Kommentar

DEB scheut nötige Reform: Mit dem Kreis-Rauswurf ist es noch lange nicht getan

Die Entlassung von Eishockey-Bundestrainer Harold Kreis greift zu kurz, kommentiert AZ-Reporter Ruben Stark.
Ruben Stark
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Wenn man ein Problem wirklich lösen will, dann packt man es an der Wurzel. Sonst doktert man nur an den Symptomen herum, die Ursache aber bleibt unverändert. Bis zum Deutschen Eishockey-Bund (DEB) hat sich das anscheinend nicht herumgesprochen. Anders jedenfalls ist die Entscheidung vom Freitag nicht zu erklären.

In Bundestrainer Harold Kreis wurde ein Sündenbock gefunden für die Entwicklungen in der Nationalmannschaft, die sich in drei enttäuschenden Turnieren in Folge (WM 2025, Olympia 2026, WM 2026) manifestierten. Dem Kern der Rückschritte – nein, lieber DEB, es ist nicht nur Stagnation – hat man sich nicht genähert, die zwingende strategische Maßnahme offenkundig gescheut. Denn es deutet in der Verbandsmitteilung nichts darauf hin, dass auch die Position von Sportvorstand Christian Künast infrage steht. Vielmehr klingt es nach einem "Weiter so" in der DEB-Zentrale in Obermenzing, keineswegs nach der nötigen Reform.

Mit dem Kreis-Rauswurf ist es noch nicht getan

Dass Kreis als Coach die Ergebnisse zu verantworten hat, ist logisch. Aber der Schritt greift zu kurz, er adressiert nur diese eine Ebene, er lässt etwa die Fehlentwicklungen im Nachwuchs außer Acht, um ein Beispiel zu nennen. Er lässt außer Acht, dass Künast in über fünf Jahren im Amt das deutsche Eishockey international in die Vergangenheit geführt hat und dass weder Identität, Anspruchsdenken, noch der Glaube an die eigene Stärke auf dem Niveau sind, wo sie noch vor einer Weile waren.

Ob allein der neue Bundestrainer – gleich, wie er heißt – wieder Begeisterung bis zur Heim-WM 2027 entfachen kann? Fraglich. Künast will am 13. Juni bei der Mitgliederversammlung den neuen Kurs des DEB vorstellen. Er, der das Vorgängerprogramm "Powerplay 2026" in gutem Zustand und auf dem richtigen Weg übernommen hatte, das aber unter seiner Hand an wichtigen Stellen erodierte. Er, in dessen Verantwortungsbereich vor Olympia auch die unnötige Vertragsverlängerung mit Kreis bis 2027 fiel. Er ist Teil des Problems.

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3 Kommentare
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  • 1970er Löwe am 07.06.2026 02:26 Uhr / Bewertung:

    Wer sieht, was aus einem Team Deutschland, dass Olympia Sliber gewonnen hat geworden ist, muss sich schämen. Reihenweise Länder haben uns hinter sich gelassen. Die Schweiz war hinter uns und ist jetzt vor uns und scheint gar nicht mehr erreichbar. Sonst noch Fragen?

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  • Mamola99 am 07.06.2026 13:18 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von 1970er Löwe

    Die Schweiz war auch damals in der Weltrangliste vor uns! Ansonsten hat Herr Stark natürlich völlig echt.

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  • Wolff am 08.06.2026 17:13 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von 1970er Löwe

    Und vielleicht möchten Sie sich auch erinnern, wie dieses Silber zustande gekommen ist? Das hätte auch sehr gut viel früher enden können.

    Bei dieser WM hing es letztlich an dem Zusatzpunkt gegen die USA. Das ist halt mal so. Wenn man mindestens 10 Mannschaften hat, die potenziell ins Viertelfinale kommen könnten, dann bleibt man halt auch mal auf der Strecke.

    Was der Bundestrainer dafür kann, wenn die Spieler nicht mehr Potenzial haben - z. B. nicht wissen, wie man vernünftig Überzahl spielt - verstehe ich nicht. Das müssen sie schon aus dem Verein mitbringen. Die Entlassung ist völlig sinnlos und führt hoffentlich nicht zu einem richtigen Absturz.

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