Fan-Wut beim EHC: „Schnauze voll“

Nach dem 0:2 des EHC Red Bull München gegen die Iserlohn Roosters richtet sich der Zorn der Anhänger auch gegen den Trainer Pierre Pagé. Es gab Sprechchöre gegen ihn.
| Matthias Kerber
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Der pure Frust: Der EHC Red Bull München um Felix Petermann (l.) verlor daheim gegen Iserlohn.
Rauchensteiner/AK Der pure Frust: Der EHC Red Bull München um Felix Petermann (l.) verlor daheim gegen Iserlohn.

München - Von wegen „Happy Birthday“! Der Jubilar EHC Red Bull München, dessen Vorgängerverein HC München 98, aus dem der EHC dann hervorging, am 19. Januar 1998 das Licht der Eishockeywelt erblickt hatte, bekam an seinem 16. Geburtstag die geballte Fanwut zu hören. Nach der 0:2-Niederlage gegen die Iserlohn Roosters, der vierten Pleite im sechsten Heimspiel, gab es als Quittung für die teils desolate Vorstellung der Milllionentruppe um Ausnahmekeeper Jochen Reimer ein gellendes Pfeifkonzert der 3371 Zuschauer. In den letzten Minuten hatte es bereits „Wir haben die Schnauze voll“-Sprechchöre gegeben.

„Ich kann die Pfiffe vollauf verstehen“, sagte EHC-Urgestein Uli Maurer, der an diesem 19. Januar ebenfalls einen unhappy Geburtstag feierte (er wurde 29), „die Leute geben ihr hartverdientes Geld aus. Wenn sie dann so was zu sehen bekommen, haben sie jedes Recht zu pfeifen."

An diesem 40. DEL-Spieltag waren auch erstmals „Pagé raus!“-Rufe in Richtung Trainer Pierre Pagé zu hören. Er, der sich vorgenommen hatte, „öfter happy“ zu sein, der sogar auf seinen Spickzettel bei der Pressekonferenz in großen Lettern das Wort „happy“ gekritzelt hatte, war alles: nur nicht happy. „Ich versuche schon die ganze Saison, Konstanz in diese Mannschaft zu bringen. Das ist er einmal gelungen, im Dezember als wir einen Lauf hatten“, sagte der 65-Jährige. Sein Kritik trug er am Sonntag eher verblümt vor. Er lobte den Gegner. „Iserlohn ist heiß, ist hungrig, sie arbeiten hart.“

Pagé sagte damit, im Umkehrschluss, was den Red Bulls alles abgeht. Einsatz, Feuer, Leidenschaft. „Ich habe vor langer Zeit gelernt, dass es für die meisten Menschen nicht normal ist, hart zu arbeiten“, sagte Pagé: „Wir müssen uns ändern. Wie das aussehen soll? Da nimmt Maurer kein Blatt vor den Mund: „Talent hin und her, Kampf gehört zum Eishockey auch dazu. Wir müssen auch mal wieder hässlich spielen. Das hat man im Eishockey schon immer gemacht, um erfolgreich zu sein“, sagte der Garmischer.

Der EHC hat nun bereits fünf Punkte Rückstand auf den Sechsten Mannheim. Nur ein Platz unter den Top-Six garantiert die direkte Playoffteilnahme. „Das sind jetzt die Hundstage für uns“, sagte Pagé. Ob da Raum für Happiness bleibt?

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