EHC-Budget reduziert: "Bitter, aber professionell"

Nach dem Einstieg von Red Bull ziehen sich beim EHC alle Sponsoren zurück, die von den alten Gesellschaftern gebracht wurden. Das Budget wird reduziert. Doch bei der Halle gibt es Hoffnung.
| Matthias Kerber
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EHC MÜnchen Gröbner
Gregor Feindt EHC MÜnchen Gröbner

Nach dem Einstieg von Red Bull ziehen sich beim EHC alle Sponsoren zurück, die von den alten Gesellschaftern gebracht wurden. Das Budget wird reduziert. Doch bei der Halle gibt es Hoffnung

AZ: Herr Gröbner, die Mannschaft des EHC Red Bull München ist komplett, nächste Woche ist Trainingsauftakt, Manager Christian Winkler sagt, man werde bei den Leistungstests sehen, wer seine Hausaufgaben gemacht hat. Wie sehr hat denn das Marketing, für das Sie stehen, seine Hausaufgaben gemacht...

CLAUS GRÖBNER: Vorweg muss man sagen, dass der EHC ja Red Bull als Haupt- und Namenssponsor gewinnen konnte. Das ist der mit Abstand beste und lukrativste Deal, der in der Geschichte des EHC im Bereich Sponsoring abgeschlossen wurde. Es ist aber schon so, dass es darüber hinaus sehr schwierig ist. Bisher haben wir noch keinen weiteren Sponsoringvertrag abschließen können.

Nicht nur das. Von den bisherigen vier Premiumsponsoren steigen nicht nur Müller-Brot und die Aktiv assekuranz von Ex-Geschäftsführer Jürgen Bochanski aus, sondern nach AZ-Informationen auch noch Canadian solar.

Ja, danach sieht es aus. Dafür wird FTI mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weitermachen. Alle Sponsoren, die von den Gesellschaftern gebracht wurden, ziehen sich zurück. Das ist einerseits bitter, auf der anderen Seite ist es auch der Schritt in die Professionalität – unabhängig zu werden von den Gesellschaftern. Und die DEL hat uns die Lizenz für die kommende Saison ohne Auflagen erteilt, das Budget ist auch so seriös gerechnet. Wir haben die Ausgaben stark reduzieren können, da gab es Abstriche überall.

...auch beim Mannschaftsetat, der um etwa 250000 Euro reduziert wurde...

Das stimmt, aber eben nicht nur dort. Wir werden den Etat unter allen Umständen einhalten, auf der Einnahmenseite kann es noch besser werden. Aber wir sind auf einem guten Weg, die Zusammenarbeit mit Red Bull ist bereits sehr eng.

Es soll Verhandlungen darüber geben, dass Red Bull noch zu dieser Saison in die Eissporthalle investieren will.

Es gibt Gespräche. Da müssen wir die nächsten Wochen abwarten, was sich da ergibt.

Immerhin haben Sie das geschafft, was der EHC in seinem zehnjährigen Bestehen nie geschafft hat, es gab ein Treffen mit Oberbürgermeister Christian Ude.

Auch das ist richtig. Es war ihm sehr wichtig, dass wir ihm darlegen konnten, dass der EHC in seiner jetzigen Struktur, mit seiner gewachsenen Fanbasis, mit Michael Philipps als Alleingesellschafter und einem prominenten Namenssponsor auf Langfristigkeit setzt. Es wird einen Workshop geben, in dem es auch um einen möglichen Hallenneubau geht. Sportbürgermeisterin Christine Strobl wird da sehr aktiv sein. Ude hat ja gemerkt, als es um den EHC im Frühjahr nicht gut stand, dass der EHC, dass Eishockey in München sehr wohl ein sehr
starkes, sehr leidenschaftliches Fundament hat.

Strobl ist eishockeyaffin?

Sie hat gesagt, dass Spitzensport ohne Breitensport nicht geben wird – und umgekehrt. Der EHC mit seiner Vereins- und Nachwuchsarbeit legt genau darauf wert. Es gibt sehr viele Gespräche mit der Stadt, Gespräche, die uns auch schon weiterhelfen.

Trotzdem: Ihren Job hätten Sie sich wahrscheinlich leichter vorgestellt.

Eine leichte Frage: Die Antwort lautet: Ja.

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