Ein Sieg, ein Ring, ein Jubiläum, ein goldiger Coach

Arthur Abraham verteidigt seinen WM-Titel gegen Martin Murray denkbar knapp. Trainer Ulli Wegner bestreitet seinen 100. WM-Kampf.  
| Matthias Kerber
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Arthur Abraham (l.) bei seiner Titelverteidigung gegen Martin Murray.
dpa Arthur Abraham (l.) bei seiner Titelverteidigung gegen Martin Murray.

Arthur Abraham verteidigt seinen WM-Titel gegen Martin Murray denkbar knapp. Trainer Ulli Wegner bestreitet seinen 100. WM-Kampf.

Hannover - Der wahre Star des Abends, er stand an diesem Boxabend in Hannover nicht im Ring, sondern er saß direkt am Seilgeviert, trommelte immer wieder mit der Hand auf den Ringboden und schrie zwölf Runden lang mit immer heiserer werdender Stimme seine Anweisungen hinein. Eine gewisse Verzweiflung war der 73 Jahre alten Boxtrainer-Legende schon anzuhören.

Schließlich ließ ihn sein Schützling, der Supermittelgewichts-Weltmeister Arthur Abraham, bei der Titelverteidigung gegen den Briten Martin Murray so richtig leiden. Erst in den Schlussrunden drehte King Arthur richtig auf und wurde am Ende in einem engen Kampf – nicht ganz unumstritten – mit einem Punktsieg (2:1 Stimmen für Abraham) belohnt. „Bei dem Fight wird Ulli wieder ein paar Jahre gealtert sein“, sagte Box-Experte Axel Schulz. Doch der Coach mit den kultigen Sprüchen („Arthur hat schon richtig hängende Schultern von all den Schulterklopfern“) konterte locker: „Das hat mich wieder einige Jahre gekostet. Aber es war ja nur mein 100. WM-Kampf, ich bin ja noch nicht 100 Jahre alt. Das macht er ja fast immer mit mir. Schon seit zwölf Jahren.“

So lange schon betreut Wegner den manchmal sehr undisziplinierten Abraham. Eigentlich hatte Wegner von Abraham einen „Liebesbeweis“ eingefordert, schließlich war es der 100. WM-Kampf, den Wegner als Coach betreute. Im Ring blieb der Liebesbeweis aus, dafür sparte Abraham danach nicht an Worten der Zuneigung. „Er ist mein Schatztrainer. Wie ein Ersatzvater. Sein Wort ist Gesetz. Eigentlich ist alles, was man ihm schenkt, viel zu wenig. Den Mann kann man nicht mit Gold aufwiegen.“

Kein Gold, aber eine feine Reise gab es von Boxstall Sauerland für Erfolgstrainer Wegner zum Jubiläum geschenkt. Ein Wochenendtrip nach Wahl mit Ehefrau Margret. „Vielleicht besuche ich ja Wilfried Sauerland bei ihm daheim in Südafrika“, flachste Wegner, der über den Kampf aber immer wieder betonte: „Das war sehr, sehr eng.“

Egal, wie eng – Abraham wurde vom Verband WBO für seine fünfte Titelverteidigung ein mit Rubinen besetzter goldenen Ring geschenkt. „Das ist was Besonderes“, meinte der Champion und drehte stolz die erhobene Hand mit abgespreizten Fingern.

Den könnte er ja eigentlich dem unbezahlbaren Ulli schenken.   

 

 

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