"Du bist hier nicht der Boss": Fury nach Comeback-Sieg hart attackiert
Exakt 476 Tage war Tyson Fury, der nach seinen beiden Niederlagen gegen den Schwergewichtskönig Oleksandr Usyk zum fünften Mal zurückgetreten war, nicht im Ring gestanden.
Rostiger Ringrückkehrer Fury
Den Ringrost sah man dem 37-jährigen König der Provokation bei seinem Fight in der Arena von Tottenham Hotspur an. Gegen den boxerisch mehr als nur limitierten Arslanbek Makhmudov (36), den der Deutsche Agit Kabayel Ende 2023 ausgeknockt hatte, gewann Fury zwar klar nach Punkten, doch von der alten Leichtigkeit, der boxerischen Finesse des "Gypsy Kings" war nicht mehr viel zu sehen. Die Speckrollen um die Hüften waren noch ausgeprägter als sonst. "Ich bin nun mal ein hässlicher, glatzköpfiger Fettsack. Daran wird sich nichts mehr ändern", sagte Fury: "Aber das ist Boxen, kein Schönheitswettbewerb."
Den hatte der Fight gegen Makhmudov definitiv auch nicht gewonnen. Doch nach dem Kampf wurde offenbar, was eh fast allen klar war. Dieser Hauptkampf war nur ein Vorspiel über zwölf lange Runden.
Der eigentliche Grund des Comebacks des Ex-Weltmeisters war nicht der "Russische Bär", sondern der Megakampf, "the Battle of Britain" gegen Anthony "AJ" Joshua. Ebenfalls Ex-Weltmeister, mit seinen 36 Jahren auch über dem boxerischen Zenit. Seit über zehn Jahren wird von diesem Megakampf geredet, zustande kam er nie. Also schnappte sich Fury nach dem Sieg das Mikro und sprach AJ im Publikum an. "Ich fordere dich heraus. Lass uns den Fans geben, was sie sehen wollen! Nimmst du meine Herausforderung an? Ja oder Nein?"

Verbalduell mit Joshua
Olympiasieger Joshuas Konter ließ nicht auf sich warten. "Ich habe dich verprügelt, als wir Kinder waren. Ich werde es wieder machen. Aber du bestimmst hier nicht, was passiert! Ich bin dir zehn Jahre hinterhergelaufen, du hast immer wieder die Karriere beendet", sagte Joshua: "Du sagst mir nicht, was ich tun werde. Du bist hier nicht der Boss. Ich bin der Landvogt. Du kommst zu mir, nicht umgekehrt." Um den Worten noch Nachdruck zu verleihen, zeigte er Fury zudem den Stinkefinger. "Er ist ein Sc***ßhaus", pöbelte Fury zurück, "er hat Angst."
Schwerer Autounfall in Nigeria
Fakt ist: Der Kampf wird frühestens Ende des Jahres steigen. Joshua hat den schweren Autounfall, in den er im Januar in Nigeria involviert war und bei dem zwei seiner besten Freude (Sina Ghami und Latif Ayodele) ums Leben kamen, noch nicht verarbeitet. Weder körperlich, Joshua war ein paar Tage im Krankenhaus, noch mental oder emotional: C. Sobald das geschehen ist, werde ich in den Ring steigen. Wenn Fury sich traut, dann gegen ihn, wenn nicht, dann halt gegen jemand anders." Matthias Kerber
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