"Können sehr gut darauf aufbauen" – aber was wird beim EHC aus Hager und Abeltshauser?

Nach dem bitteren Aus im Halbfinale brauchten die Profis des EHC Red Bull München erstmal ein bisschen Abstand, um die Enttäuschung des 1:4 nach Siegen gegen die Adler Mannheim zu verarbeiten, die Köpfe freizubekommen für neue Aufgaben. In dieser Woche stehen am Oberwiesenfeld nun die Gespräche mit den Spielern an, werden Planungen fortgeführt und intensiviert – und es wird reflektiert.
Am Samstag kommen dann Mannschaft, Trainer- und Betreuerteam sowie Fans zusammen, um diese EHC-Saison 2025/26 bei kühlen Getränken und einem bunten Programm gesellig abzuschließen.
EHC-Trainer David: "Eine Menge Schritte in die richtige Richtung"
"Wir werden neu anfangen, so wie die Blumen im Frühling wieder blühen. Wir sähen neue Samen aus, wir machen weiter, hegen und pflegen sie, wachsen weiter. Es gibt keinen Grund, sich zu fühlen, ob jemand den anderen im Stich gelassen hat", sagte Cheftrainer Oliver David nach seiner ersten Spielzeit, die mit Hauptrundenrang vier und – je nach Sichtweise – dem Scheitern in der oder dem Erreichen der Vorschlussrunde in den Annalen eingeht. Und die nach zwei dürftigen Jahren unter den Erwartungen als deutlicher Fortschritt hängenbleiben wird.
Gab es vor einem Jahr einen XXL-Umbruch in der und um die Mannschaft, werden die Korrekturen diesmal nicht grobem Werkzeug, sondern eher filigran durchgeführt. Die Veränderungen im Team dürften sich in etwa bei einem halben Dutzend einpendeln – unvorhergesehene Entwicklungen beiseitegelassen. Man habe "eine Menge Schritte in die richtige Richtung" getan, befand David: "Es war eine wunderbare Saison. Einige Spieler hatten ihren Durchbruch, einige haben die Möglichkeiten genutzt, die sich geboten haben."
"Können sehr gut darauf aufbauen", sagt Hager – bleibt der Kapitän?
Der Coach erhielt da auch Zustimmung vom Kapitän, der nun wahrlich schon viele Spieler in die EHC-Kabine kommen und wieder aus ihr gehen sah. "Wir haben", sagte Patrick Hager bei Magentasport, "einen super Turnaround geschafft im Vergleich zu beiden Vorjahren, darauf können wir aufbauen. Das ist kein Schönreden, die Qualität war dieses Jahr groß genug, um auch zu gewinnen. Ich glaube aber, wenn wir den Kern der Mannschaft behalten können, dann können wir sehr gut darauf aufbauen."

Was ihn selbst einschließt. Der 37-Jährige hat bisher aber noch nicht erkennen lassen, ob er ein weiteres DEL-Jahr dranhängt. "Wir brauchen jetzt nicht über die Zukunft reden, jetzt lassen wir mal die erste Woche vorbeigehen und schauen, wie die Gespräche laufen und was die Pläne sind", entgegnete Hager nur. Gleichwohl schien das Abschiedsgefühl im Frühjahr 2025 stärker, denn mit 15 Toren und 36 Scorerpunkten in 62 Spielen hat der Routinier noch mal zugelegt und eine DEL-Saison auf konstant hohem Niveau gespielt. Sein Wert als Führungsspieler ist ohnehin unbestritten.
Zukunft von EHC-Legende Abeltshauser offen – Heigl und Wolf gehen
Offen ist nach AZ-Infos und seiner zehnten Saison beim Eishockeyclub die Lage bei Konrad Abeltshauser. Der 33-Jährige ist einer der oberbayerischen Identifikationsfiguren beim viermaligen DEL-Meister, doch es muss sich erst zeigen, ob die gemeinsamen Vorstellungen deckungsgleich sind. Was die AZ außerdem weiß, ist, dass Nikolaus Heigl seinem Bruder Thomas nach Nürnberg und Goalie Simon Wolf in Schwenningen weiter an seiner Torhüter-Karriere feilt. Dazu kommt das kolportierte NHL-Interesse der Edmonton Oilers an Veit Oswald und der mutmaßliche Abschied des jungen Letten Alberts Smits in Richtung Nordamerika.

Als feststehende Neuzugänge sind der AZ aus dem Transferraunen bereits der Österreicher Lucas Thaler (Salzburg) und Elis Hede (Straubing/erhielt einen Dreijahresvertrag) zu Ohren gekommen, bestätigt hat der EHC noch keinen der beiden. Damit dürfte aber bis zum Samstag zu rechnen sein – ebenso wie mit einem generellen Status zu den Personalplanungen, die von EHC-Boss Christian Winkler und seiner rechten Hand Neville Rautert unter der gewohnten Titelmaßgabe vorangetrieben werden. "Der Anspruch", sagte Hager noch, "ist jedes Jahr zu gewinnen, das ist auch richtig so."