AZ-Interview: EHC-Star Trevor Parkes erklärt den Europa-Erfolg seines Teams

Trevor Parkes war beim Halbfinaleinzug des EHC in der Champions League der Matchwinner. In der AZ spricht er über seinen Hattrick, das Duell gegen die Kölner Haie und sein Markenzeichen – dreckige Tore.
| Interview: Matthias Kerber
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Mr. Hattrick! Der kanadische Stürmer Trevor Parkes schießt den EHC Red Bull München mit seinem Dreierpack bei den Malmö Redhawks ins Halbfinale der Champions League.
imago/Bildbyran Mr. Hattrick! Der kanadische Stürmer Trevor Parkes schießt den EHC Red Bull München mit seinem Dreierpack bei den Malmö Redhawks ins Halbfinale der Champions League.

Der Kanadier Trevor Parkes (27) wechselte zu dieser Saison von Augsburg zum EHC München, beim Halbfinaleinzug der Red Bulls in Malmö war er mit einem Hattrick der entscheidende Spieler auf dem Eis.

AZ: Herr Parkes, ein Rückblick auf den sensationellen Champions-League-Halbfinaleinzug des EHC Red Bull München am Dienstag beim schwedischen Topklub Malmö Redhawks sei gestattet. Ihr Hattrick samt Entscheidungstor dürfte auch für Sie ganz persönlich ein Highlight Ihrer Karriere gewesen sein, oder?
TREVOR PARKES: Unzweifelhaft. Es fühlt sich einfach unglaublich an, wenn man in einer derartig wichtigen Partie seinem Team helfen kann, ins Halbfinale der Champions League einzuziehen und damit etwas zu erreichen, was noch keiner deutschen Mannschaft zuvor gelungen ist. Das ist ein ganz besonderer Tag für die Red Bulls gewesen, aber auch natürlich für mich. Mein letzter Hattrick liegt schon etwa fünf Jahre zurück. Dass mir dann ausgerechnet in diesem Spiel endlich wieder ein Dreierpack gelingt, ist schon sehr speziell.

 

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Trevor Parkes: "Man kann Glück auch auf seine Seite zwingen"

Ihr so wichtiger Anschlusstreffer nach dem frühen 0:2-Rückstand war mal wieder ein typischer Parkes. Sie haben eine ausgeprägte Vorliebe für die sogenannten dreckigen Tore.
Das stimmt, mir ist egal, wie dreckig, wie hässlich, wie uncool ein Tor ist. Alles was zählt, ist, dass die Scheibe drin ist. Ich stand hinter dem Tor, es waren nur noch Sekunden zu spielen, also bringe ich den Puck einfach irgendwie aufs Tor. Dass die Scheibe dann von der Rückseite des Goalies ins Tor geht, ist natürlich auch Glück, aber man kann Glück auch auf seine Seite zwingen. Ja, mein Markenzeichen sind wohl die dreckigen Tore, von mir aus kann das auch so bleiben.

Und in der Verlängerung gelingt Ihnen der Hattrick.
Ja, John Mitchell geht super vorne rein, zieht die Verteidiger auf sich, legt zurück. Und ich muss nur noch versenken.

Geht einem in einem solchen Moment vor dem Schuss irgendetwas durch den Kopf? Besser nicht. (lacht) Nein, am besten denkt man nicht nach, sondern macht einfach das, was man sein ganzes Leben gemacht hat. Man schießt. Und trifft. Zum Glück. Es gibt eben solche Abende, die muss man dann auch einfach genießen.

Trevor Parkes: "Hektik und Panik gewinnen keine Spiele"

Was macht den EHC so stark?
Auch der frühe 0:2-Rückstand in Malmö brachte das Team nie aus dem Konzept. Bei uns wird nie der Panikknopf betätigt. Wir wissen, dass kein Spiel verloren ist, nur, weil man zurückliegt. Viele Teams verlieren, weil sie in Panik verfallen und hektisch werden. Das ist das Falscheste, was man tun kann. Hektik und Panik gewinnen keine Spiele, sondern bringen dich direkt auf die Verliererstraße.

Ist es schwer, sich nach so einem emotionalen Weiterkommen gleich wieder auf die DEL zu konzentrieren? Am Freitag geht es für den EHC am Oberwiesenfeld ja bereits gegen die Kölner Haie.
Das Eishockey in der DEL ist anders, es wird physischer gespielt als in der Champions League. Ein Team wie Malmö will alles spielerisch lösen, in der DEL wird mehr auf den Körper gespielt. Dafür muss man bereit sein. Wir sind es. Köln verlangt einem alles ab. Die werden uns nichts schenken, nur weil wir ins Halbfinale der Champions League eingezogen sind. Wir wollen gewinnen, es besser machen als vergangenes Wochenende, als wir nur einen Punkt in zwei Partien holten.

Trevor Parkes leidet mit Yasin Ehliz

Auch für Neuzugang Yasin Ehliz, der meist in Ihrer Sturmreihe spielt, war das Malmö-Spiel sicher eine Befreiung, ihm gelang endlich der erste Scorerpunkt für den EHC.
Ich habe mich so für ihn gefreut. Denn ich kenne diese Situation ja selber. Es gibt so Phasen, wo man nichts anders macht, aber der Puck will einfach nicht rein. Das ärgert, das nervt gewaltig. Vor allem, wenn man so gut spielt wie Yasin, aber die Statistiken es eben keinem beweisen. Er ist so ein talentierter Spieler. Und ich bin mir sicher, dass das jetzt eine Art Dosenöffner war und die Punkte und Tore jetzt kommen. Der Druck ist weg. Und wenn ein Spieler wie Yasin befreit aufspielt, ist das für die anderen Teams eine sehr schlechte Nachricht.

Die Sturmreihe Ehliz, Parkes, Mitchell dürfte mit der ausgeprägten Physis und dem großen Können den Gegnern richtig Angst einflößen. Gerne. (lacht) Wir werden tun, was wir tun müssen. Mitch und Ehliz sind fantastisch – und wenn ich auch was beisteuern kann, sage ich nicht Nein. Etwa mit dreckigen Toren. Meinem Markenzeichen. (lacht)

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