Bayern-Coach sauer: Der Pesic-Monolog

Der Basketball-Trainer beschwert sich über die Schiedsrichter und die Liga. „Ich will keinen Spezialstatus“, sagt er. Bleibt er trotzdem?
| Julian Buhl
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Nicht nur an der Seitenline ein Vulkan: Svetislav Pesic.
Rauchensteiner/Augenklick Nicht nur an der Seitenline ein Vulkan: Svetislav Pesic.

In erster Linie hatte der FC Bayern Basketball ja wegen des am Sonntag (17 Uhr) anstehenden Topspiels gegen Bamberg zur Pressekonferenz geladen. Nicht, dass Chefcoach Svetislav Pesic darüber nicht gesprochen hätte. Das tat er sogar ziemlich lange und ausführlich. Er vergaß dabei auch nicht, das Auswärtsspiel in Crailsheim, zu dem seine Bayern am Freitag (20.30 Uhr) zuvor noch reisen werden, zu erwähnen.

„Wenn wir sagen würden, wir denken nicht an Bamberg, stimmt das nicht, natürlich denken wir an Bamberg“, gab Pesic zu. Dass der Tabellenführer nach 20 Siegen ausgerechnet bei Bayerns Verfolger Oldenburg gepatzt hatte, „interessiert mich überhaupt nicht“, sagte Pesic auf AZ-Nachfrage: „Wir wissen um die Qualität von Bamberg. Sie werden volle Pulle hier her kommen, wie immer.“ Dennoch: „Wir sind immer Favorit, auch gegen Bamberg.“ Der Bayern-Coach schloss seine Ausführungen bereits mit der Ankündigung, nun arbeiten zu müssen. Plötzlich ging die Pressekonferenz dann aber doch noch in die Overtime. Und wie!

 

„Mein Leben ist Basketball“, sagt Svetislav Pesic

 

Grund dafür war eine letzte, abschließende Frage, die Pesic mit einem fast 22 Minuten andauernden Monolog beantwortete. Die Frage zielte auf seine kürzlich gemachte Ankündigung ab, „zu 99 Prozent“ im Sommer nicht mehr Trainer beim FC Bayern zu sein.

„Meine Einstellung zu meinem Job, der Mannschaft und dem FC Bayern hat sich nicht geändert“, begann Pesic und sagte: „Mein Leben ist Basketball.“ Wenn er wüsste, dass er den Sport in einem Jahr nicht vermissen würde, „trete ich heute direkt nach dem Training ab“.

Lesen Sie hier: Marko Pesic:

So weit, so gut: die nachvollziehbaren Überlegungen eines 66 Jahre alten Mannes bezüglich seines irgendwann wohlverdienten Ruhestands. Doch dann wurde Pesic in seiner Rede grundsätzlicher, seine Stimme lauter, seine Gesten energischer, bis er sich schließlich von seinem Stuhl erhob und die Pressekonferenz temperamentvoll wie sonst die Spiele an der Seitenlinie coachte.

Er erinnerte an das Spiel gegen Frankfurt, nachdem er seine Rücktrittsankündigung gemacht hatte. Und daran, dass sein Team dabei Punkt um Punkt aufholte und dann durch ein technisches Foul gegen ihn gestoppt worden sei.

 

Pesic ist fertig mit der Liga und ihren Schiedsrichtern

 

„Ich will kein Störfaktor sein“, sagte Pesic. Nicht für „meine Mannschaft“ und „nicht für die Liga“. Und auch keinen „Spezialstatus“, sagte er in Anspielung auf einen kürzlich veröffentlichten Artikel, der ihm genau das unterstellt hatte. „Ich will nur, dass jeder den gleichen Status hat und gleich behandelt wird.“

Seit er 2012 zum FC Bayern gekommen sei, „bin ich der meist bestrafte Trainer in ganz Europa“. Einige Strafen habe er sicher verdient, andere eben nicht. Pesics Vorwurf: „Die Schiedsrichter wollen sich beweisen. Gegen mich und gegen Bayern München.“ Es werde nach dem Motto gehandelt: „Schön dass ihr da seid, Bayern München, aber Meister dürft ihr erst nach sechs oder sieben Jahren werden.“

Mit der deutschen Liga sei er ohnehin fertig und der FC Bayern seine einzige Motivation für eine Rückkehr gewesen. Deshalb gelte nun auch: „Wenn mein Verein kommt und sagt, du musst bleiben und deinen Job beenden, dann ist das so. Der Verein ist Gesetz.“ Und dann hatte Pesic fertig. „Lange Rede kurzer Sinn“, fasste er zusammen: „Machen Sie sich um mich keine Sorgen. Ich werde schon die richtige Entscheidung treffen. Nicht für mich, sondern für meinen Verein.“

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