Tommy Haas: "Ich will entscheiden, wann es vorbei ist"

Tennis-Oldie Tommy Haas schlägt heuer zum letzten Mal in München auf. Hier spricht der 39-Jährige über das Turnier am Aumeisterplatz, den Sieg 2013 und sein Karriereende. "Große Emotionen im Kopf".
| Thomas Becker
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"Ich bin stolz, nochmal dabei sein zu können", sagt Tommy Haas über seine Teilnahme bei den BMW Open.
Rauchensteiner/Augenklick "Ich bin stolz, nochmal dabei sein zu können", sagt Tommy Haas über seine Teilnahme bei den BMW Open.

München - Anfang April ist er 39 geworden, er belegt derzeit Platz 459 der Weltrangliste. Dort stand er auch schon mal auf Platz zwei – im Mai 2002, hinter Lleyton Hewitt. Am Montag startet Tommy Haas zum letzten Mal in die BMW Open, sein Heimturnier beim MTTC Iphitos am Aumeisterplatz. Haas über...

seinen Start bei den BMW Open: "Es ist natürlich immer ein sehr spezielles Turnier für mich – und wohl das letzte Mal, dass ich bei Iphitos aufschlagen werde. Da gehen einem schon viele Emotionen durch den Kopf. Aber ich bin stolz, nochmal dabei sein zu können."

sein x-tes Comeback: "Ich hatte schon überlegt, ob es nach meiner letzten Operation vorbei sein könnte, aber ich war einfach zu stur. Weil ich unbedingt möchte, dass ich entscheide, wann es vorbei ist."

die Gründe für den Rückzug nach dieser Saison: "Es gibt einfach zu viele Höhen und Tiefen. Man weiß nie genau, was der Körper mitmacht. Das ist einfach verdammt anstrengend, nicht nur körperlich. Die Feinarbeit auf dem Platz, die kurzen guten Schritte, die man machen muss: Das geht nicht mehr vom einen Tag auf den anderen. Gerade auch in dem Alter, in dem ich jetzt bin – wobei ich nicht so gern über das Alter spreche. Mein Körper braucht einfach mehr Regeneration, und die Zeit hat man nicht mehr. Außerdem habe ich zwei süße Töchter zuhause, die ich aufwachsen sehen möchte. Und ich muss aufpassen, dass ich nicht irgendwann im Rollstuhl vorbeischaue."

seine Form: "Eigentlich ganz okay. Ich brauche jetzt natürlich Matchpraxis, Turniere Woche für Woche. Wenn man diese Emotionen, ein Match gewinnen zu können, lange nicht gehabt hat, ist man mit den Gedanken nicht immer ganz bei der Sache, wenn’s darum geht."

seine bisherige Bilanz 2017: "Das Jahr fing wieder komisch an: mit einer Lungenentzündung bei den Australian Open. Viel gespielt habe ich nicht, auch weil ich Turnierdirektor in Indian Wells war. Aber die Matches, die ich spielen konnte, waren ganz gut."

den sehr unfein gegen ihn pöbelnden Kollegen Benoit Paire: "Ich weiß, dass er neben dem Platz ein sympathischer Junge, aber auf dem Platz sehr crazy ist. Ich bin auch ein bisschen crazy, wie fast alle, die da oben stehen – deswegen war ich ihm nicht böse. Nach dem Match hat er sich entschuldigt."

seine Motivation: "Ich will nicht nur mitspielen und von Turnier zu Turnier ,Tschüss’ sagen. Ich versuche jeden Tag, das Bestmögliche rauszuholen. Vielleicht kommt ja noch der ein oder andere große Sieg. Auf jeden Fall kann ich mit Niederlagen besser umgehen als noch vor fünf oder zehn Jahren. Jeder Moment, den ich noch bei den Turnieren erlebe, ist ein großer Moment. Ich bin dankbar, dass ich mich nochmal den Fans zeigen kann."

die Option Rücktritt vom Rücktritt: "Das Problem ist, dass man ein gewisses Ranking braucht. Wenn ich unter den Top 100 stehen würde, könnte ich überlegen weiterzumachen, wäre bei den Grand Slams dabei, würde in das ein oder andere Hauptfeld reinrutschen. Aber nochmal Qualifikation, Challenger- oder Future-Turnier zu spielen, dafür habe ich keine Kraft mehr. Ich möchte meinen Körper in zehn oder zwanzig Jahren noch für andere Dinge nutzen – so gerne ich mit dem Gedanken spiele, noch ein Jahr dranzuhängen oder noch ein paar Jahre im Doppel mitzuspielen. Aber ich kann mit dem Gedanken an das Ende der Karriere ganz gut leben."

seinen Turniersieg in München 2013: "Das war einer der schönsten Momente meiner Karriere, gerade auch weil der Sieg sehr spät in meiner Karriere kam. Und weil meine damals noch kleine Tochter mit auf dem Platz war. Das sind Erinnerungen, die werde ich nicht vergessen."

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