Basketball-Olympiamannschaft: Deutsche Mission mit Makeln

Die Basketballer starten ins Turnier. Diskussionen um Coach Henrik Rödl stören die Konzentration des Teams.
| Julian Buhl
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Schon vor Olympia in der Kritik: Bundestrainer Hendrik Rödl.
Schon vor Olympia in der Kritik: Bundestrainer Hendrik Rödl. © dpa

Henrik Rödl weiß, was es bedeutet, an den Olympischen Spielen teilzunehmen.

1992 war er schließlich mit der deutschen Basketball-Nationalmannschaft dabei. Und traf in der Vorrunde damals auf das amerikanische "Dream Team" um Michael Jordan, Larry Bird und Magic Johnson, das die Deutschen mit 111:68 abfertigte. Unter Trainer-Legende Svetislav Pesic wurde das deutsche Team am Ende Siebter.

Deutsche Vorrundengegner haben es in sich

Nicht nur für Rödl ein bleibendes Olympia-Erlebnis. "Eines meiner großen Lebensziele war, da jetzt noch einmal als Trainer hinzukommen", sagte der deutsche Nationalcoach, nun vor dem Auftakt in Tokio am Sonntag (6.40 Uhr MESZ) gegen Italien. Auch die beiden anderen Vorrundengegner haben es mit Nigeria und Australien allerdings in sich.

"Eine sehr schwere Gruppe, das wird nicht einfach", sagte Pesic der AZ. Schon Auftaktgegner Italien schätzt der 71-Jährige stark ein. "Nigeria spielt mit neun NBA-Spielern und einem NBA-Coach, das ist praktisch eine NBA-Mannschaft. Und Australien ein Kandidat fürs Finale." Auch Rödl weiß um die Schwere der bevorstehenden Aufgaben: "Eine Medaille ist, glaube ich, sehr hochgegriffen im Moment, aber ich traue der Mannschaft sehr, sehr viel zu."

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Pesic attestierte dieser einen "hervorragenden Teamspirit" und sprach von "imponierendem Basketball", den sie zuletzt gezeigt habe. Und zwar ohne die NBA-Stars Dennis Schröder, Daniel Theis, Maximilian Kleber und Isaiah Hartenstein. "Das ist ein Resultat, das man sehr respektieren muss, sich ohne diese vier Spieler zu qualifizieren", sagt Pesic.

Weil die vier Topspieler auch in Japan fehlen, geht die DBB-Auswahl als Außenseiter ins Turnier. Bei Schröder verhindern unlösbare Versicherungsfragen einen eigentlich geplanten Einsatz. "Ich wäre unglaublich gerne in Tokio mit dabei gewesen. Es sind die Olympischen Spiele, das ist für einen Sportler so ziemlich das Größte und von einer Teilnahme an Olympia habe ich immer geträumt", sagte der 27 Jahre alte Point Guard. Nun sei er "definitiv der größte Fan des Teams".

Diskussionen um Trainer Rödl entbrannt

Neben der Versicherungs-Posse um Schröder störte aber auch der Fall Joshiko Saibou, den Rödl nominierte, obwohl der Point Guard auf Demonstrationen vor Corona-Leugnern aufgetreten war, die Vorbereitung. Schon vor dem Turnier wurde eine Diskussion um die Zukunft des Bundestrainers entfacht und bereits Namen potenzieller Nachfolger gehandelt. Pesic bezeichnete es als "eine Unverschämtheit, eine Legende des deutschen Basketballs in so eine Situation zu bringen". Es ist eine olympische Mission mit Makeln.

Verzichten muss Rödl unter anderem auch auf Bayern-Profi Paul Zipser, bei dem kürzlich ein Hirntumor entfernt werden musste. Dafür sind in Danilo Barthel, Kapitän Robin Benzing und Maodo Lo drei ehemalige Münchner im Kader. Los Einsatz ist allerdings fraglich, da er aufgrund von muskulären Problemen zuletzt nicht trainieren konnte.

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