Erst Klassenerhalt, dann College?

Die Munich Cowboys können mit einem Sieg gegen Weinheim den Klassenerhalt sichern - auch dank den jungen Wilden im Team. Neuester Emporkömmling: Wide Receiver Philipp Vinzenz.
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Haben gute Chancen auf den Ligaverbleib: Die Footballer der Munich Cowboys.
sampics Haben gute Chancen auf den Ligaverbleib: Die Footballer der Munich Cowboys.

München - Die Munich Cowboys können mit einem Sieg gegen Weinheim den Klassenerhalt sichern - auch dank den jungen Wilden im Team. Neuester Emporkömmling: Wide Receiver Philipp Vinzenz.

Nierenriss, Patellaspitzensyndrom, so viele blaue Flecken wie ein Dalmatiner schwarze hat. Wer American Football spielt, darf kein Kind von Traurigkeit sein. Das hat Philipp Vinzenz schnell gemerkt. „Ich habe alles ausprobiert, Handball, Fußball, Basketball", so der 18-Jährige. „Aber beim American Football wusste ich sofort: Diese Intensität, dieses Teamgefühl, das ist geil, das will ich machen."

Angefangen hat alles mit 16, als er von einem Freund zum Training der NFA Monarchs mitgenommen wurde. „Ich dachte nur: Was für ein Schmarrn", erinnert sich Mutter Evi. „Aber mittlerweile habe ich es akzeptiert und merke, wie wichtig ihm dieser Sport ist." Sein Weg führte ihn kurz darauf zu den Munich Cowboys, wo er bei den Junioren zu einem wichtigen Leistungsträger wurde. Sein Job im Team: Punkte erzielen. „Als Wide Receiver ist man auf den Quarterback angewiesen, aber wenn ich das Ei habe, dann bin ich der Gejagte", erklärt der Abiturient.

Dabei kommt ihm vor allem ein bestimmter Touchdown in den Sinn: „Meinen ersten Touchdown werde ich nie vergessen, im Derby gegen Starnberg. Da schoss mir so viel durch den Kopf, ein Hammergefühl.“ In der abgelaufenen Saison war der Punktelieferant maßgeblich am Gewinn der bayerischen Juniorenmeisterschaft beteiligt. Als Teil der „Air Force“, wie die Cowboys-Receiver sich nennen, lief er die Gegner in Grund und Boden und feierte jeden Touchdown mit einer besonderen Jubelpose. Ein mit den Armen erzeugtes X. „Das X stand für unser Ziel, den zehnten Titel zu holen. Außerdem wollten wir uns damit gegenseitig pushen", erklärt Vinzenz.

Als Belohnung wurde er von Coach Phil Hickey zu den Senioren hochgeholt. Seine Bilanz: drei Spiele, zwei Touchdowns. Was für ein Traumstart! „Ich hätte nie gedacht, dass es so losgeht. Ich war schon glücklich, überhaupt eingesetzt zu werden.“ Vor dem letzten Saisonspiel gegen die Weinheim Longhorns (Sa., 16.00 Uhr) zeigt er sich deswegen siegessicher: „Wir wollen den Klassenerhalt perfekt machen und zeigen, wer in die Liga gehört und wer nicht.“ Auch für die Longhorns zählt nur ein Sieg, um ihre kleine Chance auf den Nichtabstieg zu wahren. Für einen packenden Showdown im Dantestadion ist also gesorgt.

Abitur im Juni, ungeschlagener bayerischer Juniorenmeister im August und hoffentlich der Klassenerhalt im September - für Philipp Vinzenz läuft der Sommer wie geschmiert. Nur einen Traum hat er noch: „Ein College-Stipendium. Dafür werde ich alles tun, was nötig ist.“ Wie Oliver Schober, der einst in München spielte und seit diesem Jahr seinen amerikanischen Traum in Wyoming lebt. „Nicht umsonst habe ich den Englisch-Lk in der Schule genommen“, schmunzelt Vinzenz vielsagend. Kein Kind von Traurigkeit eben, sondern ein Mann mit Weitblick.

Bastian Strobl

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