"Es zahlt sich aus, ein Egoist zu sein"

  Noch immer wird Vettels Mißachtung der Stallorder in der Formel 1 heiß diskutiert. Während Alonso ein wenig lästert, erhält der Weltmeister Unterstützung von Lauda und Co.  
| AZ
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Würdigen sich keines Blickes mehr: Die Red-Bull-Piloten Sebastian Vettel (r..) und Mark Webber (l.)
dpa Würdigen sich keines Blickes mehr: Die Red-Bull-Piloten Sebastian Vettel (r..) und Mark Webber (l.)

Noch immer wird Vettels Mißachtung der Stallorder in der Formel 1 heiß diskutiert. Während Alonso ein wenig lästert, erhält der Weltmeister Unterstützung von Lauda und Co.

SHANGHAI Die Stallorder-Affäre um Sebastian Vettel schlägt weiter hohe Wellen. Im Fahrerlager der Formel 1 hat die Aussage des Weltmeisters, in einer ähnlichen Situation wie zuletzt in Malaysia wieder die Order des Teams zu missachten, für Empörung gesorgt. „Er hat einfach ein paar Probleme damit, dass es nicht immer um ihn geht. Sollte uns das wundern?

Immerhin ging es in den letzten drei Jahren fast immer um ihn", schrieb Ex-Champion Damon Hill, der alte Rivale von Rekordweltmeister Michael Schumacher, in seiner Kolumne für „Autosport“. Hill räumte aber auch ein: „Von der Rennhistorie wird Vettel dazu ermuntert, in diesen Dimensionen zu denken, denn in neun von zehn Fällen zahlt es sich aus, ein Egoist zu sein.“ Vettel hatte am Donnerstag mit seiner Begründung für sein riskantes Überholmanöver gegen sein Teamkollegen Mark Webber für Aufsehen gesorgt. „Ich habe den Funkspruch nicht verstanden. Hätte ich ihn verstanden, hätte ich darüber nachgedacht, die Positionen zu halten. Aber ich hätte wohl wieder so gehandelt, weil Mark es wegen Vorkomnissen in der Vergangenheit nicht verdient hat, dass ich als Zweiter durch das Ziel fahre“, sagte Vettel vor dem Großen Preis von China (Sonntag 9 Uhr/RTL und Sky live), „ich habe nie Unterstützung von ihm bekommen.“

Die Einstellung löste bei seinen Rivalen Kopfschütteln aus. „Es überrascht mich wirklich, dass er das gesagt hat. Er ist ein so talentierter Fahrer und scheint einer zu sein, den das Team liebt, und das sollten sie auch“, sagte McLaren-Pilot Jenson Button, „wir wollen alle gewinnen, aber wenn man den Befehl bekommt, die Position zu halten, und man vor dem Rennen weiß, dass das die Regel ist, dann muss man eben vor dem Rennen den Mund aufmachen und nicht erst im Rennen das Gegenteil tun.“ Vettels Dauerrivale Fernando Alonso (Ferrari) meinte: „Am Ende wirst du von deinem Team bezahlt und musst machen, was sie dir sagen. Jeder im Team hat eine Position, die muss er respektieren. Iker Casillas ist bei Real Madrid als Torwart angestellt und kann auch nicht einfach Stürmer spielen, wenn er dazu Lust hat.“ Webber sagte lapidar: „Wenn es das ist, was er denkt, dann ist das so.“

Unterstützung bekam Vettel von Rennlegende Niki Lauda. „Es ist vollkommen egal, ob das Tischtuch nun zerrissen ist oder nicht. Sebastian hat ein klares Statement abgegeben, das würde ich genauso tun. Wenn ich Weltmeister bin und Weltmeister werden will, dann ist das so“, sagte der RTL-Experte, Frieden im Team seit zweitrangig: „Gewinnen muss man“, so Lauda, der zudem ankündigte, dass es auch bei Mercedes keine Stallorder mehr geben werde. Bei den Silberpfeilen ist Lauda Aufsichtsratschef.

Laut Sky-Experte Marc Surer ist die Diskussion um Vettels Rücksichtslosigkeit bald beendet. „Wenn es der erfolgreichere Fahrer macht, dann muss man das durchgehen lassen. Die Diskussion wird im Sande verlaufen, nach diesem Rennen redet keiner mehr davon. Nette Fahrer werden nicht Weltmeister“, sagte er.

 

 

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren