Australian Open: Die ersten Hitze-Opfer

Temperaturen über 42 Grad setzen den Tennisstars bei den Australian Open in Melbourne übel zu. Die Spieler klagen, Balljungen werden abtransportiert. Murray warnt vor der Gefahr von „Herzinfarkten“.
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Melbourne - Jeder Schritt ist eine Qual, bei jedem Atemzug brennt die Lunge. Die Australian Open in Melbourne, das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres, ist mal wieder eine extreme Hitzeschlacht. Eine Schlacht, die bereits die ersten Opfer eingefordert hat.

Die Chinesin Shuai Peng musste sich nach einem Hitzschlag auf dem Platz übergeben, der Kanadier Frank Dancevic bekam auf dem Court einen Schwindelanfall und viele Ballkinder mussten ausgetauscht werden. Sie hätten es unter der sengenden Sonne Melbournes nicht länger ausgehalten. Trotz der Vorsichtsmaßnahmen mussten gleich mehrere Balljungen in Rollstühlen abtransportiert werden. All das hat den Unmut von Wimbledon-Sieger Andy Murray erregt. Er warnte sogar davor, dass es Todesfälle geben könnte. „Es sieht für den ganzen Sport furchtbar aus, wenn Leute zusammenbrechen, Ballkinder oder Zuschauer. Es hat einige Fälle in anderen Sportarten gegeben, wo Spieler Herzinfarkte hatten“, warnte Murray, „du musste deshalb ganz verantwortungsvoll mit dem Thema umgehen. In dieser Hitze wirst du definitiv an deine Grenzen getrieben.“

Die Stars versuchen alles, um die nicht über die Grenzen getreiben zu werden, um die Qualen zu lindern, den Körper nicht zu überhitzen. Denn bei Außentemperaturen von über 40 Grad, immer dann, wenn der Körper sich selbst durch Schwitzen nicht mehr abkühlen kann, wird es gefährlich, dann muss nachgeholfen werden. Mehrere Liter Wasser oder Mineralgetränke nehmen die Spieler während eines Matches zu sich. „Man hat das Gefühl, man kann gar nicht so viel Wasser zuführen, wie man durch das Schwitzen wieder verliert“, sagte etwa die ehemalige Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki. Und die Serbin Jelena Jankovic versuchte ihren Körper durch Eisbeutel- und packungen auf Betriebstemperatur zu halten. Gerade in den Wechselpausen werden auch oft Handtücher direkt aus dem Kühlfach um den Körper gewickelt.

Denn sie wollen spielen, aber nicht mit ihrer Gesundheit. Die extreme Hitze machte am Dienstag allen zu schaffen. Um 17.45 Uhr erreichte die Temperatur im Melbourne Park mit 42,2 Grad ihren Höhepunkt. „Es hat sich angefühlt, als wäre man unter einer Glocke“, sagte Andrea Petkovic nach ihrer Erstrunden-Pleite. „Man denkt, es schmilzt einem die Haut weg.“
Fast noch schlimmer als für die Spieler war die Hitze für die Zuschauer, selbst die sonnengewohnten Aussies meiden den Glutofen Tennisplatz. Bis Freitag soll das Thermometer täglich die 40-Grad-Marke überschreiten. „Bis dahin ist keine Linderung in Sicht“, sagte Meteorologe Gernot Schütz vom Internet-Portal wetter.com. Doch dann soll ein Temperatursturz kommen. Schütz: „Ab dem Wochenende könnten die Temperaturen auf 20 Grad sinken.“

Bis dahin hilft nur: trinken, trinken, trinken, kühlen, kühlen, kühlen.

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