Pleite gegen Nürnberg: Showdown am Oberwiesenfeld

Der EHC Red Bull verliert mit 4:5 gegen Nürnberg – und lässt damit in einem hochemotionalen und explosiven Spiel wichtige Punkte für die Playoffs liegen. Die Teams lieferten sich mehrere Keilereien.
| Matthias Kerber
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Massenkeilerei hinter dem EHC-Tor: Nicht die einzige im Spiel gegen Nürnberg.
Nordphoto Massenkeilerei hinter dem EHC-Tor: Nicht die einzige im Spiel gegen Nürnberg.

Der EHC Red Bull verliert mit 4:5 gegen Nürnberg – und lässt damit in einem hochemotionalen und explosiven Spiel wichtige Punkte für die Playoffs liegen. Die Teams lieferten sich mehrere Keilereien

MÜNCHEN Schlägereien, Wutausbrüche, Höllenstimmung, viele Tore, üble Fouls, katastrophale Fehler – und gefeierte Verlierer. Das tierische Aufeinandertreffen am Oberwiesenfeld zwischen den Roten Bullen aus München und den Eistigern aus Nürnberg hatte wirklich alles, was das Eishockey-Herz begehrt.


So sieht es eben aus, wenn es vier Spieltage vor Ende der regulären Saison um die letzten Playoffplätze geht und sich der Achte und der Neunte gegenüberstehen. Doch die größeren High-Noon-Künstler hatten in diesem Showdown die Nürnberger in ihren Reihen, sie siegten glücklich mit 5:4. „Das war ein extrem, extrem intensives Spiel", sagte EHC-Coach Pat Cortina.


Von der ersten Sekunde an ging es hoch her. In der 8. Minute traf Eric Chouinard zum 1:0 für Nürnberg, er entpuppte sich als Scharfschütze – 2:0 ( 16.). James Pollock erhöhte vor 4025 Zuschauern auf 3:0. Doch in der 29. Minute schlug der EHC zurück, Jason Ulmer drückte nach einem kapitalen Fehler von Keeper Tyler Weiman den Puck über die Linie. Der EHC drehte auf – und die Nerven brannten durch. Nachdem Brent Aubin von Chouinard Kopf voraus in die Bande gecheckt wurde, knüppelten die beiden aufeinander ein. Die Streithähne mussten für je vier Minuten vom Eis. Das wiederum brachte EHC-Coach Pat Cortina in Rage. Er tobte, er schlug auf die Bande ein, er brüllte den Schiedsrichter an. Cortina wollte den Bandencheck des Nürnbergers extra bestraft sehen: Die Wiederauferstehung des Dolomiten-Vulkans.


Nach 70 Sekunden des Schlussdrittels das 1:4. Und nach einer Attacke auf Keeper Reimer verübte EHC-Verteidiger David Cespiva das Faustrecht an Übeltäter Casey Borer. Während die sich prügelten, traf Steven Reinprecht. Es folgte eine zünftige Massenschlägerei und ein lautstarker Ausraster von Manager Christian Winkler an der Bande.


1:4 – die Entscheidung? Von wegen! Nach einem Check gegen den Kopf musste Borer fünf Minuten (plus Matchstrafe) vom Eis, der EHC schlug zurück. Erst traf Mike Kompon zum 2:4 (44.), 19 Sekunden später verwandelte Uli Maurer vor 4025 Zuschauern zum 3:4. Der Dämpfer folgte in der 50. Minute - erneut durch Reinprecht (5:3).


Das 5:4 nur 21 Sekunden vor Ende der Partie durch Brent Aubin kam zu spät, doch nach der Schlusssirene ging es noch weiter. Natürlich – mit einer Massenkeilerei! „Das war zu wenig – und zu spät”, sagte Cortina. „Wir haben ihnen am Anfang drei Tore geschenkt, das darf nicht passieren.”


Nun hat der EHC noch drei Spiele, um die Playoffteilnahme zu sichern. Am Sonntag (14.30 Uhr) geht’s nach Mannheim ran, dann gegen Berlin und Hamburg.


„Das war mehr als nur Playoff-Eishockey”, sagte Winkler. „Jetzt müssen wir die Playoffs in den letzten drei Spielen hinkriegen. Wir haben einen Traum und wir werden alles geben, damit der in Erfüllung geht.”

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