Wolf macht 500. DEL-Spiel - ein halber Tausendsassa

Der Kapitän des EHC Red Bull München bestreitet gegen Nürnberg sein 500. Spiel in der DEL. In der AZ blickt er auf seine Karriere zurück und spricht über seine Zukunftspläne.  
| Matthias Kerber
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Michael Wolf, der Kapitän des EHC Red Bull München.
Rauchensteiner/Augenklick Michael Wolf, der Kapitän des EHC Red Bull München.

Der Kapitän des EHC Red Bull München bestreitet gegen Nürnberg sein 500. Spiel in der DEL. In der AZ blickt er auf seine Karriere zurück und spricht über seine Zukunftspläne.

AZ: Herr Wolf, am Freitag ist es soweit, dann werden Sie beim Spiel gegen die Nürnberg Ice Tigers in den Klub der 500 aufgenommen. Ist dieses Jubiläumsspiel in der DEL ein besonderes für Sie?

MICHAEL WOLF: Nun, es ist nicht so, dass ich mitgezählt und jetzt einen persönlichen Countdown gemacht habe. Wenn man mich nicht drauf aufmerksam gemacht hätte, wäre es mir wohl vollkommen entgangen. Aber klar ist auch, dass es schon irgendwie ein Meilenstein für mich ist. Wenn man mit seiner Karriere anfängt, ist man ja schon unglaublich stolz, wenn man es auf überhaupt einen Einsatz in der DEL bringt, da kann man sich eine Zahl wie die 500 gar nicht vorstellen.

Der EHC Red Bull München lässt Sie sogar extra im Trikot mit der Nummer 500 auflaufen.

Damit es auch der Letzte mitkriegt (lacht). Das ist eine nette Geste.

Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes DEL-Spiel?

(lacht) Da haben Sie mich jetzt auf dem vollkommen falschen Fuß erwischt. Ich muss zugeben, ich kann es nicht. In meinem doch schon leicht fortgeschrittenen Eishackler-Alter...

Sie sind 33!

… vergisst man halt schon mal was. Aber ich erinnere mich immerhin noch an mein erstes Tor in der DEL.

Dann raus damit.

Es war gegen Ingolstadt, wir haben das Spiel 1:0 gewonnen und mir ist das Siegtor gelungen. Da ist man schon fast vor Stolz geplatzt.

Den Puck haben Sie sicher aufbewahrt.

Der müsste noch irgendwo rumliegen, ich bin zwar nicht so der Devotionalien-Sammler, aber den habe ich schon behalten. Aber bitte ersparen Sie mir die Frage, wo er ist, dann müsste ich wieder auf mein Alter verweisen, denn ich weiß es nicht. Wahrscheinlich in einer Kiste im Keller.

Ab wann war Ihnen klar, dass Sie das Zeug haben, sich in der DEL zu etablieren?

Das hat gedauert. Ich denke, das war erst so nach zwei Jahren in der DEL, dass mir das klar war. Ich bin da auch einer, der vielleicht eher mehr darüber nachdenkt als andere. Das erste Jahr lief gut und dann will man sich und den anderen beweisen, dass es nicht nur Zufall war, dass man es wirklich drauf hat. Das ist auch eine mental wirklich nicht ganz einfache Situation, man kriegt ja bei uns im Eishockey eher kurzfristige Verträge. Man hat also nie eine wirkliche Sicherheit für sich oder seine Familie. Und das Business ist schon etwas unberechenbar, man hat da schon am Anfang der Karriere immer einen gewissen nervlichen Ausnahmezustand.

Sie waren ja überhaupt eher ein Spätstarter.

Mein Vater hat mich mit etwa fünf zum Schlittschuhlaufen mitgenommen, aufs Eishockey bin ich dann selber gekommen. Ich glaube, die Eltern waren einfach schon froh, dass ich von der Straße weg war, aber Druck haben sie mir nie gemacht. Es war auch nicht so, dass ich so talentiert war, dass allen – inklusive mir – sofort klar war: Der wird Eishockeyspieler. Mein guter Freund, der Florian Jung, hat sich dann entschieden, den Schritt in die Zweite Liga zu wagen. Ich bin auf den Zug aufgesprungen.

Klingt so, als hätten Sie es allein nicht gewagt.

Ganz offen: Ich weiß es nicht. Und wir werden es alle nie wissen. So war es für mich leichter. Ob ich mich damals allein getraut hätte, alles auf die Karte Eishockey zu setzen, kann ich weder mit Ja noch mit Nein beantworten. Selbst, wenn ich ganz tief in mich reinschaue, habe ich darauf keine Antwort. Nicht für Sie, nicht für mich.

Sie sind wie gesagt 33, wie lange soll es noch weitergehen?

(lacht) Ich will nicht mit der 500 aufhören. Da sollen schon noch ein paar Spiele folgen, aber die 1000 werde ich sicher nicht knacken. Ich bin zwar noch kein Methusalem, aber zu den älteren Spielern gehöre ich halt einfach. Ich will sicher aufhören, bevor alle Leute einen mitleidig anschauen und sagen: Er war mal ein Guter, aber das ist lange her.

Es gibt also schon konkrete Vorstellungen über das Karriereende?

Nein, aber man redet sicher mit der Familie, tauscht sich aus. Aber es gibt nicht den Tag X oder das Jahr X. Das werde ich entscheiden, wenn es dann soweit ist.

Und dann? Werden Sie das Schuhgeschäft Ihrer Eltern in Füssen übernehmen? Sie haben da ja im Sommer regelmäßig ausgeholfen.

Es ist ja so, dass man im Eishockey nicht unbedingt so viel Geld verdient, dass man für den Rest des Lebens ausgesorgt hat, daher gehen meine Planungen genau in die Richtung, das Geschäft der Eltern einmal weiterzuführen.

Der Mann aus dem Klub der 500, der halbe Tausendsassa, dann als Schuhverkäufer?

So sieht es aus.

 

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