Plötzlicher Tod: EHC München gewinnt erstes DEL-Finale gegen Wolfsburg

Der EHC München gewinnt Spiel 1 der Finalserie gegen Wolfsburg, Dehner trifft nach 72 Minuten in der Verlängerung. „Setzt der Saison die Krone auf“, fordern Stadionsprecher Schneider und die Fans.
| M. Kerber
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Die Spieler des EHC feiern den zwischenzeitlichen Treffer zum 1:0. Am Ende konnte wieder gefeiert werden, weil man den Final-Auftakt mit 2:1 für sich entschied.
Rauchensteiner / Augenklick Die Spieler des EHC feiern den zwischenzeitlichen Treffer zum 1:0. Am Ende konnte wieder gefeiert werden, weil man den Final-Auftakt mit 2:1 für sich entschied.

München - Der im Eishockey so gefürchtete Sudden death, der plötzliche Tod, betrat kurz vor 22.00 Uhr die Halle am Oberwiesenfeld und waltete am Freitagabend beim ersten Finalspiel zwischen den Hausherren EHC Red Bull München und den Gästen Grizzlys Wolfsburg seines Amtes. Zu seinem vollstreckenden Handlanger avancierte Jeremy Dehner, der den Puck in der 72. Minute zum 2:1-Sieg nach Verlängerung im Netz versenkte und so den Wolfsburgern den sportlichen Todesstoß versetzte. Der EHC Red Bull führt damit in der Best-of-Seven-Serie mit 1:0. Das zweite Kräftemessen steht nun am Sonntag (14.30 Uhr, ServusTV) in der Volkswagen-Stadt an.

Es war alles angerichtet. Ausverkaufte Halle, tolle Stimmung, endlich wieder Eishockey-Euphorie in München. „Setzt der Saison die Krone auf! Wir wollen den Pott!“, verkündete Stefan Schneider, die Stimme des Münchner Eishockeys vor der Partie, und vertrieb so gleich jede falsche, kapriziöse Bescheidenheit aus der ausverkauften Eishalle am Oberwiesenfeld.

Abeltshauser und die DEL-Finalserie: Der traurige Zuschauer

 

OB Dieter Reiter eröffnet DEL-Finale

 

Offiziell eröffnet wurde das Spektakel on Ice dann von Oberbürgermeister Dieter Reiter, der nahm den symbolischen Puckwurf vor. „Ich mag Eishockey sehr gerne, weil es so ein schöner, schneller Sport ist“, sagte Reiter, „wenn man Münchner ist, muss man hier sein.“

Endlich wieder Finale in München! Erstmals seit 2001, als die Barons sich den Mannheim Adlern hatten beugen müssen. Jérôme Samson versetzte in der 12. Minute die Eishalle am Oberwiesenfeld in eine Partymeile. Nachdem die Red Bulls die Grizzlys langsam und methodisch immer weiter eingekesselt hatten, vollstreckte der EHC-Stürmer. Die 1:0-Führung. Damit ging es in die erste Pause. „Wir wissen, wie gefährlich die Wolfsburger sind, aber wir schauen auf unser Spiel“, analysierte Nationalverteidiger Florian Kettemer. „Es war anfangs Eisschach, aber München hat mehr vom Spiel“, sagte Ex-Nationalspieler Rick Goldmann, der als Experte für ServusTV agiert.

 

Extraportion Eishockey zum Final-Auftakt

 

Zweiter Durchgang, gleiches Bild. München überlegt und überlegen. Die Angriffswellen rollten und rollten. Aber Zählbares vorerst Fehlanzeige. Die größte Chance aber auf Wolfsburger Seite, eine Minute vor dem Drittelende umkurvte Christoph Höhenleitner EHC-Keeper David Leggio, brachte den Puck aber nicht rein. „Wir haben besser gespielt als im ersten Drittel“, sagte Wolfsburgs Sebastian Furchner.

Gesagt, getan – getroffen. André Reiß mit einem verdeckten Schuss in der 47. Minute zum 1:1. „Das gibt uns Selbstvertrauen“, sagte der Torschütze. Recht hatte er. Zwei Minuten vor Schluss, Doppel-Dusel für den EHC, der Schuss von Gerrit Fauser knallte an den Pfosten, schlitterte über die gesamte Linie, sprang an den anderen Pfosten – und von dort raus. Kein Tor!

Wer 15 Jahre auf ein Finale warten muss, dem sind 60 Minuten offensichtlich nicht genug, der will gleich im ersten Durchgang eine Extraportion Endspiel. Die Verlängerung musste her. Und so war es in den Händen des Sudden death, des plötzlichen Todes. Nach knapp 12 Minuten war es Dehner, der den Todesstoß versetzte.

 

Stimmen zu Spiel 1 der Final-Serie

 

Don Jackson (Trainer EHC): "Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass sie einen Weg gefunden hat, das Spiel noch zu gewinnen. Wir haben viele Fehler gemacht, Fehler an denen wir die gesamte Saison gearbeitet haben sie zu vermeiden. Wir müssen wirklich 60 Minuten Eishockey spielen, aber letztendlich war der Sieg verdient."

Pavel Gross (Trainer Wolfsburg): "Ich gratuliere Donnie und seinem Team zum ersten Sieg. Es war hart umkämpft. Jetzt geht's am Sonntag weiter. Danke."

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren