Interview

EHC-Crack Mathew Maione: "Meine Leidenschaften: Eishockey und Musik"

Mathew Maione, der singende Verteidiger, ist der Neue beim EHC. In der AZ spricht er über Musik, sein Lebensmotto und Coach Don Jackson.
| Matthias Kerber
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Mathew Maione, der singende Kufen-Crack des EHC.
Mathew Maione, der singende Kufen-Crack des EHC. © imago/ITAR-TASS

AZ-Interview mit Mathew Maione: Der 30-jährige kanadische Verteidiger wechselte in dieser Woche vom KHL-Team Dinamo Riga zum EHC Red Bull München.

AZ: Mister Maione, willkommen beim EHC Red Bull München! Haben Sie sich schon überlegt, welchen Song Sie für Ihre neuen Teamkameraden spielen werden, schließlich sind Sie nicht nur für Ihre beeindruckenden Fähigkeiten als Eishockeyspieler bekannt, sondern auch für Ihre Gesangsauftritte mit der Gitarre.
MATHEW MAIONE: (lacht) Nein. Aber ja, ich liebe Musik. Es ist das Hobby, in dem ich für mich am meisten aufgehe, in dem ich am meisten ganz ich selbst bin, vollkommen abschalte. Einige schaffen das mit lesen, andere mit Videospielen, für mich ist es eben die Welt der Musik, in die ich dann abtauche. Ich liebe es, Gitarre zu spielen und dazu singe ich dann eben auch noch gerne.

Wie gut sind Sie?
Ich bin zwar nicht so gut, wie ich gerne wäre, aber es ist für mich perfekt, um den Kopf frei zu kriegen, Kräfte zu tanken. Ich würde sagen, mein Können kommt in Wellenbewegungen. Im Sommer, wenn ich mehr Zeit habe, spiele ich besser, dann übernimmt das Muskelgedächtnis die Kontrolle und ich kann mit einer gewissen Leichtigkeit spielen. Und im Winter, wenn ich weniger Zeit habe, vergesse ich dann das allermeiste wieder (lacht).

Der singende Verteidiger: Der Kanadier Mathew Maione (r., und Bild oben) verstärkt den EHC Red Bull München.
Der singende Verteidiger: Der Kanadier Mathew Maione (r., und Bild oben) verstärkt den EHC Red Bull München. © imago images/Xinhua

"Eishockey und Musik sind meine großen Leidenschaften"

Was für Musik hören Sie so?
Ich habe einen extrem breitgefächerten Musikgeschmack. Am liebsten ist mir die akustische Gitarre. Ich finde, ich kann mich und meine Gefühle damit am besten ausdrücken, mein Bruder ist dagegen ganz auf die elektrische fixiert. Aber ich mag Rock, Folk-Rock, aber auch Metal. Alles, was gut ist. Eishockey und Musik sind meine großen Leidenschaften.

Dann zur Leidenschaft Eishockey: Was war für Sie ausschlaggebend, beim EHC zu unterschreiben?
Nun, mein Team Dinamo Riga hatte es jetzt nicht in die Playoffs der KHL geschafft, ich hatte aber das Gefühl, dass ich physisch und mental noch sehr viel zu geben habe. Als dann die Anfrage von München kam, habe ich mich gleich über den Verein, die Stadt schlaugemacht. Ich habe meinen guten Freund Derek Roy angerufen, der mir nur das Beste über die Organisation und die Stadt erzählt hat, da war ich schon ziemlich Feuer und Flamme. Und nach dem Gespräch mit Don Jackson war klar, dass seine Vorstellung vom Eishockey mit dem, was ich liebe, fast deckungsgleich ist. Ich kann nur sagen: Dieser Mann ist eine Legende! Er war in der NHL, hat mit Wayne Gretzky den Stanley Cup geholt, als Trainer hat er alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Ich sollte wohl immer mit einem Aufnahmegerät rumlaufen, wenn er was sagt, damit ich ja nichts verpasse. Ich werde am besten wie ein Schwamm sein, der alles aufsaugt, was Jackson sagt - und er hat viel zu sagen!

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Warum haben Sie sich entschieden, vor gut sechs Jahren den Schritt von Kanada in die große, weite Eishockeywelt zu machen?
Nun. Ich hatte Angebote, in der AHL zu spielen, aber ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe im ersten Jahr in Europa mehr Geld verdient, als ich es in der AHL getan hätte. Und ich war immer ein Mensch, der gerne Neues erlebt, der sich auch auf ein Abenteuer einlässt. Ich bin Halb-Italiener, Halb-Grieche, bin aber in Kanada geboren. Wir waren früher oft in Europa, die Familien meiner Eltern besuchen, daher war Europa für mich nie der Kulturschock, als den es viele Spieler aus Nordamerika anfangs empfinden. Aber trotzdem musste ich erst für mich wissen, ob dieses Leben was für mich ist. Ich war damals Single, ganz allein unterwegs, ich sprach die Sprachen nicht, war in fremden Ländern und Kulturen. Wenn man das macht, dann muss man sich damit wohlfühlen, sich nicht wohlzufühlen. Denn anfangs fühlt man sich nicht wohl. Aber ich mochte dieses Leben. Als mir das klar war, wollte ich einfach so viele Dinge erleben, wie möglich.

"Ich war als Sportler natürlich immer daran interessiert, wie der Körper funktioniert"

Ihr Lebensmotto lautet: Ignoranz und Selbstvertrauen - wieso das?
Ich ändere das immer wieder, aber ich mag das. Ignoranz bedeutet in dem Zusammenhang, dass man Dinge macht - eben mit Selbstvertrauen -, weil man eben keine Angst hat, dass es vielleicht einen Shitstorm oder negative Reaktionen auslösen kann. Ich denke, dass viele Spieler im Eishockey ihr Potenzial nicht ausschöpfen, weil sie Angst davor haben, Fehler zu machen. Aber Hockey ist ein Spiel der Fehler. Ich lasse mich von der Angst, Fehler zu machen, nicht davon abhalten, Dinge zu versuchen oder Risiken einzugehen. Wenn man das alles mit Selbstvertrauen macht, kann die Ignoranz der Angst eine große Stärke sein.

Man merkt, Sie haben einen Abschluss in Psychologie. Hilft Ihnen das im Spiel manchmal?
Eher das Gegenteil (lacht). Aber Spaß beiseite. Ich habe einen Abschluss in Psychologie und in Biologie, aber in beiden Bereichen ändert sich so viel, da müsste ich dringend Auffrischungskurse machen. Ich war als Sportler natürlich immer daran interessiert, wie der Körper funktioniert - und daran wie die Psyche, der Kopf arbeiten. Wenn beides Hand in Hand geht, hilft der Kopf dem Körper - und umgekehrt.

Mens sana in corpore sano.
Exakt.

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