Prominente Vorgänger: EHC-Finne Pokka will für eine Premiere in der Heimat sorgen
Zu einem richtigen finnischen Sommer gehört die Stille am See (unterbrochen nur vom Mückensummen). Dazu gehört auch das Juhannus-Fest an Mittsommer. Mustikkapiirakka (Blaubeerkuchen) darf auch nicht fehlen.
Und im nordfinnischen Oulu feiert die Eishockeyszene um Ville Pokka vom EHC Red Bull München alljährlich ihren Helden, der einen wichtigen Meisterschaftspokal in die Heimat bringt für einen Tag.
Pokka über Aho: "Seine Cup-Party war sehr cool"
"Das war jetzt der dritte Sommer in Folge, in dem der Stanley Cup in Oulu war", sagt Pokka der AZ. Der Stanley Cup, das ist die Trophäe aus der besten Eishockeyliga der Welt, der NHL. "Diesmal hatte Sebastian Aho den Pokal mitgebracht. Seine Cup-Party war sehr cool." Das Feiern gehört zu einem richtigen finnischen Sommer ebenso dazu.
Zumal die finnische Auswahl ja im Mai auch noch Weltmeister wurde und ihr Star, Jesse Puljujärvi, ebenso den Pokal mit nach Oulu brachte. Seine WM-Goldmedaille hatte er in einer Karaoke-Bar verloren, den Pokal dann aber nicht. Pokka feierte auch bei der WM-Pokal-Party kräftig mit.

Da wird es jetzt auch fast mal Zeit, dass der Pokal der Deutschen Eishockey Liga nach Oulu kommt. Was theoretisch möglich wäre, wie das DEL-Ligabüro auf Anfrage bestätigt. Was der Gewinnerklub mit dem Pokal macht, ist ihm grundsätzlich selbst überlassen, solange die Feiern in einem gesitteten Rahmen bleiben.
Pokka will den DEL-Pott in die Pokalstadt bringen
In der DEL-Ligageschichte (seit 1994/95) gewannen zwar ein, zwei Handvoll Finnen bereits die deutsche Meisterschaft – sie kamen aber aus Helsinki, Tampere, Kuopio und so weiter, nicht aber aus Oulu.
Das soll sich ändern. Ein DEL-Champion aus Oulu soll her: Pokka, der Mann aus der Pokalstadt (der unter anderem schon Olympiagold nach Oulu gebracht hat). "Das ist unser Ziel in dieser Saison", sagt der Münchner Verteidiger. "Wir haben ein gutes Team. Wir haben viele Jungs aus der letzten Saison dabei."

Derzeit läuft noch die Saisonvorbereitung. Am Wochenende tritt der EHC in Bozen zum Südtirol Summer Classic an. Am Samstag geht es gegen den Schweizer Erstligisten Lausanne HC (16 Uhr), am Sonntag geht es dann entweder gegen den HC Bozen oder die Bruleurs de Loups Grenoble (Frankreich). Uhrzeit und Gegner hängen vom Ausgang der Samstagsspiele ab. Es geht wieder los. Ab Mitte September beginnt dann die Jagd auf den DEL-Pokal.
Pokka endlich verletzungsfrei und ohne Teamwechsel
"Für mich war es dieser Sommer definitiv ein besonderer", blickt Pokka noch mal zurück. Und das nicht wegen der Cup-Partys. Er hatte in diesem Sommer nämlich Gewissheit, dass es für ihn nach München zurückgehen wird – in den Jahren davor hatte er stets den Verein gewechselt, in München hatte er vor einem Jahr erst direkt zu Saisonbeginn unterschrieben.
Er schildert: "Es ist jetzt mental einfacher. Du hast einen Job. Wenn du hier herkommst, ist es leichter." Gut für den Kopf auch, dass er die Saison zuletzt durchspielen konnte – das war nach einer schweren Achillessehnenverletzung im Jahr zuvor ungewiss. "Es war einfach spaßig, den ganzen Sommer zu trainieren ohne Verletzungen und gesund zu sein", sagt er.

Und der Sommer war für ihn auch aus anderem Grunde besonders: Pokka hat auch schon in diesem Sommer zu einer Feier eingeladen. Keine mit Pokal, aber eine mit Ring. Er gab seiner Inka das Ja-Wort. "Es war ein emotionaler Tag. Es war einer der wenigen Tage in Finnland, wo es gutes warmes Wetter gab. Wir hatten Glück", erzählt Pokka.
Die Hochzeit folgte keinen großen traditionellen Vorgaben. "Wir wollten eine entspannte Atmosphäre haben. Wir hatten eine gute Zeit mit Freunden und Familie. Das war das Wichtigste für uns an diesem Tag."
Feiern können sie, die Finnen.
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