AZ über die Faszination Formel E, die Formel 1 um Superstar Lewis Hamilton und Neuling Audi.
Dietmar Gessner |
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Lewis Hamilton gewann bereits sieben Mal den WM-Titel in der Formel 1.
Lewis Hamilton gewann bereits sieben Mal den WM-Titel in der Formel 1. © IMAGO/Eurasia Sport Images

David Coulthard (54) läuft am Freitag durch das Fahrerlager des Formel-E-Rennens im saudi-arabischen Jeddah und sieht dabei fast so fit aus wie in der Zeitspanne seiner 246 Formel-1-Rennen zwischen 1994 und 2008. "Ich bemühe mich, viel mit dem Rad zu fahren", erklärt der drahtige Schotte sein athletisches Erscheinungsbild.

Coulthard fuhr für Williams, McLaren und Red Bull, er holte 13 Siege und war – hinter Michael Schumacher – Vize-Weltmeister 2001. Für Mercedes war er zudem noch von 2010 bis 2012 in der DTM im Einsatz. Nun ist er als Mitgründer der englischen TV-Produktionsgesellschaft Whisper TV weltweit auf den Rennstrecken des Motorsports unterwegs.

AZ: Mister Coulthard, wie gefällt Ihnen die Formel E?
DAVID COULTHARD: Die Serie ist hochkompetitiv, spannend, mit hervorragenden Fahrern. Die Formel E ist in der Motorsport-Szene respektiert und etabliert.

Aber sie ist nicht bekannt genug.
Die Formel E hat ihre eigene Fan-Base. Gut ist, dass die Formel E Dinge gemacht hat und macht, die die Formel 1 so lange nicht geboten hat. Wie zum Beispiel Fan-Nähe. Das sind Bereiche, wo zuletzt selbst die Formel 1 von der Formel E gelernt und Dinge übernommen hat.

"Der Fokus der Formel E muss auf der Jugend liegen"

Die Formel 1 ist so hybrid unterwegs wie nie zuvor, testet gerade in Bahrain. Max Verstappen war von seinen ersten Eindrücken nicht begeistert und nannte sein Fahrerlebnis "wie Formel E auf Steroiden". Das kann der Formel E nicht gefallen. Sollten sie Max Verstappen einladen?
Einen privaten Formel-E-Test ohne Kameras würde Max vielleicht machen. Aber er kommt nicht, nur um der Formel E einen Gefallen zu tun. Max unterstützt junge Fahrer. Wenn die Formel E sich ein Mitwirken von Max Verstappen wünscht, dann wäre ein Weg vielleicht, seinen jungen Piloten einen Einstieg zu ermöglichen.

Braucht die Formel E Superstars wie Verstappen oder zum Beispiel auch Lewis Hamilton, um bekannter zu werden?
Große Namen bringen sicher ihre eigenen Fans mit. Aber ich denke nicht, dass das der Weg für die Formel E sein sollte. Die Menschen wollen nicht Altes in neuer Umgebung, sie wollen Neues. Wenn ich Ihnen nun ein nagelneues I-Phone der ersten Generation schenke, dann packen sie das nicht mal aus. Weil es alte Technik ist. 

Aber Top-Stars generieren Aufmerksamkeit.
Ja, dennoch. Schauen die Europäer viel Fußball der saudischen Liga – weil Cristiano Ronaldo dort spielt? Eher nicht. Nein, ich denke, der Fokus der Formel E muss auf der Jugend liegen. Aus der Jugend kann sie noch mehr Fan-Aufmerksamkeit generieren.

David Coulthard (li.) holte 13 Siege in der Formel 1.
David Coulthard (li.) holte 13 Siege in der Formel 1. © privat

Coulthard über Hamilton: "Die Formel 1 findet super, dass Lewis bei Ferrari ist"

Keinen Mangel an Aufmerksamkeit hat Lewis Hamilton in der Formel 1. Wird er in seinem zweiten Ferrari-Jahr besser zurechtkommen?
Lewis hat sieben WM-Titel geholt. Für mich braucht er nicht Titel Nummer acht, neun oder zehn, um als einer der herausragenden Piloten der Formel-1-Geschichte zu gelten. Baut Ferrari ein gutes Auto, dann steht zwischen ihm und dem WM-Titel nur sein Teamkollege, Charles Leclerc. Ihn konnte Lewis in der Vorsaison allerdings nicht schlagen, wie er auch in seinem letzten Mercedes-Jahr weniger punktete als sein Teamrivale Georg Russell. Dennoch: Die Formel 1 findet super, dass Lewis bei Ferrari ist. Die Formel 1 findet auch super, dass er eine Kardashian datet. Lewis ist ein Geschenk für die Formel 1.

Wer ist Ihr Favorit für die kommende Formel-1-Saison?
Ich habe vor zwei Tagen mit Max Verstappen gesprochen. Max sagt, die Autos mit Mercedes-Motoren sind im Moment vorne dran, bis auf Williams. 

"Audi hat die Ressourcen und Möglichkeiten, um erfolgreich zu sein"

Vor allem aus deutscher Sicht ist auch spannend: Wie schlägt sich Audi in seinem ersten Formel-1-Jahr?
Nun, als Red Bull Jaguar gekauft hat, da brauchte es bis zum ersten Sieg fünf Jahre, sechs bis zum ersten Titel. Audi hat die Ressourcen und Möglichkeiten, um erfolgreich zu sein. Für mich ist die Frage: Historisch gibt es nur ein Team ohne Teamstandort in Großbritannien, das schon mal Weltmeister geworden ist: Ferrari. Auch Mercedes hat seine Formel-1-Zentrale in England. Audi nicht.

Ist das so entscheidend?
Toyota hatte mal seine Zentrale für die Formel 1 in Deutschland, in Köln. Sie hatten ein größeres Budget als Ferrari, aber viel Erfolg hatten sie nicht. Audis Teamchef Jonathan Wheatley ist erstklassig. Für mich ist die Frage, ob Audi erfolgreich sein kann, ohne seine Basis in England zu haben. Wie gesagt: Das hat bisher nur Ferrari geschafft.

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