Bilder: Die größten Dopingskandale im deutschen Sport

Nach seinem WM-Sieg Ende Februar verlief ein Dopingtest des deutschen Boxers Felix Sturm positiv. Sturm ist nicht der einzige deutsche Sportler, der in der Vergangenheit verbotene Stoffe zu sich genommen hat. Eine Übersicht.
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Katrin Krabbe (Leichtathletik):  Es war zu schön, um wahr zu sein: Krabbe gewann bei den Weltmeisterschaften 1991 in Tokio dreimal Gold (100 m, 200 m, Staffel), wurde zu Deutschlands Sportlerin des Jahres und zur Weltsportlerin gewählt. Im Juli 1992 war alles vorbei: Ihr wurde gemeinsam mit ihren Trainingskolleginnen Silke Möller und Grit Breuer die Einnahme des Kälbermastmittels Clenbuterol nachgewiesen. Vom Deutschen Leichtathletik-Verband wurde das Trio rund ein Jahr gesperrt, doch der Weltverband IAAF verlängerte diese Frist 1993 wegen „unsportlichen Verhaltens“ um zwei weitere Jahre bis August 1995. Krabbe klagte dagegen erfolgreich – und erstritt 2001 von der IAAF etwa 1,5 Millionen Mark Schadenersatz.
Rauchensteiner/Augenklick 9 Katrin Krabbe (Leichtathletik): Es war zu schön, um wahr zu sein: Krabbe gewann bei den Weltmeisterschaften 1991 in Tokio dreimal Gold (100 m, 200 m, Staffel), wurde zu Deutschlands Sportlerin des Jahres und zur Weltsportlerin gewählt. Im Juli 1992 war alles vorbei: Ihr wurde gemeinsam mit ihren Trainingskolleginnen Silke Möller und Grit Breuer die Einnahme des Kälbermastmittels Clenbuterol nachgewiesen. Vom Deutschen Leichtathletik-Verband wurde das Trio rund ein Jahr gesperrt, doch der Weltverband IAAF verlängerte diese Frist 1993 wegen „unsportlichen Verhaltens“ um zwei weitere Jahre bis August 1995. Krabbe klagte dagegen erfolgreich – und erstritt 2001 von der IAAF etwa 1,5 Millionen Mark Schadenersatz.
Roland Wohlfahrt (r., Fußball): Der Stürmer, im Jahr 1995 beim VfL Bochum unter Vertrag (zuvor von 1984 bis 93 beim FC Bayern), sorgte für den ersten Dopingfall im deutschen Profi-Fußball. In einem Appetitzügler, den er ohne Wissen seines Arbeitgebers genommen hatte, war das verbotene Stimulanzmittel Norephedrin enthalten – zwei Monate Sperre
Rauchensteiner/Augenklick 9 Roland Wohlfahrt (r., Fußball): Der Stürmer, im Jahr 1995 beim VfL Bochum unter Vertrag (zuvor von 1984 bis 93 beim FC Bayern), sorgte für den ersten Dopingfall im deutschen Profi-Fußball. In einem Appetitzügler, den er ohne Wissen seines Arbeitgebers genommen hatte, war das verbotene Stimulanzmittel Norephedrin enthalten – zwei Monate Sperre
Dieter Baumann (Leichtathletik): Sieben Jahre nach seinem Olympiasieg über 5000 m wird Dieter Baumann positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet. Als Spuren des Mittels in seiner Zahnpasta gefunden wurden, sprach ihn der Deutsche Leichtathletik-Verband frei, was der Weltverband IAAF aber nicht anerkannte – zwei Jahre Sperre.
Frank Kleefeldt 9 Dieter Baumann (Leichtathletik): Sieben Jahre nach seinem Olympiasieg über 5000 m wird Dieter Baumann positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet. Als Spuren des Mittels in seiner Zahnpasta gefunden wurden, sprach ihn der Deutsche Leichtathletik-Verband frei, was der Weltverband IAAF aber nicht anerkannte – zwei Jahre Sperre.
Alexander Leipold (Ringen): Auch ihm wurde Nandrolon zum Verhängnis, drei Tage nach seinem Olympiasieg 2000 in Sydney wurde er erwischt. Wegen zahlreicher Ungereimtheiten rund um das Nachweisverfahren wurde Leipold nur für ein Jahr gesperrt und darf sich heute immerhin noch „Sieger der Olympischen Spiele 2000 in Sydney“ nennen – nicht aber „Olympiasieger“.
Peter Kneffel/dpa 9 Alexander Leipold (Ringen): Auch ihm wurde Nandrolon zum Verhängnis, drei Tage nach seinem Olympiasieg 2000 in Sydney wurde er erwischt. Wegen zahlreicher Ungereimtheiten rund um das Nachweisverfahren wurde Leipold nur für ein Jahr gesperrt und darf sich heute immerhin noch „Sieger der Olympischen Spiele 2000 in Sydney“ nennen – nicht aber „Olympiasieger“.
Johann Mühlegg (Ski nordisch): Schon als der Allgäuer 2002 bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City drei Goldmedaillen gewann, lief der Dopingverdacht mit. Nach seinem abschließenden Sieg über 50 Kilometer wurde Mühlegg, der wegen seiner Suspendierung in der dubiosen Geistheiler-Affäre für Spanien startete, mit dem Epo-Derivat Darbepoetin alpha erwischt. Kurz vor Ablauf seiner Zweijahressperre trat er zurück – und verschwand in der Versenkung.
