Die Formel Schlankheitswahn: Sie sparen am Trinken für die Fahrer

Die Boliden sind in dieser Saison, wegen der Regeln,so schwer wie nie. Doch die Teams kämpfen gegen jedes Gramm über der Mindestgrenze: Sie sparen am Trinken für die Fahrer - und Ferrari ändert die Farbe.
| Martin Wimösterer
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Ferrari-Rot? Künftig sieht der Farbton etwas anders aus, berichtet ein Insider-Medium.
Ferrari-Rot? Künftig sieht der Farbton etwas anders aus, berichtet ein Insider-Medium. © IMAGO/Motorsport Images

Der Speck muss weg! Während Otto Normal und Clara Mustermann im Frühjahr im Fitnessstudio für den "Beach Body" schwitzen, tüfteln die Formel-1-Rennställe ebenfalls am Idealgewicht - und kommen dabei auf die wildesten Ideen.

Formel 1: Kampf ums Idealgewicht

Idealgewicht, das bedeutet in der Königsklasse des Motorsports: 798 Kilo (plus die Tankladung). Leichter darf laut dem neuen Regelwerk kein Bolide sein - und damit ist die Formel 1 so schwer wie noch nie. Doch die Teams wollen das Limit nicht überschreiten, jedes zusätzliche Gramm kann auf Kosten der Höchstgeschwindigkeit gehen. Ferrari weicht beim F1-75 nun deswegen sogar von seiner Farbe ab.

Ferrari: 700 Gramm weniger Rot

Ferrari bleibt rot, wie die Tradition es will. Doch im Schlankheitswahn hat die Scuderia im Lack 700 Gramm Einsparpotenzial gefunden. Wie italienische Insider berichten, schimmert das Rot unter bestimmter Lichteinstrahlung etwas anders als gewohnt. Und das, da Ferrari angeblich schon den leichtesten Lack gehabt haben soll. Insgesamt will die Scuderia bis zum Grand Prix in Barcelona zwei bis drei Kilo abnehmen.

Boliden müssen Abspecken

Mit seiner Grammzählerei stehen die Italiener keineswegs allein da im Rennzirkus. Red Bull, Rennstall des Weltmeisters Max Verstappen soll anfangs zehn Kilogramm über dem Mindestgewicht gelegen haben, vor dem Imola-Rennen aber den RB18 um sechs Kilo abgespeckt haben. Helmut Marko, Berater der Salzburger, nennt dies eine "Mutmaßung". Er sagte aber zu "Motorsport-Total" auch: "Wir planen unsere Updates so, dass wir mit jedem Update immer auch gleich Gewicht verlieren, denn leider haben wir das Mindestgewicht noch immer nicht erreicht."

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Weniger zu Trinken für die Fahrer

Auch andere Teams haben sich Gedanken gemacht. Williams-Ingenieure haben zum Beispiel bei der Marketing-Abteilung angefragt, inwieweit man den Lack abkratzen könnte, ohne die Sponsoren-Präsentation zu beeinträchtigen.

Heraus kam ein Kompromiss. Auch die Fahrer bekommen den Kampf mit den Kilos zu spüren. Zum einen, weil jedes Kilo, das sie mehr als 80 kg wiegen, zusätzliches Gewicht über die Mindestgrenze bedeutet. Und zudem sparen die Teams im Service, wie Daniel Ricciardo von McLaren "Autosport" nach dem schwülen US-Rennen verriet: "Jeder kämpft natürlich um das letzte Bisschen Gewicht. Darum haben wir nicht den Luxus, drei Liter in das Getränksystem zu füllen. Deshalb haben wir nur ein wenig und es ist nie genug Flüssigkeit. Natürlicherweise dehydrierst du." Wenn einem da mal nicht bei 300 km/h schwindlig wird. . .

Nach der Hitzeschlacht kommt Spanien

Nach der Hitze-Schlacht von Miami über 60 Grad heißen Asphalt geht es am kommenden Wochenende beim Grand Prix von Spanien weiter. Viele Ställe setzen große Hoffnung auf die Barcelona-Schleife. Mercedes etwa, das über die Jahre viele Technikfüchse verloren hat und in dieser Saison hinterherfährt. "Wir sind im Niemandsland", klagte Teamchef Toto Wolff: "Wir fliegen seit Saisonbeginn ein bisschen im Nebel." Die Suche nach Optimierung läuft in der Formel 1.

Red Bull baut für das kommende Wochenende neue (leichtere) Teile ein. Und das, wo doch Verstappens Flitzer, trotz der Extrakilos, derzeit der schnellste auf der Strecke ist. Der W13 sei auch schnell, meint Wolff, das Team verstehe aber nicht, wie man die Power herauskitzeln könne. Barcelona, sagte Wolff, sei "definitiv der Zeitpunkt", an dem eine Verbindung zu den Testfahrten im Februar herstellen könne.

Nicht immer dreht sich die Fehlersuche in der Formel Schlankheitswahn ums Gewicht. Es ist aber in dieser Saison ein enormer Teil davon.

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