Auch ohne Bier: Fünf Gründe für Klopp, happy zu sein

Jürgen Klopp ist die Erleichterung über den ersten Sieg als Bundestrainer anzumerken. Über das Ergebnis beim 2:0 gegen Serbien hinaus ist es besonders die Art und Weise, die ihn glücklich stimmt.
dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Für Jürgen Klopp ist der Sieg gegen Serbien ein ganz besonderer.
Für Jürgen Klopp ist der Sieg gegen Serbien ein ganz besonderer. © Christian Charisius/dpa
München

Nach seinem ersten Sieg als Bundestrainer wusste Jürgen Klopp nicht, was der Abend noch bringen würde. Eine Party? Zumindest ein Feierabend-Bier? "Keine Ahnung, ich habe keine Erfahrung damit. Ich habe noch nie ein Spiel gewonnen als Nationaltrainer", antwortete der 59-Jährige auf die Frage nach den Feiergewohnheiten bei der Nationalmannschaft.

"Haben wir Bier im Bus?", fragte er die auf dem Podium neben ihm platzierte Pressesprecherin. Und wäre er mit diesem Kaltgetränk in der Hand ein gutes Vorbild für die Spieler? In Liverpool habe er früher nach Auswärtsspielen gerne ein Bier getrunken, erzählte Klopp launig. Da hatte einer Spaß an der Party-Thematik.

Klopp hatte nach dem 2:0 gegen Serbien im dritten Nations-League-Spiel ohnehin Spaß an (fast) allem. Die Erleichterung, ja, die Befreiung über den ersten Sieg unter seiner Trainer-Regie beim DFB war greifbar. "Alles" sei richtig gut gewesen, verfiel Klopp in einen Superlativ.

Gründe, die Heimfahrt von München ins Teamquartier in Herzogenaurach durch die tiefe Nacht zu genießen, hatte ihm die Partie in Fülle geliefert. Der Klopp-Effekt hatte zum ersten Mal richtig durchgeschlagen. Darüber freute sich der Bundestrainer besonders:

Pressing und Power

Klopp verlangt viel von seinen Spielern. Und Zeit hat er nicht, seine Anforderungen zu vermitteln. Umso glücklicher war er, dass der Auftritt in München seinem Ideal gegen biedere Serben nahekam. "Heute waren die Jungs auf Krawall eingestellt, muss man echt sagen", sagte Klopp.

"Die Aggressivität ist durch die Decke gegangen, das war außergewöhnlich gut. Und dadurch war es dieses tolle Spiel", führte er weiter aus. Sogar die verbesserungswürdige Chancenverwertung habe einen positiven Effekt. So sei man fokussiert geblieben, hätte 90 Minuten auf Anschlag gesehen. "Das wird für uns super wichtig bleiben", sagte er.

Wirtz/Pavlovic/Bischof

Dieses Mittelfeldtrio machte Spaß. Klopp wollte keinen herausheben. Aleksandar Pavlovic als Stratege, Tom Bischof als Mister Überall - beide toll! Doch Florian Wirtz, den stellt Klopp immer wieder besonders heraus, obwohl er es nicht will. Eigentlich will er ihn beschützen, vor jedem Wirbel, jeder Kritik. Und auch vor zu süßem Lob, das Druck bedeuten kann.

Klopp weiß, wie es in Liverpool zugeht. Dort seien alle bestimmt "sehr happy mit der Performance" ihres deutschen Superstars. Er war es mit Wirtz - nach Tor und Vorlage für Bischof. Aber gerade das Zusammenspiel der Drei war ein Zündfunke. Klopp sprach es nicht aus, doch deutete es an: Das war ein Stück deutsche Fußball-Zukunft in der Gegenwart.

Die Neulinge

Fußball-Zukunft sollen auch die vielen Neulinge sein. Fünf waren es gegen Serbien. Torwart Jonas Urbig, Derry Scherhant, Said El Mala, Mika Baur und Vitaly Janelt. "Ich bin total happy, dass wir die Jungs eingeladen haben, dass wir sie gesehen haben", konstatierte Klopp. Und hob speziell auf Baur ab, der nebenbei noch zum 1.000. Nationalspieler in der DFB-Historie wurde. Dass sich der eher schmächtige Profi in der rauen schottischen Liga bei Celtic Glasgow durchsetzt, imponiert dem Bundestrainer.

Die Etablierten

Was bedeutet dieses Spiel für die Etablierten wie den Zuschauern Joshua Kimmich oder Jonathan Tah, die beide pausierten? Müssen sie jetzt zulegen? Diese Frage gefiel Klopp gar nicht. Sie machte ihn fast ein bisschen wütend. Hinter mancher Frage vermutete er den Dreh für eine negative "Jo-Kimmich-Geschichte".

"Wir können in unterschiedlichsten Konstellationen eine bestimmte Art von Fußball spielen. Das ist der Plan", sagte er. "Der Fußball muss konstant bleiben, die Aufstellung kann es nicht", sagte er. Klopp will Alternativen. Er kriegt sie.

Die Revanche

Es ist wieder alles drin in der Nations League. Bei vier Punkten sind die Niederlande (5 Punkte) und Griechenland (7) in Sichtweite. Und am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) geht es zum Tabellenführer nach Thessaloniki. Da ist noch eine Rechnung offen nach dem 0:1 von Augsburg. Auf eine öffentliche Taktikbesprechung für die schnelle Revanche hatte Klopp noch keine Lust.

"Ich fühle mich heute überragend, weil ich total happy und stolz bin auf das, was die Jungs da hingehauen haben. Und jetzt fahren wir nach Hause, versuchen zu schlafen, fliegen nach Griechenland und versuchen, Fußball zu spielen. Das ist der Plan", sagte Klopp.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.