"Einen wahren Freund verloren": Formel-E-Star trauert um Blais

Cyril Blais verstarb im Alter von nur 43 Jahren. Formel-E-Pilot Maximilian Günther trauert um seinen Renningenieur und Teamchef.
von  Dietmar Gessner
Fährt in der Formel E: Maximilian Günther.
Fährt in der Formel E: Maximilian Günther. © IMAGO

Viele seiner schönsten Momente als Rennfahrer in der Formel E verbindet der gebürtige Oberstdorfer Maximilian Günther (29) mit einem Namen: Cyril Blais. Der Franzose war Günthers Renningenieur und Teamchef, als der Deutsch-Österreicher für Maserati fuhr – und so in der Saison 2023/24 den E-Prix in Tokio gewann. An diesem Wochenende gastiert die Formel E wieder für zwei Rennen in Tokio. Aber Günthers Tokio-Rennen sind von Trauer überdeckt. Denn Cyril Blais ist im Alter von nur 43 Jahren unerwartet verstorben.

Günther landete nur auf Rang 15

Am Samstag war Günther nur auf Rang 15 gelandet. Die Nase seines DS-Penske-Renners hatte dabei der Schriftzug "for our Friend Cyril" geziert. Übersetzt: "Für unseren Freund Cyril." Der Tod von Blais, die Erinnerung an ihn, dominierte in den  vergangenen Tagen die Stimmung im Fahrerlager. 

"Ich habe einen wahren Freund verloren. Wir haben gemeinsame Momente und Erinnerungen geschaffen, die ich für den Rest meines Lebens im Herzen tragen werde", so Günther, der schon zu Formel-2-Zeiten mit Blais zusammengearbeitet hatte. Bis zuletzt war Blais als Teamchef von Citroen eine der prägenden Figuren der Formel E: hochgeachtet für seine Kompetenz, für seinen trockenen Humor und seine Menschlichkeit.

Bild, Kerzen und Blumen in Gedenken auf einem Tisch vor der Citreon Box für den kürzlich verstorbenen Cyril Blais.
Bild, Kerzen und Blumen in Gedenken auf einem Tisch vor der Citreon Box für den kürzlich verstorbenen Cyril Blais. © IMAGO

Schweigeminute für Blais vor Rennen am Samstag

Vor dem Rennen am Samstag wurde in Erinnerung an Blais eine Schweigeminute abgehalten. An mehreren Stellen im Fahrerlager liegen Kondolenzbücher aus - daneben Blumen, weiße Kerzen und ein Schwarz-Weiß-Foto von Blais. Unzählige Mitglieder aller Teams tragen schwarze Trauerflor-Armbinden am Oberarm. 

Bereits am Freitag hatte sich die Formel-E-Gemeinschaft vor der Citroen-Box im Fahrerlager versammelt, um Blais zu gedenken. Erst still, dann klatschend. Es war ein ergreifender Moment.

Wehrlein: "Die Nachricht seines Todes war schockierend"

Auch Pascal Wehrlein, der am Samstag beim Sieg von Dan Ticktum (Cupra) ohne Punkte blieb und so die WM-Führung an Jaguars Mitch Evans (144:143 Punkte) verlor, zeigte sich tief bestürzt. Blais war dessen Renningenieur beim Team Mahindra gewesen, als Porsche-Star Wehrlein 2019 noch in den Anfängen seiner Formel-E-Laufbahn war: "Wir sind seitdem immer in Kontakt geblieben. Die Nachricht seines Todes war schockierend, ich konnte es kaum glauben." Die Todesursache ist bisher nicht bekanntgegeben worden. 

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