Eiskunstläufer Manfred Schnelldorfer: "Musik, Choreografie - absolut perfekt"

Manfred Schnelldorfer wurde 1964 Olymlpiasieger. Mit uns sprach er über Gold, Savchenko und die Leichtigkeit des Eiskunstlaufs.
| Christoph Landsgesell
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1964 in Innsbruck Olympiasieger im Eiskunstlauf: Manfred Schnelldorfer.
dpa 1964 in Innsbruck Olympiasieger im Eiskunstlauf: Manfred Schnelldorfer.

AZ: Herr Schnelldorfer, was sagen Sie als ehemaliger Olympiasieger: War das der perfekte Lauf von Aljona Savchenko und Bruno Massot?
MANFRED SCHNELLDORFER: Er war absolut perfekt dieser Lauf, super. Tolle Musik, tolle Choreografie. Ich bin wirklich happy, dass wir wieder einen Olympiasieg im Eiskunstlauf haben.

Sie waren nicht nur Sportler, sondern auch Sänger. Welche Rolle spielt die Musik beim Eiskunstlauf?
Sie hat sehr gut gepasst, war sehr einfühlsam. Auch das Publikum hat die Musik verstanden und die Preisrichter, das ist ja ganz wichtig.

Vor der Kür lagen die beiden nur auf Rang vier, nun sind sie Olympiasieger.
Das ist eine wirklich große Überraschung, wobei ich vor allem Aljona Savchenko sehr viel zugetraut habe. Sie ist seit Jahren eine Frau mit eisernem Willen und setzt ihre Ziele mit Leistung durch.

"Es muss leicht wirken, dann beherrscht man es wirklich"

Savchenko gilt als sehr ehrgeizig, fast verbissen. Wie schwer ist es, das Ganze auf dem Eis trotzdem locker und leicht aussehen zu lassen?
Alles, was schwer aussieht, hat im Eiskunstlauf keinen Erfolg. Es muss leicht wirken, dann beherrscht man es wirklich. Man kann dabei nicht so ein verkrampftes Gesicht machen wie die 100-Meter-Läufer. Das hat sie super umgesetzt.

Was bedeutet der Olympiasieg?
Jetzt ist die Freude riesig, aber was man da wirklich gewonnen hat, merkt man erst ein, zwei Wochen später. Da kommt die Bedeutung erst so richtig raus. Olympia steht über allem.

Aljona Savchenko ist jetzt 34, es waren wohl ihre letzten Spiele. Wie steht es um den Eiskunstlauf-Nachwuchs in Deutschland?
Wir haben einen ganz großen Nachholbedarf. Wenn dieses Paar abtritt, haben wir für die Medaillenränge momentan eigentlich niemanden, in keiner Disziplin. Vielleicht kommt doch noch was, ich lasse mich gerne überraschen. Aber Eiskunstlauf ist im Gegensatz zu meiner Zeit eine Randsportart. Damals war das mit die wichtigste Sportart, die Straßen waren leer, wenn wir gelaufen sind. Es gab Fußball, Tennis, Skilaufen und Eiskunstlaufen, das war es dann - von der Bedeutung her - mehr oder weniger.

Möglicherweise hat die Goldmedaille ja nun einen Effekt.
Ja, ich hoffe es. Mal schauen, was der Verband jetzt daraus macht.

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