Deutsche Leichtathleten: Asse im Ärmel

Nach durchwachsenem Start haben die deutschen Leichtathleten nur noch wenige Kandidaten auf Edelmetall. Mit Kugelstoßer David Storl und den Speerwerferinnen sollen heute zwei Trümpfe stechen.
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Wollen und sollen Medaillen für den DLV holen: David Storl, Christina Obergföll und Arthur Abele (v.l.).
dpa/AZ-Montage Wollen und sollen Medaillen für den DLV holen: David Storl, Christina Obergföll und Arthur Abele (v.l.).

Rio de Janeiro - David Storl ist bereit. Die schlimmen Knieschmerzen der vergangenen Jahre? Weg! Der Stotterstart in die Saison? Abgehakt! Olympia-Gold in Rio? "Die Möglichkeit dazu besteht absolut", sagte der Kugelstoß-Riese wild entschlossen.

Der 26 Jahre alte Sachse ist eines der letzten Asse im Ärmel der deutschen Leichtathletik. Andere große Namen im Team wie Diskus-Riese Robert Harting oder die Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz haben in Rio Schiffbruch erlitten. Dass nun auch noch Storl patzt, der seit 2011 bei elf großen Meisterschaften sechsmal Gold holte – nicht auszudenken.

"Klar will ich vorne dabei sein. Aber es wird ein harter Wettkampf. Eine große Rolle wird spielen, wie man reinkommt. Und natürlich, wie die Qualifikation läuft", sagte Storl. Praktisch einen einzigen langen Wettkampf mit bis zu neun Stößen bestreiten die Kugelstoßer am Donnerstag, keine zehn Stunden nach Ende der Qualifikation steht schon das Finale (Freitag, 1.30 Uhr MESZ) an. Ein Vorteil für Storl: Von der Psyche her gibt es kaum einen Stärkeren als den zweimaligen Weltmeister.

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Zu fürchten sind nur die US-Stoßer: Weltmeister Joe Kovacs hat in diesem Jahr 22,13 m vorgelegt, Ryan Crouser 22,11 m. Storl, Karriere-Bestleistung 22,20, macht das nicht nervös. "Das ist normal, die großen Leistungen in den USA werden schon im Vorfeld des Saisonhöhepunktes gestoßen. Hier herrschen andere Gesetze", sagte der Sachse.

Zu den letzten Hoffnungen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes gehört auch das Speerwurf-Trio Obergföll/Stahl/Hussong. Doch die mussten mitunter in der Qualifikation ganz schön zittern. Linda Stahl schmerzte es im Rücken, Christina Obergföll zwickte die Hüfte – doch die beiden Speerwurf-"Altmeisterinnen" schafften es ins Finale. Die Qualifikation überstand auch die deutsche Meisterin Christin Hussong.

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Alle drei gehören zum Favoritenkreis für das Finale am Donnerstag (02.10 Uhr MESZ). "Ich hoffe, dass ich das nochmal hinkriege, dann war es eine geile Zeit", sagte Obergföll. Für die 34-jährige Offenburgerin und Hussong reichte es am Ende für Platz zehn und elf bei zwölf Final-Teilnehmerinnen. Stahl machte es wesentlich souveräner: Die 30-jährige Leverkusenerin übertraf in der zweiten Gruppe gleich zum Auftakt mit 63,95 Metern die geforderten 63,00. Ihre Rückenbeschwerden nahm sie mit Humor. "Einfach nur beim Aufstehen" sei es ihr reingefahren. "Alles über 30 ist halt blöd", meinte sie grinsend.

Medaillenchancen werden auch Artur Abele zugerechnet. Der Zehnkämpfer hat sich in Position gebracht: Er ist Weltranglistenzweiter hinter Weltrekordler Ashton Eaton (USA). Der gilt zwar als klarer Favorit auf die Goldmedaille, doch für Silber und Bronze sind Abele und die Kollegen Kai Kazmirek und Rico Freimuth in jedem Fall gut. Das sieht auch Willi Holdorf, Olympiasieger von 1964 so: "Wir haben so gute Zehnkämpfer wie lange nicht mehr." Jetzt sollen auch sie stechen, als eine der letzten Trumpfkarten des DLV.

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