Drei EHC-Stars im Olympia-Kader – zwei dürfen nur im Training aushelfen
Eishockeyspieler und Trainer sind an Stress und einen dichten Spielplan gewöhnt. Doch die aktuelle Terminhatz in der DEL bringt selbst da die Belastung auf ein irre hohes Niveau. "Es fühlt sich manchmal an, als hätten wir zehn Spiele in drei Tagen. Es sind eine Menge Spiele, eines jagt das nächste", sagte etwa EHC-Chefcoach Oliver David nach dem 2:3 gegen die Eisbären Berlin am Dienstagabend.
Exakt sind es zehn Spiele innerhalb von 25 Tagen bis zum 27. Januar, die der EHC Red Bull München zu absolvieren hat. Aber das gedrängte Programm hat einen guten Grund, einen besonderen Grund, denn das spektakulärste olympische Eishockey-Turnier seit 2014 steht bevor und dafür unterbricht die DEL den Betrieb vier Wochen.
Niederberger und Rieder noch verletzt – Wagner in Topform
Seit Mittwoch haben drei EHC-Profis die Gewissheit, dass sie dabei sein werden, wenn die Top-Nationen mit all ihren Top-Stars aus der NHL um die Medaillen kämpfen. Torhüter Mathias Niederberger, Verteidiger Fabio Wagner und Stürmer Tobias Rieder gehören zu den 25 Spielern, die Bundestrainer Harold Kreis für die Spiele in Mailand ausgewählt hat – und naturgemäß ist die Freude beim Münchner Trio groß.
"Für jeden Spieler ist es das Größte überhaupt, bei den Olympischen Spielen dabei sein zu dürfen", so Wagner, und Niederberger sagte: "Es ist immer eine riesige Ehre, für das eigene Land auf dem Eis zu stehen."

Für Niederberger, Wagner und Rieder ist es die zweite Olympia-Teilnahme, sie standen bereits im DEB-Kader für die Winterspiele in Peking vor vier Jahren. Dort war die deutsche Mannschaft vor dem Viertelfinale ausgeschieden. Niederberger und Rieder sind noch verletzt, sollen aber rechtzeitig ihr Comeback geben. Niederberger hatte sich vor der Verletzung in starker Form präsentiert, Rieder ebenfalls, er war zwischenzeitlich bester EHC-Torschütze.
Kreis sagte am Mittwoch, er sei überzeugt, dass die derzeit verletzten Profis – auch der Berliner Kai Wissmann und der Ex-Münchner Dominik Kahun (Lausanne HC) zählen dazu – "vier, fünf Spiele bekommen", bevor die Mannschaft am 31. Januar in Bozen zur unmittelbaren Olympia-Vorbereitung zusammentrifft.
Dass Niederberger neben NHL-Goalie Philipp Grubauer und dem Mannheimer Maximilian Franzreb zum Torhüter-Trio gehört, war für den DEB-Coach klar. "Mathias Niederberger ist ein Torwart, der immer eine absolute Säule der Nationalmannschaft war, ist und sein wird. Er wird fit sein", sagte Kreis über den 33-Jährigen.
Ex-Münchner Szuber fehlt – Ehliz und Kastner als Trainings-Verstärkung dabei
Bei Wagner gab es ebenso keinen Zweifel. Der 30-Jährige, vor der Saison aus Ingolstadt nach München gewechselt, ist der Inbegriff an Zuverlässigkeit. Wagner zeigt konstant gute Leistungen und ist ein Anker der EHC-Defensive. Überraschend war, dass für den früheren Münchner Maksymilian Szuber, der im Farmteam von Utah Mammoth in der AHL eine starke Saison spielt, kein Platz im Kader war. Kreis glaubt, die acht ausgesuchten Spieler stellten die "passende Mischung an Verteidigern" dar, daher fiel die Entscheidung gegen Szuber.
Im Mittelpunkt werden aber ohnehin vor allem die deutschen NHL-Legionäre stehen, allen voran Leon Draisaitl. Neben dem Top-Star der Edmonton Oilers setzt Kreis auf Moritz Seider (Detroit Red Wings), Tim Stützle (Ottawa Senators), Lukas Reichel (Vancouver Canucks), Torhüter Philipp Grubauer (Seattle Kraken), Nico Sturm (Minnesota Wild) und den Ex-EHC-Profi JJ Peterka (Utah Mammoth).
Weil das NHL-Septett aber erst in Mailand spätestens fünf Tage vor dem ersten Gruppenspiel gegen Dänemark (12. Februar) ankommt, braucht das DEB-Team in Bozen noch Trainings-Verstärkung. Dazu erklärten sich auch die EHC-Profis Yasin Ehliz und Maximilian Kastner bereit. Wenn es ernst wird, müssen die beiden abreisen – und sammeln ihre Kräfte für den DEL-Wiederbeginn am 25. Februar. Dann geht die Terminhatz aber weiter.

