Uschi Disl gratuliert Lena Neuner: Jetzt bist du da, hast es geschafft

Die Biathlon-Legende schreibt in der AZ über Triumphe, Emotionen und ihre Nachfolgerin.
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Magdalena Neuner feiert vor den Olympischen Ringen in Whistler ihre Silbermedaille.
dpa Magdalena Neuner feiert vor den Olympischen Ringen in Whistler ihre Silbermedaille.

Die Biathlon-Legende schreibt in der AZ über Triumphe, Emotionen und ihre Nachfolgerin.

Von Uschi Disl

Was für ein wunderbarer Auftakt. Die Silbermedaille von Lena Neuner hat mich riesig gefreut. Für mich ist es ja das erste Mal, dass ich nicht mehr dabei bin bei Olympia, seit 1992 hatte ich bei allen Winterspielen teilgenommen. Gereizt hätte es mich ja schon, als Zuschauer nach Kanada zu fahren, aber es wäre alles zu kompliziert gewesen. Auch für meine kleine Tochter ist es besser, dass ich daheim bleibe, zweieinhalb Wochen ohne sie, das hätte ich auch nicht gewollt.

Ich empfand Olympische Spiele immer wunderschön. Allein schon der Moment, wenn ich im Olympischen Dorf mein Zimmer bezogen habe. Da habe ich dann gewusst, jetzt bist du da, jetzt hast du es geschafft. Da war auch ein gewisser Stolz dabei. So geht es der Lena jetzt auch. Einzig schade empfand ich immer, dass wir von den anderen Sportarten nie so viel mitbekommen haben. Anders als etwa die Rodler, die nur einen Wettkampf haben, gingen unsere Wettbewerbe immer von Anfang bis zum Schluss. Das ist heute noch so wie damals.

Ansonsten hat sich der Sport natürlich stark gewandelt. Dass Biathlon populär werden würde, hatte ich schon früher erwartet, mit so einem Boom aber hatte ich nicht gerechnet. Eine Entwicklung, die ich aber auch mit gemischten Gefühlen sehe. Denn längst hat es für Sportler Ausmaße angenommen, wo es für sie immer schwieriger wird, ihre Rückzugsbereiche zu finden. Die Nähe zu den Fans ist ja schön, zuweilen wird es aber zu eng.

Die Lena hat ja auch schon erzählt, dass sie im Sommer daheim in Wallgau oft rausgeklingelt wird an der Tür. Und die Leute dann mit Unverständnis reagieren, wenn sie nicht mit ihnen reden will. Bei mir ging das damals auch schon los. Für mich war das dann unter anderem auch einer der Gründe, warum ich weggezogen bin von daheim in Dietramszell nach Tirol. Eine gewisse Privatsphäre muss einfach gewahrt werden.

Aber trotzdem, der Sport hat natürlich sehr viele schöne Seiten. Und ich denke, dass wir davon in Whistler noch viele sehen werden. Auch wenn es beim ersten Rennen für Kati Wilhelm, Andrea Henkel und Simone Hauswald nicht optimal lief, sie werden schon wieder stärker. Lenas Medaille wird nicht die letzte gewesen sein für unser Team. Ich freue mich schon auf die nächsten Rennen, daheim vor dem Fernseher.

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