Die Panther kommen! Weltmeister will Kult-Sportart nach 33 Jahren wieder in München etablieren

Die Ex-Nationalspieler Dominik Klein und Steffen Weinhold starten mit den "Münchner Panthern" ein ehrgeiziges Projekt. Nach vielen Jahren wollen sie Bundesliga-Handball zurück in die Süd-Metropole bringen.
AZ/sid |
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Steffen Weinhold (l.) und Dominik Klein (r.), hier im Gespräch mit DHB-Stadionsprecher Kevin Gerwin, wollen Handball in München wieder nach oben führen.
Steffen Weinhold (l.) und Dominik Klein (r.), hier im Gespräch mit DHB-Stadionsprecher Kevin Gerwin, wollen Handball in München wieder nach oben führen. © IMAGO/Marco Wolf (www.imago-images.de)

Achtmal Deutscher Meister, drei Champions-League-Triumphe, Weltmeister 2007: Dominik Klein kennt sich mit Erfolg aus. Nun greift der Handball-Star von einst als Manager an - und macht keine halben Sachen. Sein ehrgeiziges Ziel? München auf die Bundesliga-Landkarte zurückbringen.

"Ich freue mich auf die Gipfeltour mit allen, die Bock haben", schrieb Klein bei Instagram über das Projekt, das in der Szene für Aufsehen sorgt. Zusammen mit seinem Kumpel, dem Ex-Nationalspieler Steffen Weinhold gründet der frühere Kieler Linksaußen die "Münchner Panther" - eine Spielgemeinschaft, die schnellstmöglich den Profihandball aufmischen soll. Das Motto lautet in Anlehnung an die Fußballer vom großen FC Bayern: #HandballDahoam.

Allerdings beginnt die vom Verein ausgerufene "Operation Bundesliga" ziemlich weit unten. Voraussichtlich in der 4. Liga startet im Sommer die schwierige Mission, für die sich die prominenten Macher der HG München mit dem TuS Fürstenfeldbruck zusammen getan haben. Der Klub träumt auf seiner Homepage schon von einer "goldenen Zukunft".

Wenn großer Handball in München Station macht, wie hier im November 2025 die deutsche Nationalmannschaft im SAP Garden, gehen die Tickets weg wie warme Semmeln.
Wenn großer Handball in München Station macht, wie hier im November 2025 die deutsche Nationalmannschaft im SAP Garden, gehen die Tickets weg wie warme Semmeln. © IMAGO/Marco Wolf (www.imago-images.de)

Bohmann: München ist "toller Handballstandort"

Nicht ganz so euphorisch, aber ausgesprochen positiv fallen die Reaktionen bei der Bundesliga aus. "Wir begrüßen sehr, dass sich Dominik und Steffen so strategisch auf den Weg machen und sich hohe Ziele setzen", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann dem SID: "Es ist allerdings auch so, dass der Weg aus der 4. Liga in die HBL weit und steinig ist, aber jede Besteigung eines Bergs fängt mit den ersten Schritten an." München, betont Bohmann, sei "ein toller Handballstandort und ich werde mir für das erste Spiel in der 2. Bundesliga in München ein Ticket besorgen."

Die Idee, den Handball im Raum München nach vorne zu bringen, ist nicht neu. Klein und Weinhold sind "schon ewig" dran an dem Thema. "Es ist schön zu sehen, auf was für positive Resonanz unser Projekt stößt", sagt Weinhold. In Gespräche spüre man, "dass München Handball auf höchsten Niveau will. Umso schöner, dass wir durch die Spielgemeinschaft mit den Panthern nun auch die erste sportliche Weiche stellen konnten."

Archivbild vom 1. März 1988: In der Rudi-Sedlmayer-Halle steigt das Derby in der Bundesliga zwischen dem TSV Milbertshofen um 
Karl Heinz Schulz (l.) und dem MTSV Schwabing – es war das letzte Münchner Lokal-Derby in der Handball-Bundesliga.
Archivbild vom 1. März 1988: In der Rudi-Sedlmayer-Halle steigt das Derby in der Bundesliga zwischen dem TSV Milbertshofen um Karl Heinz Schulz (l.) und dem MTSV Schwabing – es war das letzte Münchner Lokal-Derby in der Handball-Bundesliga.

Handball-Partie im SAP Garden sofort ausverkauft

Es gibt erste Indizien, dass die Stadt München sich neben dem Fußball, Basketball und Eishockey auch für den Handball begeistern lässt. So feierte die Nationalmannschaft im vergangenen November ihre Premiere im Münchner SAP Garden – die rund 10.000 Tickets waren innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Wenige Monate zuvor fand dort bereits erstmals der DHB-Supercup statt. Und in der neuen Hightech-Arena absolviert die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) 2027 auch das Eröffnungsspiel ihrer Heim-WM sowie den Rest der Vorrunde.

Archivbild vom 1. Juni 1990: Anton Stangl (Mitte) und der TSV Milbertshofen feiern den Sieg im DHB-Pokal. Nach eienm 16:12-Auswärtssieg beim THW Kiel reicht im Rückspiel in der Rudi-Sedlmayer-Halle ein 17:17-Remis. Ein Jahr gewinnt der TSV sogar den Europapokal der Pokalsieger.
Archivbild vom 1. Juni 1990: Anton Stangl (Mitte) und der TSV Milbertshofen feiern den Sieg im DHB-Pokal. Nach eienm 16:12-Auswärtssieg beim THW Kiel reicht im Rückspiel in der Rudi-Sedlmayer-Halle ein 17:17-Remis. Ein Jahr gewinnt der TSV sogar den Europapokal der Pokalsieger.

Die Diskussion um Handball in München ist nicht neu – weil die Sportart in Bayerns Landeshauptstadt Tradition hat. Der MTSV Schwabing wurde 1986 Pokalsieger, der TSV Milbertshofen holte 1991 gar den Europapokal der Pokalsieger und hatte in Jahrhunderthandballer Erhard Wunderlich ein besonderes Aushängeschild. Doch Schwabing (1989) und der Milbertshofen (1993) schlitterten in den Konkurs, seitdem wartet man in München vergeblich auf einen Bundesligisten.

Klein und seine Münchner Panther schüren neue Hoffnung.

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