DOSB-Präsident Hörmann: "Wir können nur beten"

Stefan Henze schwebt weiter in Lebensgefahr. Teamarzt Bernd Wolfarth verwehrt sich gegen Medienberichte, der deutsche Kanuslalom-Trainer sei nach dem schweren Autounfall zunächst ins falsche Krankenhaus eingeliefert worden.
| dpa/az
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Stefan Henze schwebt weiter in Lebensgefahr. Teamarzt Bernd Wolfarth verwehrt sich gegen Medienberichte, der deutsche Kanuslalom-Trainer sei nach dem schweren Autounfall zunächst ins falsche Krankenhaus eingeliefert worden.

Rio de Janeiro - Ist bei der Erstversorgung des deutschen Kanuslalom-Trainers Stefan Henze womöglich wertvolle Zeit verstrichen? Wie "Der Spiegel"  berichtet, wurde der 35-Jährige nach seinem schweren Autounfall zunächst in ein Krankenhaus egebracht, das auf die Schwere undf Art der Verletzung gar nicht eingerichtet war.

Schlimmer noch: Jorge Darze, der Präsident der Ärztegewerkschaft von Rio de Janeiro, hatte zuvor bereits gewarnt: "Es ist unverantwortlich, dass ausgerechnet dieses Krankenhaus nicht ausreichend für Unfallchirurgie ausgestattet ist, obwohl in der Nähe so viele schwere Autounfälle geschehen. Es hätte nicht als Referenzklinik für Olympia ausgewiesen werden dürfen."

Henze war in das nächstgelegene Krankenhaus Lourenco Jorge eingeliefert worden - dort sollen die Ärzte die Schwere seiner Kopfverletzungen anscheinend nicht sofort erkannt haben, so dass in eine 20 Kilometer entfernte Klinik mit Neurochirurgie-Abteilung im Stadtteil Leblon verlegt worden sei.

Lesen Sie hier in unserem Olympia-Newsblog

Olympia-Chefarzt Bernd Wolfarth lobte hingegen ausdrücklich die Rettungskräfte und die Erstversorgung in Rio. "Die ganze Rettungskette hat extrem schnell geklappt", sagte er. Gemeinsam mit seinem Kollegen und Unfallchirurgen Caspar Grimm, ein Unfallchirurg, hätte er nach der Alarmierung gar nicht erst in das erstversorgende Krankenhaus fahren müssen, sondern gleich die Spezialklinik angesteuert.

Die Versorgung entsprach nach Einschätzung Wolfarths deutschem Standard. Grimm stehe in ständigem Kontakt mit der neurochirurgischen Abteilung der Spezialklinik.

"Ein lebensbedrohlicher Zustand"

Stefan Henze schwebt weiter in Lebensgefahr. In den vergangenen zwölf Stunden habe sich der Zustand des 35-Jährigen nicht verändert, sagte der Wolfarth am Samstagmporgen (Ortszeit). "Es ist eine sehr, sehr schwere Verletzung, ein lebensbedrohlicher Zustand, das muss man so sagen."

Henze hatte bei dem Unfall in einem Taxi nach Angaben des Deutschen Olympischen Sportbunds ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Der deutsche Chef de Mission Michael Vesper sagte, die Familie Henzes sei auf dem Weg nach Rio.

Die gesamte deutsche Olympia-Mannschaft stehe unter dem Eindruck des Unfalls, berichtete Vesper. "Alle sind erschüttert und beten und hoffen, dass es ihm bald besser gehen wird."

Am Freitagabend herrschte beim täglichen Empfang im Deutschen Haus im Stadtteil Barra - dort hatte sich auch der Unfall ereignet - gedrückte Stimmung. "Wir würden gerne gute Nachrichten verbreiten, aber wir können nur Daumen drücken und beten", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Kanu-Chef Konietzko stellt Olympia-Blog ein

Der deutsche Kanu-Präsident Thomas Konietzko stellt nach dem lebensbedrohlichen Unfall von Slalom-Trainer Stefan Henze vorerst seinen Internet-Blog ein.

Diesen wollte er im Zeitraum der Olympischen Spiele eigentlich täglich befüllen. "Bis nicht feststeht, wie dieser Kampf ausgeht, bitte ich um euer Verständnis, dass ich meinen Blog nicht fortführen kann", schrieb Konietzko in der Nacht zum Samstag an die Kanu-Fans.

"Unsere Gedanken sind bei unserem schwer verletzten Trainer und seinen Angehörigen. Betet mit uns oder drückt die Daumen, dass unser Trainer seinen bisher schwersten Kampf gewinnt." Bei Henze war nach einem Verkehrsunfall mit einem Taxi am Freitag ein schweres Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert worden.

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