Maximilian Kastner: Wir machen das klar – auch für Abeltshauser

Der EHC muss in Spiel vier der Viertelfinalserie bei den Berlinern ran. Hier spricht Maximilian Kastner über die Wut nach der Heimpleite, den verletzten Teamkollegen und eine ziemlich haarige Wette.
| Interview: Matthias Kerber
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Maximilian Kastner.
Rauchensteiner/Augenklick Maximilian Kastner.

München - Der 26-Jährige spielt seit 2015 beim EHC Red Bull München. Am Freitag (19.30 Uhr) tritt der Meister in Spiel sechs der Viertelfinalserie (3:2) bei den Eisbären Berlin an.

AZ: Herr Kastner, am Sonntag hat der EHC Red Bull München seinen ersten Matchpuck im Viertelfinale gegen die Eisbären Berlin fast kläglich vergeben. Wie war nach dem 0:3 die Stimmung in der Kabine?
MAXIMILIAN KASTNER: Jeder war extrem sauer auf sich selbst, jeder war extrem unzufrieden, weil wirklich keiner seine Leistung gebracht hat. Dementsprechend war natürlich die Stimmung. Wir hatten uns alle so fest vorgenommen, die Berliner in den Sommerurlaub zu schicken – und dann spielen wir so! Berlin ist einfach besser aus der Kabine gekommen, die hatten mehr Schaum vor dem Mund, wollten es einfach mehr als wir. Sie haben zu recht gewonnen.

Das war eine Nicht-Leistung der Red Bulls, wie man sie schon lange nicht gesehen hat.
enn man ehrlich ist, muss man sagen, dass sie uns fast die ganzen 60 Minuten dominiert haben. Aber wir haben uns danach in der Umkleide gesagt, die Berliner haben wahrscheinlich die beste Leistung der gesamten Saison gezeigt – und wir eine der schlechtesten. Das wird in dieser Art aber nicht nochmal passieren.

Gibt es eine Erklärung dafür?
Es ist wirklich so, dass es am schwersten ist, diesen vierten Sieg zu holen, der eine Serie beendet. Das ist nicht nur eine Floskel. Selber will man auf keinen Fall einen Fehler machen, damit der Gegner kein einfaches Tor schießt. Wenn man das im Hinterkopf hat, machst du die Fehler sicher irgendwann. Der Gegner wiederum hat nichts mehr zu verlieren, bei dem geht es um alles, die können alles in die Waagschale werfen. Wir waren dann auch einfach nicht so präsent. Das war sehr ärgerlich, denn am Freitag beim Sieg in Berlin haben wir ein wirklich sehr, sehr gutes Spiel gemacht, waren dominant. Da müssen wir wieder hin, da werden wir wieder hin.

Maximilian Kastner: "Wir wollen den Sieg - auch für ihn."

Wie verkraftet die Mannschaft den Ausfall von Nationalverteidiger Konrad Abeltshauser, der sich am Sonntag eine schwere Knieverletzung zugezogen hat?
Seine Saison ist bereits beendet. Das nagt schon an der Mannschaft. Es ist immer hart, wenn man sehen muss, wie ein Freund, ein Kollege sich vor Schmerzen auf dem Eis windet. Ich habe den Zweikampf, der zur Verletzung geführt hat, selber nicht gesehen, aber es war sofort klar, dass sich der Koni da sehr schwer verletzt hat. Der Verlust ist hart, denn er war sicher einer unserer besten Spieler hier in den Playoffs. Jetzt fahren wir da hin, nach Berlin, und wollen den Sieg, wollen das Ding beenden – auch für ihn. Denn das ist sicher das allerbeste Trostpflaster für ihn, wenn wir ins Halbfinale einziehen. Wir haben ja noch einiges vor.

Sie selbst sind ja erst jetzt in den Playoffs nach einer langen Verletzungspause in die Mannschaft zurückgekehrt. Wie schwer ist es, da gleich wieder Anschluss zu finden?
Natürlich freut man sich da schon lange drauf, fiebert dem entgegen, aber es ist natürlich auch so, dass man schon darüber nachdenkt, ob man gleich wieder an die Leistung von vor der Verletzung anknüpfen kann. Ich habe ja eine für mich sensationelle Saison gehabt, ehe die Verletzung passiert ist. Aber ich war dann eigentlich sofort wieder drin und habe in Berlin auch wieder gut gespielt. Ich bin auch einer, der immer hundert Prozent gibt, der dahin geht, wo es wehtut, der keine Rücksicht auf sich nimmt. Das war alles wieder da, es passt.

Sie sprachen Ihre Saison an, lange Zeit waren Sie der beste Torschütze beim EHC.
Ja, ich habe da sicher von den vielen Verletzten profitiert, die wir zwischenzeitlich hatten, da konnte ich in die Bresche springen. Dass es so gut klappt, war klasse und zeigt, dass sich die harte Arbeit auszahlt. Ich habe ja noch Ziele.

"Ich habe die WM noch nicht ganz abgehakt"

Den vierten Titel mit dem EHC in Serie.
Stimmt! (lacht)

Aber sicher auch in der Nationalmannschaft.
Ich habe für mich die WM noch nicht ganz abgehakt. Ich hatte ja Angst, dass ich mich dem neuen Bundestrainer Toni Söderholm aufgrund der Verletzung nicht mehr so richtig zeigen könnte und er mich ganz streicht, aber jetzt habe ich eigentlich genug Zeit und Chancen, mich ihm zu präsentieren.

Warum Kastner zur Zeit so lange Haare hat

Sie sind auch optisch auf dem Eis sehr auffällig, die Haare werden immer länger.
Ich verliere eben nie gern (lacht).

Das müssen Sie erklären!
Ich bin eigentlich ein bisserl eitel und mein bester Freund hat dann gesagt, du traust dich nie, die Haare richtig lang wachsen zu lassen. Ich habe dann gesagt, dass mache ich schon, wenn du es auch machst. Und jetzt lassen wir wachsen. Die Wette verliere ich nicht. Ich habe jetzt sogar schon ein paar Komplimente gekriegt. Bei uns in der Mannschaft haben alle kurze Haare...

...oder gar keine.
(lacht) So schaut’s aus.

Hier mehr lesen: EHC München: Das sind die besten Schützen

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