Einen Tag vor Bekanntgabe des Porsche-Sanierungsplanes: Autobauer legt frustrierendes Formel-E-Wochenende hin

Pascal Wehrlein ging mit neun Punkten Vorsprung in das Renn-Wochenende. Doch am Ende bleibt Frust.
Dietmar Gessner |
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Frustriert: Pascal Wehrlein und das Porsche-Team.
Frustriert: Pascal Wehrlein und das Porsche-Team. © IMAGO

Sie müssen sanieren, deshalb wollen sie unbedingt triumphieren. Für sich selbst, für die Belegschaft, für die Marke. Das Formel-E-Team von Porsche ist seit Jahren zuständig für gute Nachrichten, für Titel, für Siege und Erfolge. Der wankende Sportwagen-Gigant steckt gleichwohl in ganz schwierigen Zeiten.

Japan-Reise für Porsche unerfolgreich

Die Umsätze sind eingebrochen, es muss massiv gespart werden. Umso wichtiger wären Erfolge auf der Rennstrecke – als Signal nach innen und außen. Doch dieses Vorhaben wackelt gewaltig. Mit neun Punkten Vorsprung in der Formel-E-WM war Pascal Wehrlein in das Renn-Wochenende in Japans Hauptstadt Tokio gegangen.

Doch der Fernost-Trip verkam zum Viel-Frust-Trip. Wehrlein-Nullnummer am Samstag, bei Sieg von Dan Ticktum (Cupra Kiro). Wehrlein-Nullnummer am Sonntag, bei Sieg von Nyck De Vries (Mahindra). Damit ist der Porsche-Star auf Rang drei der WM-Wertung abgestürzt. Wehrlein (141 Punkte) hat vor den letzten beiden E-Prix der Saison, am 15. und 16. August in London, die Spitzenposition an Jake Dennis (Andretti/146 Zähler) verloren. Dahinter liegt Mitch Evans (Jaguar/144).

Porsche-Belegschaft wird am Montag Sanierungsplan vorgestellt 

Und in der Teamwertung ist Porsche mit 16 Zählern Rückstand auf Jaguar (241:257) auch nur Zweiter. Ganz schlechtes Timing. Denn am Montag steht im Stammwerk in Stuttgart eine Betriebsversammlung an. Da wird der Belegschaft ein Sanierungsplan vorgestellt, da wird die Mitarbeiterschaft erfahren, wie es weitergeht: welche Arbeitsplätze abgebaut werden sollen, wo gespart und wo noch investiert wird.

Porsche Zentrum Zuffenhausen am Porscheplatz.
Porsche Zentrum Zuffenhausen am Porscheplatz. © IMAGO

Die Formel-E-Mannschaft von Porsche wird nicht vor Ort sein. Das Team um Top-Star Pascal Wehrlein ist dann auf dem Rückweg von Tokio. Samstag war Wehrlein nach Kollision mit Jaguars Antonio da Costa punktlos geblieben. Sonntag lief auch nichts. Startplatz elf, am Ende Platz 15. Das Reifen- und Energiemanagement bei abtrocknender Strecke klappte nicht.

Modlinger: "Wir gewinnen und verlieren als Team"

"Wir gewinnen und verlieren als ein Team. Und wir halten auch in solchen Momenten zusammen", sagte hernach Porsches Formel-E-Boss Florian Modlinger und versprach volle Konzentration auf den Showdown in London: "Es ist immer noch alles möglich." In der Formel E zeigt Porsche seit Jahren Top-Leistungen. 2023 hatte das Kundenteam Andretti mit Jake Dennis den Fahrertitel geholt. 2024 wurde Wehrlein Weltmeister. Im Vorjahr triumphierten die Stuttgarter in der Hersteller- und Teamwertung.

Das spricht für Porsches E-Expertise. Dennoch wird das Unternehmen auch im Bereich E-Mobilität sparen. Daher geht es auch darum, durch Siege auf der Rennstrecke Porsches E-Kompetenz zu untermauern. Nach außen. Aber auch nach innen.

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