EHC: Das erste Opfer - Gröbner muss gehen

Finanz-Geschäftsführer Gröbner scheidet bereits zum 1. Mai aus seinem Amt aus. Der 40-Jährige war bei den Verhandlungen über den Anteilsverkauf an Red Bull zwischen die Fronten geraten.
| Matthias Kerber
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Aus 3 mach 1: Aus der bisherigen EHC-Führungsriege Claus Gröbner, Pat Cortina, Christian Winkler (v.l.) bleibt nur Winkler beim EHC Red Bull München erhalten.
Rauchensteiner/AK Aus 3 mach 1: Aus der bisherigen EHC-Führungsriege Claus Gröbner, Pat Cortina, Christian Winkler (v.l.) bleibt nur Winkler beim EHC Red Bull München erhalten.

Finanz-Geschäftsführer Gröbner scheidet bereits zum 1. Mai aus seinem Amt aus. Der 40-Jährige war bei den Verhandlungen über den Anteilsverkauf an Red Bull zwischen die Fronten geraten

MÜNCHEN Der große Verlierer der endgültigen Übernahme des EHC München durch den bisherigen Haupt- und Namenssponsor Red Bull zum 1.Mai steht fest. Wie die AZ erfuhr, muss Finanz-Geschäftsführer Claus Gröbner, seinen Posten räumen. „Claus Gröbner wird zum 1.Mai aus der Geschäftsführung ausscheiden”, bestätigte der Verein auf AZ-Nachfrage. Die anderen Mitarbeiter der Geschäftstelle werden hingegen übernommen. Dass Manager Christian Winkler und Stadionsprecher Stefan Schneider weiter an Bord bleiben, hatte die AZ exklusiv vermeldet, Gröbner selbst wollte keine Stellungnahme abgeben.

Nach bei der offiziellen Saisonabschlussfeier des EHC Mitte März, bei der Trainer Pat Cortina tränenreich verabschiedet wurde, hatte Gröbner gesagt: „Wir sind in dieser Saison einen weiten Weg gegangen. Wir sind von einem reinen Sportverein zu einem Wirtschaftsunternehmen gewachsen, das im Sportbereich tätig ist. Die Übernahme durch Red Bull ist das Beste, was dem Münchner Eishockey passieren konnte. ”

Für den 40-Jährigen selber ist es aber offensichtlich nicht das Beste. In dieser Saison war beim EHC erstmals in der Vereinsgeschichte die Ausgabenseite unter Kontrolle. Selbst die Einnahmen konnte man – nach AZ-Informationen – obwohl man weniger Sponsoren hatte, um fast 50 Prozent zur Vorsaison steigern. Doch Gröbner geriet bei den nicht immer einfachen Verhandlungen über den Verkauf der Anteile von Allein-Gesellschafter Michael Phillips an Red Bull zwischen die Fronten. Und wurde nun – beruflich – dadurch zermalmt.
Gröbner, der zuvor stellvertretender Marketing-Leiter für die Bewerbung Münchens für Olympia 2018 war, hatte Ende 2011 als kaufmännischer Leiter beim EHC angefangen. Nur wenige Wochen nach Arbeitsantritt musste er den Verein durch die harten Zeiten als der EHC aufgrund von Millionen-Verlusten vor dem finanziellen Ruin stand, führen. Damals war Eishockey in München schon fast tot, die Spiellizenz für die DEL sollte nach Schwenningen verkauft werden. Bis der Red-Bull-Deal den Verein in letzter Sekunde doch noch rettete. Gröbner und Manager Christian Winkler stiegen daraufhin zu Geschäftsführer auf.

„Es war klar, dass sich mit der Übernahme Dinge ändern werden. Für mich ist wichtig, dass mit Winkler und Stadionsprecher Stefan Schneider zwei alte EHCler, die das Gesicht des Vereines sind, weiter dabei sind”, sagte Ehrenpräsident Jürgen Bochanski zum neuen EHC, „aber Gröbner hat in einer schwierigen Konstelaltion und Situation einen ordentlichen Job gemacht.”

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