Die Tour der Deutschen

Schon vier Erfolge: Mit nur einem weiteren Sieg könnten Tony Martin, Marcel Kittel und André Greipel nun Ullrich & Co einholen
| az-sport, dpa
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München - Die Franzosen feiern den 100. Geburtstag der Tour de France. Doch eigentlich könnte man, zumindest in dieser zweiten Woche, auch Tour des Allemands zur Rundfahrt sagen.
Der Triumph von Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin am Mittwoch war der bereits vierte Sieg eines Deutschen bei der aktuellen Tour. So viele gab es zuletzt 2001. Und Marcel Kittel (2 Siege) und André Greipel (1) gehören zu den besten Sprintern der Welt, können weiter gewinnen.

„Ich hoffe, dass diese Erfolge den Radsport in Deutschland pushen”, sagte Martin, der sich nach seinem Sturz zum Tourauftakt trotz zahlreicher Verletzungen bis zu diesem Tag durchgequält hatte.

Vier Etappensiege ist die drittbeste deutsche Bilanz bei der Frankreich-Rundfahrt. Lediglich 1977 (sechs) und beim Toursieg von Jan Ullrich 1997 (fünf) gelangen deutschen Fahrern mehr Siege. Die deutsche Erfolgsgeschichte beim Jubiläum löste auch teamübergreifend Freude aus. „Ich bin auch stolz auf die Erfolge meiner deutschen Kollegen”, sagte Martin mit Blick auf die beiden deutschen Top-Sprinter Greipel und Kittel, der für einen Tag sogar in Gelb fahren durfte.

ARD und ZDF sind allerdings seit der Tour 2012 nicht mehr live dabei – und dabei soll es trotz der sportlichen Renaissance auch bleiben. „Es gibt derzeit keine Pläne, zu einer Live-Berichterstattung über die Tour zurückzukehren”, sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. Deutsche Radsportfans, die die Siege ihrer Landsleute live miterleben wollen, müssen auf Eurosport ausweichen. Die Öffentlich-Rechtlichen hatten sich wegen des massiven Dopingproblems im Radsport aus der Live-Berichterstattung zurückgezogen. Die Skandale hatten auch die Einschaltquoten in den Keller gehen lassen.

„Ich hoffe, dass unsere Leistungen dazu beitragen, dass die Fans, die unserem Sport den Rücken zugedreht haben, zurückkehren”, ergänzte Martin. Die Etappensieger Martin, Kittel und Greipel sprechen sich auch deshalb explizit gegen Doping aus. Das ist neben den Erfolgen Teil ihrer Öffentlichkeitsarbeit. Der älteste Tourteilnehmer Jens Voigt hofft auf eine Rückkehr von ARD und ZDF „in zwei bis drei Jahren”.

Vor allem den Gastgebern fehlt das Verständnis, warum die Erfolge der Radprofis aus dem Nachbarland dort nicht gebührend gefeiert werden. Denn von solch einer Bilanz können die Franzosen bei ihrer großen Jubiläumsfeier nur träumen. Ein Etappensieg sprang noch nicht heraus.

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