"Damit sie mal was Gescheites bekommen": Wie EHC-Star Abeltshauser auf die Youngster achtet

Die jungen Wilden des EHC Red Bull München haben sich während der schwierigen Personallage der letzten DEL-Wochen bewährt – und sie hatten auch Orientierung bei Ur-Bayer Konrad Abeltshauser.
Ruben Stark
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Passt alles? Papa Koni Abeltshauser mit seinen "Kindern" auf der EHC-Bank.
Passt alles? Papa Koni Abeltshauser mit seinen "Kindern" auf der EHC-Bank. © IMAGO/kolbert-press/Ulrich Gamel

Die Vaterrolle ist für Konrad Abeltshauser anscheinend wie gemacht, nicht nur, weil er das Leben in einer Großfamilie gewohnt ist. Bilder des Oberländers mit seiner Tochter auf dem Arm nach Spielen des EHC Red Bull München sind längst Normalität. Am Sonntagabend verfolgte die kleine Cecilia etwa, wie der Papa die Reporterfragen nach dem 6:0 gegen die Iserlohn Roosters beantwortete, und schaute recht skeptisch auf die Telefone, die Abeltshauser entgegengereckt wurden, um seine Aussagen festzuhalten.

Der Ur-Bayer ist inzwischen aber wohl auch so etwas wie der Vater der Kompanie beim EHC, Ansprechpartner, Orientierungsfigur und Ratgeber für die jungen Wilden in der Mannschaft. "Es ist nicht so, als müsste man sie bei der Hand nehmen, aber wenn man kleine Tricks weitergeben kann, dann macht man das gerne – und lädt sie abends mal zum Essen ein, damit sie mal was Gescheites, selbst Gekochtes bekommen", erzählte der 33-Jährige und schmunzelte. Gerade aktuell waren und sind die EHC-Talente schließlich gefragt bei bis zu maximal sieben gleichzeitigen Ausfällen.

"Wir sind sehr glücklich mit den beiden, sehr glücklich"

Für den schon etablierten Veit Oswald (21) stiegen damit die Verantwortung und Eiszeit ebenso wie für Philipp Krening (21) und Nikolaus Heigl (22). Zudem bekamen dadurch auch Stürmer Vadim Schreiner (20) und Verteidiger Moritz Warnecke (18) eine Chance zur Bewährung, die sie laut Trainer Oliver David in den zurückliegenden Wochen nutzten. "Wir sind sehr glücklich mit den beiden, sehr glücklich", sagte David und verriet bei der Gelegenheit auch, dass Schreiner, der gegen Iserlohn seinen ersten DEL-Scorerpunkt einsammelte, bis zum Saisonende beim Profiteam bleiben wird. Warnecke muss erst mal zurück an die Red-Bull-Akademie in Salzburg, die Schulverpflichtungen rufen.

Der EHC-Coach erwähnte von sich aus alle fünf Spieler explizit nach dem halben Dutzend gegen die Roosters, das Lob für den seit Wochen starken Oswald war dabei fast schon obligatorisch. Krening erhielt ebenso Pluspunkte wie Heigl für sein "verantwortungsbewusstes Spiel über das gesamte Eis" und Warnecke für seinen furchtlosen Einsatz. "Sie haben sich alles verdient, was sie bekommen", sagte David – und "Papa" Abeltshauser sah das ganz genauso: "Sie zahlen das Vertrauen mit Superspielen zurück, sie sind wirklich auch top ausgebildet. Es ist schwierig für Junge, bei so einem tiefen Kader reinzuschnuppern. Jetzt ergibt sich die Chance, und die nutzen sie hervorragend."

Abeltshauser scherzt: "Die versteht man nicht immer ganz – oder ihre Trends"

Und haben dabei geholfen, den Eishockeyclub in einer schwierigen Phase auf Kurs für eine Top-Platzierung in der DEL-Hauptrunde zu halten. Tabellenrang drei steht im Moment zu Buche und die demnächst bevorstehende Rückkehr der noch abwesenden Tobias Rieder, Mathias Niederberger, Maximilian Kastner und Phillip Sinn lässt keinen abrupten Sturzflug erwarten. Auch der an der Hand angeschlagene Chris DeSousa kann seine Blessur ob des positiven Trends richtig auskurieren.

Für Abeltshauser, dem am Sonntag ein Tor und zwei Vorlagen gelangen, hatte sich die gute Entwicklung bereits angedeutet, als die Resultate zu Saisonbeginn noch dagegensprachen. "Ich habe am Anfang schon gesehen", sagte er, "so wie die Arbeitsmoral war, war klar, dass sich das irgendwann auszahlt. Was ungemein hilft, ist eine Serie, dass du mal ins Rollen kommst, dass du dich mal unbesiegbar fühlst." Und diesen Zustand erreichte der viermalige DEL-Meister etwa mit einer zehn Siege andauernden Heimserie.

Das macht dann auch das Leben als Vater der Kompanie leichter. Nur bei einer Sache, da muss der gebürtige Tölzer passen: bei der Jugendsprache. "Die versteht man nicht immer ganz – oder ihre Trends." Mit "Bro" oder "Digga" wird er aber nicht angesprochen. "Koni", sagte er lachend, "ist ganz geläufig."

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