Cortina: „Manchmal bin ich zu gnadenlos“

Vor dem DEL-Start des EHC München am Freitag in Mannheim erklärt Pat Cortina, der Trainer des Aufsteigers, was er und sein Team noch lernenmüssen. Und er dankt Alpen-Vulkan Hans Zach.
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EHC-Trainer - und Bundestrainer: Pat Cortina.
Rauchensteiner/Augenklick EHC-Trainer - und Bundestrainer: Pat Cortina.

Vor dem DEL-Start des EHC München am Freitag in Mannheim erklärt Pat Cortina, der Trainer des Aufsteigers, was er und sein Team noch lernenmüssen. Und er dankt Alpen-Vulkan Hans Zach.

AZ: Herr Cortina, Bayern-Star Franck Ribéry gibt neuerdings Interviews auf Deutsch. Wie steht es bei Ihnen?

PAT CORTINA: (auf Englisch) Oh, wollen Sie, dass dieses Interview zwei Stunden dauert? (lacht, wechselt ins Deutsche) Ich spreche schon Deutsch, aber ich muss mich dabei sehr konzentrieren. Im täglichen Leben außerhalb der Eishalle komme ich sehr gut zurecht und kommuniziere auf Deutsch (wechselt wieder ins Englische), aber bei der Arbeit bin ich Perfektionist und möchte erst dann Deutsch sprechen, wenn ich es wirklich kann und keine Fehler mehr mache. Aber ich verspreche, dass ich weiter an mir arbeiten werde und es irgendwann versuchen werde.

Der EHC München, aber auch Sie, stehen vor dem ersten Spiel in der DEL. Was fühlen Sie vor dem Start am Freitag in Mannheim?

Große Aufregung, große Freude. Wir alle haben so lange auf diesen Moment warten müssen, nun ist es endlich so weit. Wissen Sie, ich war schon bei einer WM, das ist sicher noch ein höheres Level gewesen. Aber nur für kurze Zeit. Die DEL ist die höchste Liga, in der ich gearbeitet habe. Als ich vor 15 Jahren in Italien gearbeitet habe, hatte die Liga dort ein sehr hohes Niveau. Aber da war ich nur Co-Trainer. Das war einfacher. Jetzt bin ich Chef, in einer der spannendsten und ausgeglichensten Top-Ligen Europas.

In der Vorbereitung überraschte Ihr Team mit guten Ergebnissen gegen DEL-Topklubs. Selbst Meistertrainer Hans Zach meinte, dass beim EHC ganz klar Ihre Handschrift zu sehen sei.

Das ist das größte Kompliment für mich. Ich habe sehr viel Respekt vor diesem Gentleman, vor dem Alpen-Vulkan. Hans Zach ist einer der besten Trainer überhaupt. Für mich ist es die größte Auszeichnung, wenn man mich als „Dolomiten-Vulkan" bezeichnet. Aber ich hoffe, keiner erwartet nun von uns den Titel!

Und was kann der EHC als Aufsteiger erreichen?

Es wird eine extreme Saison für uns werden, wir müssen uns auf Niederlagen und Rückschläge einstellen. Wir müssen in die DEL hineinwachsen und uns alle verbessern. Wenn wir am Ende des Jahres sagen können, dass wir viel gelernt haben, die anderen Klubs uns als vollwertigen Teil der DEL ansehen und respektieren, dann wäre ich schon zufrieden. Aber selbst das ist leichter gesagt als getan.

Das klingt eher negativ!

Ich bin stolz auf meine Mannschaft, darauf, wie sie in der Vorbereitung gearbeitet hat. Aber da war vieles dem Enthusiasmus geschuldet. Wir sind bereit für die DEL, aber wir müssen uns verbessern, um Erfolg zu haben. Wir müssen jeden Tag ein bisschen mehr lernen, uns jeden Tag verbessern. Wir alle, auch ich.

Was können Sie noch lernen?

Ich bin manchmal vielleicht noch zu gnadenlos. Ich muss noch mehr auf Details achten, darf nicht bei jedem Training alles von den Spielern verlangen, muss die Trainingsintensität mehr dosieren. Die Saison wird lang und hart.

Der EHC hat erneut einen Dreijahresplan aufgestellt. Am Ende will man in den Playoffs eine gute Rolle spielen. Welche Rolle spielen Sie?

Ich würde es lieben, dann noch Trainer zu sein hier. Ich habe geholfen, hier etwas aufzubauen. Das ist meine Mannschaft, mein Klub. Für mich ist es so, wie die eigenen Kinder aufwachsen zu sehen. Es gibt nichts, was ich mir mehr wünschen würde, als mit dem EHC Erfolg zu haben.

Interview: Filippo Cataldo

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