"Im Scherz": EHC-Star Kastner stellt dem Bundestrainer kuriose Kader-Frage
Am Ende durfte sich Maximilian Kastner nochmal richtig feiern lassen. Als bester Spieler des WM-Tests gegen Österreich empfing er zunächst die Ovationen des Heimpublikums. Dann ließ der werdenfels-lastige deutsche Fanblock ihn und auch den zweiten gebürtigen Garmischer Marcus Weber im altehrwürdigen Olympia-Eiszentrum gebührend hochleben.
Dieses Stückchen Heimatromantik tat dem Allrounder des EHC Red Bull München sichtlich gut. "Besser hätte es nicht laufen können", sagte Kastner nach dem 5:2 in seinem Heim-Länderspiel: "Es sind 20 schöne Jahre gewesen, die ich hier verbracht habe. Ich habe hier das Eishockeyspielen gelernt und mich weiterentwickelt. Es war ein Tag zum Genießen."
DEB-Team jetzt mit vier Siegen in Folge vor der WM
Vor etlichen Bekannten, Freunden, der Familie und seinem Sohn ("Sie saßen auch alle recht nah beisammen") war es zugleich eine willkommene Anschubhilfe für den Endspurt in der Vorbereitung auf das WM-Turnier in der Schweiz (ab 15. Mai).

Die deutsche Nationalmannschaft baute ihre Test-Siegesserie auf vier Partien aus, zeigte nicht nur bei den Toren von Kastner (8.), Alexander Blank (13.), Dominik Kahun (40.), Daniel Fischbuch (56.) sowie Tim Brunnhuber (60.) offensive Qualität und fing sich auch nach einer Schwächephase im dritten Drittel gegen Ende wieder.
Kastners WM-Plan: "Mit Kampf, Leidenschaft, Stärke und Zusammenhalt spielen"
"Wir wollen wieder dahin, dass wir einfach mit Kampf, Leidenschaft, Stärke und Zusammenhalt spielen", sagte Kastner mit Blick auf die WM und auf die Debatte rund um den unzureichenden Olympia-Auftritt in Mailand angesprochen. In der dritten Woche der WM-Vorbereitung, vor der die DEB-Auswahl deutlich verändert worden war, galt auch dem Aufbau eines Teamgefühls einige Aufmerksamkeit.
"Wir versuchen, die Arbeit mit dem Spaß zu verbinden – auf dem Eis und auch mit kleinen Aktivitäten abseits vom Eis", erzählte Kastner und nannte ein paar launige Wettbewerbe im Training, gemeinsame Saunagänge oder kurze Abstecher in die Stadt als Beispiele: "Das sind alles Kleinigkeiten, wo du die anderen besser kennenlernen kannst."
Kastner ist die Allzweckwaffe beim EHC – und auch beim DEB
Man darf ohnehin davon ausgehen, dass Kastner nicht nur als Routinier und Teamplayer mit jeder Menge internationaler Erfahrung in der Schweiz dabei sein dürfte, sondern aufgrund seiner Vielseitigkeit und auch seiner steten Bereitschaft, für das DEB-Team aufzulaufen. Zumal er sich vor Olympia ebenso selbstlos in den Dienst gestellt und am Trainingscamp in Bozen teilgenommen hatte, im Wissen um seine quasi nicht vorhandene Mailand-Chance.

Die Kastnersche Vielseitigkeit war in dieser Saison auch dem Eishockeyclub von großem Nutzen, als er aufgrund so manchen Personalproblems auch als Verteidiger aushalf – und das so gut, dass beim EHC Gedankenspiele laufen, daraus eine Dauerlösung zu machen. Ob er sich damit anfreunden könnte?
Plötzlich Verteidiger? Kastner kann "so ziemlich alle Positionen spielen"
"Wenn es so kommt, dann wahrscheinlich. Ich würde lügen, wenn ich sage, es hat mir keinen Spaß gemacht", so Kastner, der es als "eine gute Qualität von mir" bezeichnete, "dass ich so ziemlich alle Positionen spielen kann. Torwart habe ich bis jetzt noch nicht probiert."
Soweit dürfte aber weder die Fantasie von Bundestrainer Harold Kreis noch die von EHC-Coach Oliver David reichen. Und in der DEB-Auswahl wird Kastner erstmal in seiner angestammten Rolle als Stürmer für alle Lebens- und Spiellagen gebraucht. Allerdings, verriet der Münchner, habe er Kreis durchaus am Telefon gefragt, ob er denn nun als Stürmer oder Verteidiger eingeplant sei.
"Im Scherz", meinte Kastner lächelnd zwar. Aber man kann ja nie wissen.
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