Seidenberg: "Ich will mit München Titel holen!"

Nach neun Jahren bei den Adler Mannheim hat Yannic Seidenberg mit dem EHC große Ziele. Doch erst mal fliegt er jetzt zum Stanley-Cup-Finale.
| Interview: Matthias Kerber
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Dennis Seidenberg (M.)  mit Bruder Yannic (r.), Frau Rebecca  und dem Stanley Cup, den er 2011 schon einmal mit Bostoon gewann. Jetzt steht er wieder im NHL-Finale.
imago Dennis Seidenberg (M.) mit Bruder Yannic (r.), Frau Rebecca und dem Stanley Cup, den er 2011 schon einmal mit Bostoon gewann. Jetzt steht er wieder im NHL-Finale.

Nach neun Jahren bei den Adler Mannheim hat Seidenberg mit dem EHC große Ziele. Doch erst mal fliegt er jetzt zum Stanley-Cup-Finale.

AZ: Herr Seidenberg, willkommen in München, willkommen beim EHC. Haben Sie sich hier schon eingelebt?

YANNIC SEIDENBERG: Ja, die Zeit des Kistenschleppens ist zum Glück vorbei, das Haus ist halbwegs eingerichtet. Wir haben uns schon ganz gut eingelebt. München ist eine wunderschöne Stadt.

Die ja auch bei Ihrer Entscheidung, die Mannheim Adler zu verlassen und beim EHC Red Bull München anzuheuern, eine Rolle gespielt hat.

Stimmt. Ich hätte ganz einfach in Mannheim verlängern können, aber nach neun Jahren dort hatte ich irgendwie das Gefühl, dass ich eine neue Herausforderung brauche. Als das Angebot vom EHC kam, als klar war, dass es diese einmalige Konstellation gibt, dass Red Bull in dieser tollen Stadt große Ambitionen hat, haben wir als Familie darüber diskutiert – und entschieden.

Wie ging das Votum des Familienrats aus?

Einstimmig. Wir sind ja zu viert – plus zwei Hunde.

Also 6:0!

(lacht) Genau! Die Hunde fühlen sich auch schon extrem wohl, München ist sehr grün.

Wie sehen Ihre Ziele aus?

Ich bin Eishockeyspieler mit Leib und Seele, ich will immer gewinnen. Ich mache auch keinen Hehl daraus, dass ich mit München Titel holen will. Lieber früher als später!

Sie waren einer der auffälligsten Spieler bei der Eishockey-WM, Bundestrainer Pat Cortina attestierte Ihnen, dass Sie „Mumm” hätten, EHC-Manager Christian Winkler nennt Sie „Kampfterrier”.

(lacht) Hört sich gut an, Sie können gerne weitermachen. Aber Spaß beiseite, ich bin mit meinen 1,72 Metern ein kleiner Spieler, da muss ich andere Dinge in die Waagschale werfen. Ich kämpfe immer bis zum Umfallen, das ist mein Spiel, das hat bei der WM ganz gut geklappt.

Waren Sie erstaunt, dass derart viele Spieler bei der WM nicht für Deutschland antreten wollten?

Lassen Sie es mich so ausdrücken: Ich denke, wenn wir nicht in der Olympia-Quali gescheitert wären, hätte es nicht so viele Absagen gegeben. Da haben sich vielleicht doch welche gesagt, die WM ist jetzt nicht mehr so wichtig. Das fand ich schade, weil es gerade in dieser Konstellation wichtig war, dass wir für das deutsche Eishockey eine gute Visitenkarte abgeben.

Die beste Visitenkarte gibt schon seit Jahren Ihr Bruder Dennis ab, der 2011 den Stanley Cup gewinnen konnte und jetzt wieder mit dem Boston Bruins im NHL-Finale steht...

Ich bin so ungemein stolz auf ihn und hoffe, sehr, dass er es wieder schafft. Ich fliege jetzt auch rüber zu ihm und werde ihn vor Ort unterstützen.

Das hat ja 2011 auch bestens geklappt...

Ein unvergessliches Ereignis! Zu sehen, wie seine Bruins gewinnen, ihn da unten zu sehen, wie er feiert, den Stanley-Cup, von dem jeder Eishockeyspieler träumt, hochzuheben, war magisch.

Und Sie mittendrin!

Ja, ich war mit auf dem Eis, habe mitgefeiert. Ich habe später den Cup selber hochhalten dürfen. Besser kann nur sein, ihn hochzuheben, wenn man ihn selber gewonnen hat!

Der Stanley-Cup-Ring für Ihren Bruder, ein anderer Ring gleich danach für Sie!

Stimmt. Ich habe gleich nachdem Dennis gewonnen hat, meine Freundin in Florida geheiratet. Es war ihr Traum am Strand zu heiraten, den habe ich ihr erfüllt. Eine tolle Zeit für die Seidenbergs, erst Stanley Cup, dann Hochzeit.

Sie fliegen jetzt ja nach Boston. Eine Stadt, die durch das Attentat beim Boston-Marathon erschüttert wurde.

Das war furchtbar. Wir wussten ja erst nicht, ob mein Bruder vielleicht in der Nähe war, weil der Marathon dort ein unglaubliches Stadtereignis ist. Zum Glück haben wir ihn bald am Telefon erwischt und er konnte uns beruhigen, dass ihm und der Familie nichts passiert ist. Aber es ist schrecklich, wenn Terroristen den Sport in Geiselhaft nehmen für ihre kranken Ziele. Ich habe gerade erst mit meinem Vater drüber gesprochen, er sagte, dass sein Hotel ganz in der Nähe von dem Ort sei, wo die Bomben explodiert sind. Da kam einiges wieder hoch.

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