Der WM-Traum lebt

Ein Gegentor in der allerletzten Sekunden verhindert den Sieg des DHB-Teams gegen Frankreich.
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Den Sieg zum Greifen nach, doch am Ende steht ein Remis gegen Weltmeister Frankreich.
Kay Nietfeld/dpa Den Sieg zum Greifen nach, doch am Ende steht ein Remis gegen Weltmeister Frankreich.

In der letzten Sekunde kassieren die deutschen Handballer gegen Frankreich den Ausgleich. Nach dem 25:25 hadert die Mannschaft: "Wir hätten den Sieg verdient gehabt", sagt Kapitän Uwe Gensheimer.

Berlin - Sie waren so kurz vor der großen Überraschung. Am Ende enttäuschte Gesichter bei der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Die Halle feierte die Spieler nach dem Unentschieden gegen Frankreich dennoch, als wäre der Sieg gegen den Weltmeister gelungen.

Die Mannschaft von Trainer Christian Prokop erkämpfte sich gestern Abend ein 25:25 (12:10) gegen dem Titelverteidiger und zieht dennoch vorzeitig in die Hauptrunde ein. Kapitän Uwe Gensheimer, Martin Strobel und Fabian Wiede waren mit jeweils vier Treffern beste Werfer der DHB-Auswahl. Vor allem die überragende Defensivleistung Mut für den weiteren WM-Verlauf. Gensheimer haderte nach dem Abpfiff aber dennoch. "Wir haben einen riesen Kampf hingelegt. Wir hätten den Sieg verdient gehabt und haben uns nicht belohnt", sagte er im ZDF.

Vor dem Spiel hatten die deutschen Spieler im Teamhotel die Nachricht vom Sieg Brasiliens gegen Russland erhalten, was dem deutschen Weiterkommen zusätzlich in die Karten spielte.

Nur zwei Gegentore in den ersten zehn Minuten

Das beflügelte die deutsche Mannschaft offenbar zusätzlich. Vor allem die Abwehr beeindruckte, die in den ersten zehn Minuten nur zwei Gegentore zuließ. Maßgeblichen Anteil daran hatte Torhüter Andreas Wolff, der sofort auf Betriebstemperatur war.

Die DHB-Auswahl konnte sich nicht absetzen, vergab zu viele Chancen. Kapitän Gensheimer scheiterte erstmals in der WM vom Siebenmeterpunkt an Frankreichs Keeper Vincent Gerard. Der Titelverteidiger, dessen Superstar Nikola Karabatic gegen Deutschland nicht auf dem Feld stand, ging in der 19. Minute beim 5:4 zum ersten Mal in Führung. Beeindruckt waren die Gastgeber nicht. Die Abwehr um Patrick Wiencek stand felsenfest. Der Kreisläufer des THW Kiel tauschte bereits nach 20 Minuten sein zerrissenes Trikot.

Dramatische Schlussphase

Das Feuer in der Berliner Halle war endgültig entfacht. Angetrieben von den Fans gab die deutsche Mannschaft nun auch offensiv Gas. Der Lohn war eine Zwei-Tore-Führung zur Pause. Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten die Franzosen, die in der 36. Minute beim 15:14 erneut führten. Das DHB-Team lief einem knappen Rückstand hinterher, ehe in der 44. Minute in doppelter Überzahl das 18:17 gelang.

In einer dramatischen Schlussphase zitterten die Deutschen. Zu Beginn der letzten Spielminute kämpften sich die Franzosen auf ein 24:25 heran, bevor ein Freiwurf zugunsten des Weltmeisters den Ausschlag für das Remis gab. Christian Prokop lobte nach der Partie die Leistung des Teams und sah über den zweiten späten Wackler "seiner Jungs" hinweg. "Wir wollen es zu unserer WM machen, deshalb zählt die Art und Weise." Der WM-Traum lebt.

 

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