BMW-Open in München: Das ist der Favorit für Turnierchef Kühnen
AZ: Herr Kühnen, am Wochenende beginnen am Aumeisterweg am Nordende des Englischen Gartens wieder die BMW Open, denen Sie seit 2008 als Turnierdirektor verbunden sind. Auf einer Skala von 1 bis 100, wie groß ist die Vorfreude?
PATRIK KÜHNEN: 110. Spielerfeld, Anlage, Wetter – alles ist angerichtet. Ich freue mich wahnsinnig, wenn es losgeht.
Seit dem vergangenen Jahr sind die BMW Open kein 250er-Turnier mehr, sondern ein 500er, was für die Top-Spieler natürlich ein größerer Anreiz ist: mehr Weltranglistenpunkte, mehr Preisgeld. Wie hat sich dadurch Ihr Job als Turnierdirektor verändert?
Der Job ist im Großen und Ganzen gleich geblieben. Es hat sich auch strukturell nichts verändert. Die Partnerschaften sind noch die gleichen, auch die Team-Arbeit mit den Veranstaltern MMP Event und dem MTTC Iphitos ist genauso professionell wie in den Vorjahren. Aber ja: Sie ist umfangreicher geworden. Die positive Weiterentwicklung, wie wir sie letztes Jahr bei der Premiere als 500er-Turnier gesehen haben und wie wir sie auch im zweiten Jahr sehen werden, steht auf den starken Säulen dieser Partnerschaft. Für mich hat sich nichts verändert. Die Freude ist ungebrochen.
Auch Shelton, Bublik und Tsitsipas bei den BMW Open dabei
Aber wie in jedem Jahr gilt es auch heuer wieder, das beste Feld aller Zeiten zusammenzukriegen. Wenn sich nicht noch der ein oder andere Spieler verletzt, ist das aktuelle Line-Up in der Tat grandios.
Der Weltranglisten-Siebte Taylor Fritz und Sebastian Korda, der zuletzt in Miami sogar Carlos Alcaraz geschlagen hat, haben leider verletzt absagen müssen, aber wenn man die Namen durchgeht, liest man schnell heraus, dass es viele potenzielle Turniersieger gibt, die bei uns gemeldet sind. Alexander Zverev ist für mich der Top-Favorit, aber da sind auch noch Ben Shelton, Alexander Bublik, Flavio Cobolli, Jakub Mensik, Joao Fonseca, Stefano Tsitsipas: enorm starke Namen, die alle auf unsere Storyline, unsere Identität als Turnier einzahlen, auf den Weg, den wir schon immer gegangen sind, wenn sich eine Chance ergibt. So wie früher Zverev, Caspar Ruud oder Holger Rune ist nun Fonseca ein Spieler, der auf dem Weg in die Top Ten ist. Wir haben das Potenzial, dass wir in den ersten Runden schon Matches sehen, die wir sonst bei Grand Slams vielleicht in der dritten oder vierten Runde sehen. Mich freut, dass wir von der Attraktivität her noch mal zulegen konnten.
Zverev hat das Turnier schon drei Mal gewonnen. Wie haben Sie ihn zuletzt erlebt?
Deutlich positiver, was die Platzposition angeht, immer wieder auch mit Zug zum Netz. Der Aufschlag ist so stark gewesen die letzten Monate, im Schnitt über 70 Prozent erste Aufschläge. Für mich ist er der Spieler, der am nächsten dran ist an Carlos Alcaraz und an Jannik Sinner. Und er ist auch näher dran als vielleicht noch im letzten Jahr.
Zverev: "Sehr beständig im letzten Jahr"
Er hatte in seiner Karriere ja auch mal Phasen, wo nach der ersten oder zweiten Runde eines Turniers schon Schluss sein konnte. Das gab es nun allerdings schon lange nicht mehr, oder?
Nein, er war sehr beständig im letzten Jahr. Gut, im Vorjahr hatte er hier dieses enge Match gegen Tallon Griekspoor. . . aber in so einem starken Feld, wie wir es dieses Jahr haben, gibt es einfach keine Garantien. Da ist alles möglich, und das ist ja auch das Spannende, was der Tennissport mitbringt: dass ab der ersten Runde alle gefordert sind.
Wir behalten mal die deutsche Brille auf: Auf welche Landsleute können sich die Fans denn noch freuen?
Zwei Wildcards für das Hauptfeld gehen an Yannick Hanfmann und Jan-Lennard Struff, der vor zwei Jahren hier im Finale Taylor Fritz bezwungen hat und seinen ersten Turniersieg überhaupt auf der ATP-Tour feiern konnte. Und natürlich haben wir wie die vergangenen Jahre auch alle deutschen Spieler im Blick. Das ist ja auch wichtig für unser Turnier.
Vereinzelte Restkarten stehen sicher noch zur Verfügung
Namen können Sie noch nicht nennen?
Nein, aber wir sprechen da von den üblichen Verdächtigen, sage ich jetzt mal.
Kommen wir zu den schlechten Nachrichten: Es gibt kaum noch Karten, oder?
Ganz up to date bin ich da nicht, aber vereinzelte Restkarten stehen sicher noch zur Verfügung, gerade für das Wochenende, wo ja die Qualifikation gespielt wird, und unter der Woche.
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