Sie nennen ihn Hammer

Stéphane Julien, der neue Kapitän des EHC, sieht sich vor dem Heimspiel gegen Krefeld schon als Vaterfigur im Münchner Team
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Hier spricht der Kapitän: Der Kanadier (36) wechselte zu dieser Saison von den Kölner Haien zum EHC.
Rauchensteiner/Augenklick Hier spricht der Kapitän: Der Kanadier (36) wechselte zu dieser Saison von den Kölner Haien zum EHC.

Stéphane Julien, der neue Kapitän des EHC, sieht sich vor dem Heimspiel gegen Krefeld schon als Vaterfigur im Münchner Team

MÜNCHEN Zum EHC zu gehen, das war vor allem auch eine Entscheidung für Aurelie (12) und Gabrielle (9). Stéphane Julien hatte auch Angebote anderer Vereine vorliegen, „aber in München können meine Töchter auf eine französische Schule gehen“.

Julien (36) plant langfristig, für die Rückkehr nach Kanada. Denn der erste DEL-Kapitän des EHC ist nicht nur der Chef auf dem Eis, sondern auch Chef eines Immobilienunternehmens nahe Montreal. „Meine Frau Isabelle (36) und drei weitere Personen arbeiten für mich, ich hänge viel am Telefon“, sagt Julien.

Allzu plötzlich wird sich der EHC-Kapitän, der seine Mannschaft auch am Freitagabend gegen Krefeld (19.30 Uhr, Olympia-Eishalle) anführen wird, allerdings nicht verabschieden. „Ein paar Jahre spiele ich sicher noch, ich würde auch gerne als Trainer arbeiten“, sagt Julien.

Nach sechs Spielzeiten bei den Kölner Haien ist er nun in München mit einer recht ungewohnten Situation konfrontiert. „In Köln kamen 15000 Zuschauer zum Eishockey“, erzählt Julien, „sogar wenn gleichzeitig ein Fußballspiel war.“ Beim EHC ist das anders, zum Saisonstart kamen etwas mehr als 3000. „Hier müssen wir erst etwas aufbauen.“

Hierbei gefällt sich Julien in der Rolle als Vaterfigur beim EHC: „Ich kann unseren jungen Spielern eine Menge beibringen.“ Zum Beispiel, dass sich Extraschichten nach dem Training auszahlen. Wenn manch anderer schon unter der Dusche steht, packt er seit jeher noch einmal den Eimer mit den Pucks aus – und hämmert einen Schlagschuss nach dem anderen aufs Tor. Das Resultat: Je 18 Tore in seinen beiden besten Spielzeiten in Köln zwischen 2004 und 2006, gehöriger Respekt in der Liga und ein prägnanter Spitzname. Julien: „Sie nennen mich den Hammer.“

Sechzehn Vereine zählt seine Vita bisher seit den kanadischen Juniorenligen. 1997/98, beim italienischen Erstligisten HC Varese, trainierte er schon einmal unter Pat Cortina. „Er war auch ein Grund, dass ich nach München gekommen bin“, sagt Julien, er schätzt Cortinas strukturiertes und diszipliniertes Eishockey. Ein wenig angespannt war er allerdings, vor seinem Engagement beim EHC. „Du fragst dich natürlich schon, ob dich deine neuen Mitspieler mögen und ob du reinpasst“, sagt Julien, „vor allem, weil viele aus der Aufstiegsmannschaft geblieben sind.“ Unbegründete Sorgen allerdings in diesem Fall: „Ich habe mich vom ersten Tag an zu Hause gefühlt. Überhaupt habe ich schon lange in keiner Mannschaft mehr gespielt, die so zusammenhält.“

Julien ist der erste Kapitän des EHC in der DEL, er hat das erste Tor in der Liga (am 3. September in Mannheim) erzielt und die erste Strafzeit (zwei Minuten wegen Haltens, ebenfalls in Mannheim) gegen den EHC erhalten. Gegen Krefeld wäre Gelegenheit für weitere Einträge ins Geschichtsbuch.

„Nein“, sagt Stéphane Julien, „jetzt sind auch mal die anderen dran.“

Julian Galinski

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