Boris Becker: "Alexander Zverev ist auf dem besten Lauf seiner Karriere"

Für Tennis-Ikone Boris Becker ist Alexander Zverev neben Novak Djokovic der große Favorit bei den US Open. "Er weiß, dass er auf dem vielleicht besten Lauf seiner Karriere ist. Warum sollte der jetzt aufhören?"
| Thomas Becker
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Alexander Zverev mit seinem ehemaligen Trainer Boris Becker 2019.
Alexander Zverev mit seinem ehemaligen Trainer Boris Becker 2019. © IMAGO / PRiME Media Images

New York City - Am Montag startet Olympiasieger Alexander Zverev gegen den Amerikaner Sam Querrey in die US Open, das vierte und letzte Grand-Slam-Turnier der Saison. Nach der knappen Finalniederlage im Vorjahr gegen Dominik Thiem peilt der gebürtige Hamburger nun endlich den ersten Grand-Slam-Sieg an. Tennis-Ikone Boris Becker wird wieder als Eurosport-Experte kommentieren.

Der US-Open-Sieger von 1989 spricht über...

...die Erwartungen an Alexander Zverev: "Er hat einen unglaublichen Sommer hingelegt. Das habe ich mir erhofft, aber ehrlich gesagt nicht erwartet. Olympia-Gold zu holen, Djokovic zu schlagen: à la bonne heure, besser geht's nicht! Er ist dann nicht eingebrochen, hat sich nicht zu sehr feiern lassen, sondern schnell wieder auf den Trainingsplatz gefunden - und das Turnier in Cincinnati gewonnen, wo er zuvor nie ein Match gewonnen hatte! Für mich ist nach wie vor Djokovic Top-Favorit, aber an zweiter Stelle kommt Zverev. Aber wenn's so einfach wäre, hätte er es schon vorher gemacht."

Becker: Je älter man wird, desto wichtiger wird die Medaille

...Zverevs Finalniederlage 2020 gegen Dominic Thiem: Die schmerzhafteste Niederlage seines Lebens! Die wird ihm noch durch den Kopf gehen, wenn er in New York durch die Türen geht. Warum er die entscheidenden zwei Punkte nicht gemacht hat, weiß man manchmal nicht."

...sein Olympia-Gold 1992: "Olympia ist ein Höhepunkt für jeden Sportler, vor allem um dabei zu sein. Da noch eine Medaille zu holen, ist natürlich das größte Glück, das muss noch nicht mal Gold sein. Wir Tennisspieler wurden immer beäugt, weil wir als gutverdienende Einzelsportler oft mehr zeigen mussten als normale Athleten. Deswegen war die Goldmedaille mit Michael Stich auch für mich ein Höhepunkt - so wie jetzt auch für Zverev: Das wird er nie vergessen. Je älter man wird, desto wichtiger wird die Goldmedaille."

...Zverevs Olympia-Gold: "Es ist ein Knoten geplatzt. Das Verrückte beim Tennis ist ja: Man lernt dann, zu gewinnen. Winning produces winning. Man hat einen Weg gefunden, wie man die wichtigen Punkte holt und erinnert, sich daran, das wird ein Automatismus - das scheint gerade bei Zverev der Fall zu sein. Er ist freier, entspannter, hat mehr Selbstvertrauen, das könnte der Auslöser für sehr erfolgreiche US Open werden. Aber Tennis ist leider Tagesform, was letzten Monat war, interessiert nicht, wenn man auf den Platz muss. Aber er weiß, dass er auf dem vielleicht besten Lauf seiner Karriere ist, und warum sollte der in New York aufhören?

"Kein gutes Zeichen": Becker sorgt sich um Federer

...Zverevs 0:10-Bilanz gegen Top-10-Spieler bei Grand Slams: "Eine verblüffende Statistik. Ich weiß nicht, ob ihm das so bewusst ist. Umso wichtiger dieser Sieg bei Olympia! Aber klar: Diese Bilanz ist wohl der Grund, warum er noch keinen Grand Slam gewonnen hat."

...Novak Djokovic: "Er hatte eine ungewöhnliche Vorbereitung, hat kein Turnier bestritten, was neu für ihn ist. Wenn es zum Match gegen Zverev kommen sollte, wird er ihn ernster nehmen als vielleicht noch vor Olympia. So eine Niederlage tut schon weh. Novak ist stolzer Serbe und hätte sehr gern für sein Heimatland Gold geholt. Das hat ihn schon mehr als gewurmt."

...Roger Federers Zukunft: "Ich stecke nicht in seinem Knie. Er hatte die dritte Operation am gleichen Knie - das ist kein gutes Zeichen. Er hat auch gesagt, dass er versucht, noch einmal zurückzukommen: So vage hat er sich noch nie ausgedrückt. Ich würde mir auf jeden Fall wünschen, dass der dritte Satz dieses Jahr in Wimbledon nicht sein letzter war: Der endete nämlich 0:6."

...den Generationswechsel: "Auch Nadal hat für den Rest des Jahres abgesagt, Serena Williams auch. Der Generationswechsel ist seit zwei Jahren voll in Gange und nun fast vollzogen. Djokovic ist der letzte Mohikaner. Aber in New York werden sich die bekannten Namen durchsetzen. Ein unbekannter 21-Jähriger wird es nicht ins Halbfinale schaffen."

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