EHC Red Bull München: Das Erfolgsgeheimnis von Don Jackson

Don Jackson vom EHC Red Bull München ist der erfolgreichste Trainer der DEL-Historie, nun steht er mit dem EHC im Halbfinale gegen Mannheim. Sein Erfolgsgeheimnis ist seine Unscheinbarkeit.
| Matthias Kerber
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Steht trotz sieben deutscher Meistertitel nicht gerne im Rampenlicht: EHC-Erfolgstrainer Don Jackson.
gepa/pictures/ho Steht trotz sieben deutscher Meistertitel nicht gerne im Rampenlicht: EHC-Erfolgstrainer Don Jackson.

München - Sein Name hat eine fast mythische Aura um sich, er ist Synonym für Erfolg im deutschen Eishockey. Die Rede ist von Don Jackson. Trainer des EHC Red Bull München. Zweimaliger Gewinner des Stanley Cups, als er an der Seite von Eishockey-Legenden wie Mark Messier und Wayne Gretzky, dem Besten aller Zeiten, mit den Edmonton Oilers Meister in der NHL wurde.

Jackson ist der erfolgreichste Coach der DEL-Historie, sieben Mal hat er seinem Ruf als Meistermacher, wie ihn EHC-Manager Christian Winkler gerne nennt, alle Ehre gemacht. Fünf Mal hat er die Eisbären Berlin auf den Eishockey-Thron geführt, in den vergangenen beiden Spielzeiten den EHC, der sich nun auf seiner Mission Titel-Triple befindet.

Gegen die Adler Mannheim geht es in der Runde der letzten Vier ab Donnerstag (19.30 Uhr, Sport1) in der Best-of-seven-Serie um den Finaleinzug. "Mannheim ist ein Team, das heißgelaufen ist", sagt der 61-Jährige, "wir werden unser Bestes geben müssen, um weiterzukommen."

Don Jackson: Eine unscheinbare Person

Jackson liebt solche Sätze. Die nicht viel preisgeben, die sein Innenleben nie offenbaren. Wer dem Don des EHC begegnet, ist auf der stetigen Suche nach der Magie. Denn der Amerikaner ist - trotz seiner 1,91 Meter Körpergröße - eine unscheinbare Person. Jackson redet leise, er stottert, er verliert den Faden. Er flüchtet sich in Floskeln. Sein Händedruck ist sanft. Die Augen gutmütig. Er wirkt wie der Opa, den sich jedes Kind wünscht.

Er hat kein Ego, das Platz einfordert, sondern die Aura eines Mannes, der völlig in sich ruht, der sich selbst genügt. Deutsch bereitet ihm auch nach 13 Jahren in Deutschland große Probleme. Die Sätze, die er nach den Spielen bei der Pressekonferenz auf Deutsch vorträgt, liest er von einem Zettel ab, den ihm Winkler diktiert hat. Er bewegt sich tapsig, wirkt unbeholfen, manchmal verloren.

Doch Jackson ist ein Mann, dessen Äußeres, dessen Auftreten täuscht. Zwar ist er ein sanfter Bär, dem das Schicksal seiner Spieler tief am Herzen liegt, der auch mal eine Träne verdrückt, wenn Stürmer Brooks Macek zur Beerdigung seiner Oma nach Kanada fliegen muss. Aber so stoisch, fast teilnahmslos er meist an der Bande agiert: Jackson kann sehr laut in der Kabine werden. "Er wird nicht oft laut, aber wenn, weiß jeder, dass wir es verdient haben, dass dieser Ausbruch ein Warnschuss war, weil wir auf dem ganz falschen Weg sind", sagte Konrad Abeltshauser.

Don Jackson hasst das Rampenlicht

Jackson hasst es, wenn er im Rampenlicht steht. Er tut alles, um von sich und seiner Person abzulenken. Auf die Frage, was er seinem Team nach zwei grottenschlechten Dritteln im Spiel drei der Viertelfinal-Serie gegen Bremerhaven gesagt hatte, damit der EHC dermaßen heiß lief, dass er einen 0:2-Rückstand drehte und 5:2 siegte, meinte er: "Die Ansprache habe ich Matt überlassen. Sie müssen ihn fragen."

Matt, das ist Co-Trainer Matt McIlvane. Er macht viele Videoanalysen für Jackson, ihn lässt er in der Kabine oft das Wort führen. Jackson ist der Schattenmann, der weiß, wie man Menschen an seiner Seite wachsen lässt, damit am Ende alle besser sind. "Don findet immer die richtige Antwort auf jede Spielsituation. Er ist ein Taktikfuchs", sagte Kapitän Michael Wolf, "was sein Geheimnis ist? Ich glaube, das ist wirklich sein Geheimnis."

Doch sein Geheimnis, seine Magie ist eben genau seine Unscheinbarkeit, dass sein Schatten niemandem das Rampenlicht nimmt, dass er den Spielern, Trainern den Freiraum gibt, neben ihm zu strahlen, zu erstrahlen. Don - das ist eine höfliche Anrede, die großen Respekt gegenüber dem Herrn des Hauses zum Ausdruck bringt. Jackson, er ist der Don des EHC, keine Frage.

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