Dominik Kahun feiert Traum-Rückkehr und verzaubert den EHC München
Manchmal fügen sich im Sport die Dinge so zusammen, wie man es sich erträumt. Der EHC Red Bull München zum Beispiel, der hatte für sein Saison-Auftaktspiel gegen die Adler Mannheim bestimmt auch so ein Wunschszenario. Vielleicht hätte es so ausgesehen, dass Rückkehrer Dominik Kahun mit großem Jubel nach seiner Reise durch die große, weite Eishockey-Welt empfangen wird und dann am besten gleich mal das erste EHC-Tor der neuen Spielzeit erzielt, vielleicht auch noch eines, vielleicht das spielentscheidende.
Und wissen Sie was? Genauso ist es passiert. Naja, nicht ganz genauso.
Dreifaches "Kahun" und ein Zauberkunststück
Erst skandierten die Fans kräftig "Kahun, Kahun, Kahun", als der 31-Jährige vor dem Spiel aufgerufen wurde – und dann durften sie recht bald ein dreifaches "Kahun, Kahun, Kahun" nachlegen. Jeremy McKenna hatte vor dem Mannheimer Tor die Übersicht behalten und quergelegt auf den früheren NHL-Profi, der den Puck zum 1:0 (7.) reindrückte. Später legte er sich die Scheibe selbst vor für einen Alleingang, der er mit einem Zauberkunststück zum 3:1 (37.) vollendete.
Showdown im Penaltyschießen
Weil es nach 60 Minuten und Verlängerung 3:3 stand, mussten die Penaltys entscheiden. Als erster für München schoss: Kahun. Er traf. Doch Nicolas Mattinen gleich aus, deshalb fiel die Rolle des Siegtorschützen Chris DeSousa zu, doch der Mann des Abends war der Schillerfalter, wie sie ihn in der Schweiz nannten, war Kahun.
Jubel, Kritik und ein "gelungener Auftakt"
Ohne den Heimsieg, ohne das 4:3 nach Penaltyschießen wäre das Ganze nur halb so schön gewesen. Aber so ließen die Fans Kahun auch nach Spielende wieder hochleben. "Im Großen und Ganzen war es ein gelungener Auftakt", fand Maxi Kastner. "Wir können zufrieden sein, dass wir gewonnen haben und dass wir nach dem 3:3 nochmal einen Gang hochgeschaltet haben. Aber natürlich können wir nicht zufrieden sein, wie wir es aus der Hand gegeben haben", sagte Kahun selbst.
Botschaft von den Rängen und starke Goalies
Ihren Auftrag hatten die Münchner von ihren Fans per Banner gleich mit auf den Weg bekommen: "Haut die Scheibe rein, wir wollen deutscher Meister sein", hieß es da. Und der Beginn war auch vielversprechend. Nach der dicken Mannheimer Szene durch Patrick Brown (1.), die Torhüter Mathias Niederberger entschärfte, boten sich Kahun und Tobias Rieder (beide 3.) und wieder Kahun (5.) große Einschussmöglichkeiten. Aber nicht nur der Münchner Goalie, auch Maximilian Franzreb im Tor der Kurpfälzer war in starker Verfassung.
Erinnerungen an das Playoff-Aus und neue Titelträume
An Franzreb hat der Eishockeyclub ja unliebsame Erinnerungen, war er doch der Hauptgrund für das Playoff-Aus im Halbfinale der vergangenen Saison – und auch dafür, dass durchaus Revanchegelüste mitschwangen an diesem Freitag. Es soll schließlich eine Spielzeit werden, die nicht nur anknüpft an die starken Phasen der zurückliegenden, sondern auch besser endet – im Idealfall mit dem fünften DEL-Titel der Klubgeschichte.

Magier Kahun und ein verjüngter Niederberger
Wenn "Magier" Kahun seinen Zauberschläger vom Freitag behält und gut hegt und pflegt, dann wäre das schon ein wichtiges Puzzleteil. Aber ebenso hilfreich wäre, wenn Niederberger so weiterspielt. Der 33-Jährige, der in der AZ sagte, wie "körperlich verjüngt" er sich fühle, bewahrte den EHC mehrfach von einem Rückstand, der nach Mattinens Ausgleich leicht möglich gewesen wäre.
Warneckes Premierentor und Mannheims späte Antwort
Stattdessen aber kippte der DEL-Premierentreffer zum 2:1 von Moritz Warnecke (34.) nach einem Pass von Markus Eisenschmid das Spielgleichgewicht wieder."Da denkt man nicht viel. Unglaublich, vor allem zu dem Zeitpunkt. Ein wichtiger Treffer", sagte der Youngster bei Magentasport und riet für den Schlussabschnitt: "Wir müssen weiter gut das Tor verteidigen." Dazu hätte der EHC die Scheibenverluste minimieren müssen, die doch zu manch brenzliger Situation führten. Die Adler kamen prompt durch Max Calce (48.) und Jeremy Poirier (51.) zurück ins Spiel und zum Ausgleich.
Doch nicht zuletzt Kahuns magische Momente ließen auch den begeisterten Anhang galant über diese Fehlerquelle hinwegsehen.
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