Tommy Haas: Von Höhenluft beflügelt

Tennis-Altmeister Tommy Haas kämpft sich unter Schmerzen ins Halbfinale der BMW Open in München. „Ich gebe alles – und hoffe, dass alles hält."  
| Matthias Kerber
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Tennis-Altmeister Tommy Haas kämpft sich unter Schmerzen ins Halbfinale der BMW Open in München. „Ich gebe alles – und hoffe, dass alles hält."

München - Als Tommy Haas die Rechte zur Siegerpose erhob, da verzog er das Gesicht ganz leicht. Schmerzen, das sind auch hier bei den BMW Open in München seine ständigen Begleiter. Die malade – schon mehrfach operierte – Schulter, die ihn im Vorfeld zu einer sechswöchigen Pause gezwungen hatte, bereitet weiter Probleme. Doch der Lokalmatador, der Vorjahressieger, er biss – wie schon so oft in seiner Karriere – auf die Zähne. Und rang im Halbfinale in drei Sätzen seinen italienischen Kontrahenten Andreas Seppi, der aufgrund seiner Kämpfereigenschaften den Spitznamen Südtiroler Wand hat, mit 6:3, 3:6, 6:3 nieder.

„Ich bin sehr froh, dass ich hier gewonnen habe“, sagte der 36-jährige Haas, „das hat sicher auch damit zu tun, dass ich mich hier sehr, sehr wohlfühle. Es geht zwar nicht alles so, wie ich mir das vorstelle, aber es ist okay. Ich kann nicht jeden Schlag so spielen, wie ich will, ich muss manchmal zurückstecken, das ist eben so. Meine Schulter ist aber gut genug, um auf dem Niveau zu spielen, auf dem ich im Moment eben spiele.“

Dieses Niveau – es ist wechselhaft. Mal gelingen Haas Weltklasseschläge, gerade seine Stopbälle sind sensationell gut, doch dann unterlaufen ihm wieder fast unerklärliche Fehler. Und so nimmt Haas gerne jede Hilfe an – sogar unerwartete und bisher gänzlich unbekannte. „Mir kommt die Münchner Höhenluft sicher entgegen, da springen die Bälle anders“, sagte Haas über den Spielplatz auf 515 Metern über Meereshöhe und fügte an: „Ich gebe alles – und hoffe, dass alles hält.“

Vor allem eben seine Schulter, die ihn nicht an der erfolgreichen Mission Titelverteidigung hindern soll. Nächste Hürde für den Höhenluftbeflügelten ist nun am Samstag der Qualifikanten Martin Klizan aus der Slowakei, der sich zuvor mit 7:6 (7:3), 1:6, 6:1 gegen Denis Istomin aus Usbekistan durchgesetzt hatte. „Sein Spiel ist eher hässlich, viel Spin, das mag ich nicht so, das ist ein bisschen ekelhaft“, sagte Haas und massierte sich dabei selber an der Schulter.

Einer ist besonders froh, dass sein Zugpferd weiter am Start ist – Patrik Kühnen, der Turnierchef der BMW Open. „Tommy ist einer der ganz wenigen Spieler der Welt, der es drauf hat, nach einer langen Verletzungspause anzutreten und gleich so eine Leistung abrufen kann“, sagte der ehemalige Davis-Cup-Teamchef, „es läuft sicher nicht alles rund, aber er ist ein Kämpfer. Tommy hat seine ganze Planung auf dieses Turnier ausgerichtet, das zahlt sich aus.“

Für Haas, für Kühnen, für das Turnier, für München.
 

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