Tommy Haas: Sieg beim Familienfest

Der Lokalmatador zieht beim Comeback bei den BMW Open locker ins Viertelfinale ein. Dort trifft er auf Andreas Seppi: „Eine Wand!“  
| Julian Galinski
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Der Lokalmatador zieht beim Comeback bei den BMW Open locker ins Viertelfinale ein. Dort trifft er auf Andreas Seppi: „Eine Wand!“

München - Am Montag, unter grauem Himmel, hatten sich die paar dutzend Zuschauer eher aus Verlegenheit auf dem Centre Court des MTTC Iphitos eingefunden. Am Donnerstag – der an den Tagen zuvor vom Regen rotbraune Sand strahlte in sonnigem Knallorange – waren die 4300 Plätze erstmals allesamt besetzt. Schließlich schlug bei den BMW Open zum ersten Mal Tommy Haas auf.

Der 36-Jährige, wenngleich Hamburger, ist und bleibt der Zuschauermagnet in München. Dort, wo er 2013 auch gewann. In diesem Jahr zog er durch das 6:2, 6:4 gegen den Kolumbianer Alejandro Falla mit überschaubarer Mühe zumindest einmal ins Viertelfinale ein. „Ein Sieg vor vollem Haus, die Familie ist hier – es könnte nicht besser laufen“, sagt der Gewinner.
„Haas ist für uns das Gesicht des Turniers. Er ist eine Persönlichkeit und nach seiner langen Karriere und seinen vielen verletzungsbedingten Comebacks gönnt man ihm einfach den Erfolg“, sagt Direktor Patrik Kühnen: „Er spielt immer noch mit so viel Leidenschaft und Intensität. Man spürt richtig, wie die Zuschauer sich für ihn freuen.“

Gegen Falla brauchte es keine Glanzleistung von Haas. Im ersten Satz war Falla komplett überfordert, selbst einfachste Bälle drosch er ins Netz, im zweiten war es kaum enger für Haas, der nun am Freitag gegen den Italiener Andreas Seppi spielt – eine andere Größenordung als Falla. „Das wird ein ganz anderes Spiel“, sagt Haas. „Seppi ist wie eine Wand. Er hat sich in den vergangenen Jahren stetig verbessert und ist richtig fit geworden.“ Der Turnierdirektor traut seiner größten Attraktion jedenfalls noch einiges zu: „Er hat sich intensiv auf das Turnier vorbereitet und ist als Titelverteidiger besonders motiviert“, sagt Kühnen. Haas selbst war mit Schulterproblemen nach München gereist, gerade die hoch abspringen Topspin-Bälle seiner Gegner machen ihm sichtlich Mühe.

„Das Match sehr wichtig“, sagt Haas, „um zu sehen wo ich mit der Schulter stehe.“ Nach mehrmaligen Operationen schränkt sie auch Haas' Aufschlag ein. „Ich würde gerne wieder dahin kommen, mit 200 km/h aufzuschlagen – aber derzeit muss ich mir etwas anderes einfallen lassen, damit der Gegner nicht in den Rhythmus kommt.“ Es in auch in dieser Hinsicht nicht leichter in den drei verbliebenen Runden am Aumeister.

Aber die BMW Open brauchen Tommy Haas – kein anderer deutscher Spieler ist als halbwegs ebenbürtiger Ersatz in Reichweite. Philipp Kohlschreiber, der Sieger von 2012, bewirbt sich mit Davis-Cup-Absagen und skurrilen Web-Videos nicht um Sympathien. Alexander Zverev ist ein Riesentalent, aber mit 17 Jahren noch viel zu grün für die Tour. Immerhin: Mit Jan-Lennard Struff (24) hatte sich zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch ein weiterer Deutscher für das Viertelfinale qualifiziert.

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