Boston-Coach verrät Superstar-Plan mit Ex-EHC-Red-Bull-München Spieler Peterka
Die Farben der Boston Bruins, einem der strahlkräftigsten Eishockeyklubs der Welt, sind Schwarz und Gold. Doch dahinter schimmern nun auch kräftig Weiß und Blau.
Sturm: "Hoffe, dass es mit JJ an seiner Seite klappt"
Denn Marco Sturm ist dort Cheftrainer und mit Lukas Reichel (Rosenheim) und JJ Peterka (München) hat er zwei bayerische Stürmer im Kader. Und Sturm hält große Stücke auf sie. Für seinen neuen Scharfschützen Peterka schmiedet er zur neuen NHL-Saison sogar den Superstar-Plan! Konkret schwebt ihm das Duo Peterka mit dem tschechischen Weltmeisterstürmer David Pastrnak.
Und der hat in den vorigen vier NHL-Spielzeiten jeweils die 100-Punkte-Marke geknackt! "Es könnte schon sein, dass wir so anfangen. Auch im Powerplay. Denn David braucht jemanden zur Unterstützung. Er hatte vergangene Saison 100 Punkte – und gefühlt hat er die fast alle alleine gemacht", sagt Sturm der Fachzeitschrift Eishockey News und der AZ. "David hatte also nicht viel Hilfe. Deshalb hoffe ich, dass es mit JJ an seiner Seite klappt."
Bruins brauchen in der NHL mehr Tore
Die Bruins brauchen Tore – und Peterka, der beim EHC Red Bull München ins Profigeschäft kam, soll da kräftig dazu beitragen. Sturm sitzt zum Interview in einem Café in seiner Heimatstadt Dingolfing. Unweit des BMW-Werks, wo er einst eine Lehre zum Kfz-Mechaniker begann. Dann aber zog die große Karriere herauf. Schon mit 16 Jahren war klar: Das wird ein Großer! Und so kam es. Aus Sturm wurde, nordamerikanisches Marketing, "The German Rocket". Die deutsche Rakete, weil er auf dem Eis so blitzschnell angriff.
Und es spricht für den nun 47-Jährigen, dass er sich nicht auf den Dollar-Millionen aus der Spielerkarriere in der NHL ausruht. Er hat es auch als Trainer bis in die beste Eishockeyliga der Welt gebracht. Hochgedient hat er sich, über das Amt als Bundestrainer und dann kleineren Posten in Nordamerika.

Sturm über Peterka: "Mir gefällt, dass er erst 24 Jahre alt ist"
Ein Star ohne Allüren. Ein Star, der nun Stars formt. Und Peterka steht genau vor diesem Schritt. Der Angreifer bereitet sich im München SAP Garden und in der kürzlich eröffneten eigenen Eishalle in Buchbach (Landkreis Mühldorf) vor. "Ein toller Spieler", sagt Sturm, "der uns die Schnelligkeit und das Spielerische bringen kann, das wir brauchen."
Und Sturm sieht den Münchner noch längst nicht am Limit angekommen: "Mir gefällt, dass er erst 24 Jahre alt ist. Wenn ich an meine eigene Karriere zurückdenke, weiß ich: Zwischen 26 und 28 waren meine starken Jahre. Ich war nicht mehr der ganz Junge, hatte aber schon etwas Erfahrung. Da ging richtig die Post ab."
Sturm erwartete einiges von Peterka
Sturm weiter: "Ich habe das Gefühl, das kommt bei JJ erst. Er ist einer, der befreit aufspielen muss, das kann er hoffentlich bei uns. Deshalb erwarte ich schon einiges von ihm, denn wir brauchen ihn!" Die Bruins haben im Vorjahr, im ersten Cheftrainerjahr Sturms, überraschend die Playoffs erreicht. Eine hohe Messlatte fürs zweite Jahr, die nur schwer wieder zu erreichen sein wird. Denn der Transfermarkt mit den XXL-Verträgen in Folge der wachsenden Gehaltsobergrenze hilft dem Klub nicht. . .

So kann es dazu kommen, dass auch der zweite bayerische Stürmer in den Reihen der Bruins noch ganz wichtig wird: Reichel. "Lukas hat etwas, das wir nicht haben: Schnelligkeit und Technik. Wir hatten bisher eher die harten Spieler. Das andere fehlte und wir wollten besser werden. Er hat uns da für kurze Zeit auch sehr geholfen, aber er muss diese Leistung auch täglich abliefern."
Zuckerbrot und Peitsche, die auch dem deutschen Nationalteam helfen werden. Sturm liefert auch in seiner Zeit nach Bundestrainer.
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