Gero Breloer 9 Johann Mühlegg (Ski nordisch): Schon als der Allgäuer 2002 bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City drei Goldmedaillen gewann, lief der Dopingverdacht mit. Nach seinem abschließenden Sieg über 50 Kilometer wurde Mühlegg, der wegen seiner Suspendierung in der dubiosen Geistheiler-Affäre für Spanien startete, mit dem Epo-Derivat Darbepoetin alpha erwischt. Kurz vor Ablauf seiner Zweijahressperre trat er zurück – und verschwand in der Versenkung.
Ludger Beerbaum (Springreiten): Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurden bei Beerbaums Pferd Goldfever Spuren des verbotenen Medikaments Betamethason gefunden. Das deutsche Springreiter-Team verlor seine Goldmedaille.
Peter Kneffel/dpa 9 Ludger Beerbaum (Springreiten): Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurden bei Beerbaums Pferd Goldfever Spuren des verbotenen Medikaments Betamethason gefunden. Das deutsche Springreiter-Team verlor seine Goldmedaille.
Jan Ullrich (Radsport): Der einzige deutsche Tour-de-France-Sieger (1997) sorgte 2006 für den wohl spektakulärsten deutschen Dopingfall. Vor dem Start der Tour de France wurde er im Zuge der Fuentes-Affäre suspendiert. 2007 konnten die bei Doping-Arzt Fuentes gefundenen Blutkonserven Ullrich zugeordnet werden. Nach jahrelangen Verfahren sprach ihn der internationale Sportgerichtshof CAS schuldig, alle Erfolge Ullrichs seit dem 1. Mai 2005 wurden annulliert. Im Sog der Fuentes-Affäre gestanden zahlreiche weitere deutsche Radprofis Doping-Missbrauch, unter anderem Top-Sprinter Erik Zabel.
epa 9 Jan Ullrich (Radsport): Der einzige deutsche Tour-de-France-Sieger (1997) sorgte 2006 für den wohl spektakulärsten deutschen Dopingfall. Vor dem Start der Tour de France wurde er im Zuge der Fuentes-Affäre suspendiert. 2007 konnten die bei Doping-Arzt Fuentes gefundenen Blutkonserven Ullrich zugeordnet werden. Nach jahrelangen Verfahren sprach ihn der internationale Sportgerichtshof CAS schuldig, alle Erfolge Ullrichs seit dem 1. Mai 2005 wurden annulliert. Im Sog der Fuentes-Affäre gestanden zahlreiche weitere deutsche Radprofis Doping-Missbrauch, unter anderem Top-Sprinter Erik Zabel.
Claudia Pechstein (Eisschnelllauf): Im Februar 2009 sperrte der Eislauf-Weltverband ISU die fünfmalige Olympiasiegerin aufgrund des indirekten Nachweises wegen auffälliger Blutwerte für zwei Jahre. Pechstein geht seitdem in einem beispiellosen juristischen Feldzug gegen die „Unrechtssperre“ und gegen die ISU vor. Als zahlreiche Hämatologen Pechsteins Werte mit einer von ihrem Vater vererbten Krankheit begründen, wendete sich das Blatt zugunsten Pechsteins.
dpa/George Frey 9 Claudia Pechstein (Eisschnelllauf): Im Februar 2009 sperrte der Eislauf-Weltverband ISU die fünfmalige Olympiasiegerin aufgrund des indirekten Nachweises wegen auffälliger Blutwerte für zwei Jahre. Pechstein geht seitdem in einem beispiellosen juristischen Feldzug gegen die „Unrechtssperre“ und gegen die ISU vor. Als zahlreiche Hämatologen Pechsteins Werte mit einer von ihrem Vater vererbten Krankheit begründen, wendete sich das Blatt zugunsten Pechsteins.
Evi Sachenbacher-Stehle (Biathlon/Ski nordisch): Die Biathletin, Langlauf-Olympiasiegerin von 2002 und 2010, wurde nach ihrem vierten Platz im Massenstartrennen der Olympischen Spiele 2014 in Sotschi mit dem verbotenen Nahrungsergänzungsmittel Methylhexanamin erwischt. Im November 2014 erklärte sie ihren Rücktritt.
Armando Babani/epa 9 Evi Sachenbacher-Stehle (Biathlon/Ski nordisch): Die Biathletin, Langlauf-Olympiasiegerin von 2002 und 2010, wurde nach ihrem vierten Platz im Massenstartrennen der Olympischen Spiele 2014 in Sotschi mit dem verbotenen Nahrungsergänzungsmittel Methylhexanamin erwischt. Im November 2014 erklärte sie ihren Rücktritt.

Das Lebenswerk des Felix Sturm, es steht vor dem Einsturz. Die positive Dopingprobe vom 20. Februar, als nach seinem WM-Sieg gegen den Russen Fjodor Tschudinow Spuren des verbotenen Muskelpräparates Stanozolol in seinem Blut nachgewiesen wurden, gefährdet den Ruf des Boxers, der fünfmal Weltmeister wurde.

Lesen Sie hier: Doping-Vorwurf - Ibrahimovic erwägt Klage

Nicht das erste Mal, dass die Karriere eines Sportstars durch Doping zerstört wird.

Die prominentesten Fälle aus Deutschland in der Bilderstrecke.

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